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Geschichte
Unter Vampiren kursieren verschiedene Legenden über ihren Ursprung. Die älteste führt sie auf Kain zurück, der nach dem Brudermord von Gott zur Unsterblichkeit verdammt wurde, sich von Licht und Glauben abwandte und schließlich als erster Vampir über die Sterblichen erhob. Andere Mythen verorten den Ursprung bei den Lamien des antiken Griechenlands – bluttrinkenden, einst sonnenresistenten Wesen, deren Kräfte sich über Generationen abschwächten. Ein jüngerer Mythos, gefunden in Schriftrollen in den Katakomben von Paris, berichtet von einem fremden Wesen, das aus einer Dimension ewiger Finsternis stammen und diese Welt erst entdeckt haben soll. Geblendet von der Sonne verlor es den Rückweg und nährte sich von Fleisch und Blut der Menschen, bis es schließlich die ersten unter ihnen nach seinem Abbild neu erschuf.
Auch wenn viele über diese Mythen spotten und letztendlich der genaue Ursprung der Vampire ungeklärt bleibt, gibt es auch Überlieferungen, die unstrittig sind.

Historie der Häuser


Eine wahre Geschichte – 1648, das Konvent zu Trier und die Gründung der Häuser

Der Dreißigjährige Krieg überzog Europa mit Blut und Asche. Hunderttausende starben auf den Schlachtfeldern, unzählige weitere an Hunger, Seuchen – oder am unersättlichen Durst der Vampire. Für die Kinder der Nacht war diese Epoche kein Triumph, sondern ein drohender Untergang.
Am 24. Mai 1648 kamen erstmals sechs uralte Vampire in Trier zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Adelheid Rosalie Ebner von Eschenberg, Graf Ferdinand von Habsburg, Nikolai von Falkenstein und Karl Heinrich zu Callenberg forderten eine Begrenzung der Nachkommenschaft, um die sterbliche Bevölkerung nicht vollends zu vernichten. Sie waren es, die den Codex verfassten, der bis heute das Fundament des Hauses der Schatten bildet.
Magdalena Agatha Vacolowitcz und Freiherr Matthias von Crimgau widersetzten sich dieser Sicht entschieden. Menschen seien nichts weiter als niederes Vieh, die Herrschaft der Vampire gottgewollt, und jede Eskalation lediglich die Folge sterblicher Auflehnung. Ihrer Überzeugung nach durfte es nur eine Antwort geben: rücksichtslose Härte gegen jeden, der das Recht der Vampire anzweifelte – gleich ob Mensch oder Untoter. Diese beiden gelten bis heute als die Gründer des Hauses des Blutes.
Nach zermürbenden Verhandlungen einigte man sich dennoch auf einen brüchigen Kompromiss: Die Jagd auf Menschen sollte eingeschränkt werden, um ihnen Zeit zur Erholung zu lassen. Stattdessen rückte das gehaltvolle Blut der Gestaltwandler in den Fokus. Schnell wurde klar, dass vereinzelte Gefangene nicht genügen würden. So begann die erste systematische Hatz. Beide Häuser organisierten sich innerhalb weniger Monate unabhängig voneinander, arbeiteten jedoch zusammen, solange es ihren Zielen diente.

Die Zucht der Gestaltwandler


Mit der Gefangennahme des Gestaltwandlers Stefan van Boijck im September 1648 begann die systematische Versklavung seiner Art. Innerhalb weniger Jahre wurden Gestaltwandler in ganz Europa gejagt, von Vampiren und ihren sterblichen Dienern aufgespürt, getötet oder in unterirdische Anlagen verschleppt.
Die Gefangenen wurden nicht nur als Blutquelle missbraucht, sondern gezielt zur Fortpflanzung gezwungen. Ziel war die Schaffung einer kontrollierbaren, widerstandsfähigen und zugleich besonders nahrhaften „Rasse“. Bereits nach wenigen Generationen waren viele Gestaltwandler körperlich und geistig gebrochen, in Ketten geboren und vollkommen abhängig von ihren vampirischen Herren. Das Haus des Blutes betrieb diese Zuchten mit extremer Grausamkeit, während das Haus der Schatten zwar effizienter und weniger sadistisch vorging, jedoch keinerlei grundsätzliche Skrupel zeigte.
Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts hatten beide Häuser ihre Macht in nahezu allen europäischen Metropolen etabliert. Tief unter Städten von Portugal bis Russland existierten Zuchtanlagen, in denen Gestaltwandler wie Vieh gehalten wurden. Flucht war selten, aber nicht unmöglich. Einzelne Entkommene gelangten nach Nordamerika, wo sich die Häuser erst im frühen 19. Jahrhundert erneut niederließen. Dort scheiterten jedoch alle Versuche, neue Zuchten aufzubauen, da sich die Gestaltwandler rechtzeitig in den Westen zurückzogen.
In Europa hielt die Versklavung deutlich länger an. Einen Wendepunkt markierte die Französische Revolution. In den Wirren der Machtkämpfe nutzte Stefan van Boijck 1792 die Schwächung der Pariser Vampirhäuser, befreite Mitgefangene und entkam. Sein Aufstand wurde zum Symbol des Widerstands für die Gestaltwandler – und zum mahnenden Versagen für die Vampire.
In den folgenden Jahrzehnten begünstigten weitere Revolutionen und Kriege immer wieder Befreiungsaktionen. Der endgültige Zusammenbruch der Zuchtanlagen erfolgte 1917 während der Oktoberrevolution, als die Moskauer Häuser geschwächt wurden und die letzte bekannte Anlage niederbrannte. Seither mag es vereinzelt noch gefangene Gestaltwandler geben, doch die systematische Zucht und Versklavung einer ganzen Rasse gilt seitdem als beendet.