Physiognomie & Verhalten
Die Erste Wandlung erlebt ein Wandler in der frühen Pubertät, üblicherweise in einem Moment der emotionalen Erregung oder des Schrecks. Ab diesem Zeitpunkt bildet er mit seiner Tiergestalt eine Einheit, die unabdingbar mit ihm verknüpft ist und nicht getrennt werden kann.
Die Tiergestalt ist immer ein reinrassiges Tier, das so in freier Wildbahn lebend vorkommt. Verwilderte Arten, die ohne menschliche Einflussnahme bestehen, kommen vor (wie Mustangs oder Tauben), von Menschen speziell gezüchtete Haustierrassen (wie Perserkatze oder Pudel) hingegen nicht, da der Kern eines Seelentieres immer mit der Wildnis verbunden ist.
Auch wenn in den Genen oder im Blut keine Bestandteile nachweisbar sind, die erkennen lassen, ob eine Person ein Wandler ist oder nicht, liegt eine genetische Variante nahe, denn nur das Kind eines Wandlers kann selbst zum Wandler werden. Sind beide Elternteile Wandler, liegt die Chance für Weitergabe der Wandlungsfähigkeit bei 75%. Ist nur ein Elternteil ein Wandler, sind die Wahrscheinlichkeit auf 50%. So kommt es auch vor, dass das Kind zweier Wandler dennoch ein normaler Mensch wird.
Die Tiergestalt der Eltern lässt dabei keine Rückschlüsse auf die Tiergestalt des Nachwuchses zu. Zwar gibt es in einigen Familien durchaus Häufungen einer bestimmten Tiergruppe (z.B. verschiedene Wolfsarten), allerdings kann das Kind zweier Wölfe dennoch sich zum Rotkehlchen wandeln. Die genauen Gründe hierfür sind weitestgehend Teil von Spekulation. Vermutet wird aber eine charakterliche Präferenz des Wandlers zu einer bestimmten Tierart.
Des weiteren umgibt jeden Wandler in seiner menschlichen Gestalt ein subtiler animalischer Geruch, den Wesen mit verbessertem Geruchssinn wahrnehmen können. Andere Wandler können hierbei mit entsprechender Erfahrung Rückschlüsse auf die Seelengestalt des anderen Wandlers machen. Vampire und Werwölfe können lediglich erkennen, dass es sich um einen Wandler handelt, allerdings keine Art zuordnen.
In Tiergestalt sind Wandler nicht von echten Tieren derselben Art zu unterscheiden.
Mensch
Als Mensch ist der Wandler von außen körperlich nicht von anderen Menschen zu unterscheiden. Allerdings übernehmen viele Wandler Vorlieben und Verhaltensweisen ihrer Tiergestalt. Wandler mit herbivoren Tierformen neigen so z.B. auch in menschlicher Form zu einem vegetarischen oder veganen Lebensstil. Seelentiere mit starkem Revierverhalten führen auch in menschlicher Form häufiger zu besitzergreifendem Verhalten, etc..
In Zuständen starker emotionaler Erregung, beispielsweise bei Stress oder Wut, kann es vorkommen, dass das Seelentier hindurchschimmert: Augen wandeln sich, Fingernägel formen sich zu Krallen, Eckzähne wachsen. Insbesondere für Junge Wandler stellt dies zu kontrollieren eine Herausforderung dar, da sie sich so unfreiwillig verraten können. Ältere Wandler hingegen führen solche Teilwandlungen mitunter absichtlich als Drohgebärde oder um die Vorteile ihrer Tiergestalt nutzen zu können durch.
Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Sexuelle Erregung führt zu keinen Teilwandlungen.
Während der Schwangerschaft können Wandlerinnen sich nur bis etwa zum dritten Schwangerschaftsmonat verwandeln. Danach ist der Fötus zu groß und verursacht bei der Wandlung starke Schmerzen. Eine dennoch durchgeführte Wandlung kann zu schweren Schäden bei Nachwuchs und Mutter führen.
Tierform
In ihrer Tierform haben Wandler alle physischen Merkmale und Fähigkeiten, die ihrem Tier entsprechen. Sie sind nicht äußerlich von anderen Tieren ihrer Art zu unterscheiden.
Allerdings behalten Wandler in allen Formen ihren Verstand und ihr Wissen und können dementsprechend auch Entscheidungen treffen, die gegen die tierischen Instinkte sprechen.
Ebenso sind Wandler ihren tierischen Artgenossen in einer körperlichen Eigenschaft deutlich überlegen (vgl. Fähigkeiten), die sich je nach Tierart unterscheidet.
Je länger ein Wandler in seiner Tierform verbleibt, umso mehr nimmt er die tierischen Aspekte seiner selbst an. Dies kann bis hin zu dem Punkt gehen, dass ein Wandler vergisst, dass er auch eine menschliche Seite hat.
Mögliche Tierformen sind alle Säugetiere und Vogelarten, die in freier Wildbahn ohne menschlichen Einfluss lebend vorkommen. Über die Jahrhunderte verwilderte Arten wie Mustangs, Tauben, Dingos, Mufflons oder Razorback-Schweine sind seltener als nie domestizierte Wildtierarten, kommen allerdings vor. Tierarten, die von Menschen gezielt gezüchtet werden wie Pudel, Hausrinder, Perserkatzen oder Heidschnucken, sind nicht möglich, da diese keiner natürlichen Selektion unterliegen.
Ebenfalls nicht möglich sind Wirbellose, Insekten, Spinnentiere, Reptilien, Amphibien und Fische.
Aquatisch lebende Tierarten wie Meeressäuger sind sehr selten und verlassen ihr Gewässer kaum. Im allgemeinen trifft man eher in wärmeren Weltregionen auf solche Wandler.
Verwandlung
Die Verwandlung verursacht beim Wandler keinerlei Schmerzen. Sie verwandeln sich im allgemeinen gerne und oft. Der menschliche Körper scheint dabei zu verschwimmen und sich aufzulösen, ehe sich das tierische Pendant neu zusammensetzt. Mitgeführte Gegenstände und Kleidung fällt dabei in der Regel einfach ab. Kleine Schmuckstücke direkt am Körper wie Ringe und Ohrstecker werden magisch mitverwandelt, während größere Dinge wie Halsketten und Armbanduhren zu Boden fallen. Erst mit etwas Übung und Lebenserfahrung schaffen es Wandler ab etwa 150 Jahren, auch ihre Kleidung mitzuverwandeln.
Die Dauer des Verwandlungsvorganges scheint eine emotionale Komponente zu besitzen, denn je stärker der Wandler emotional involviert ist, umso schneller verwandelt er sich. Sehr wütende oder panikerfüllte Wandler wurden so schon bei spontanen Verwandlungen beobachtet, während eine ausgeglichene und ruhige Wandlung ein paar Sekunden dauern kann.