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Ezra Mowbray
Knilch

InGame-Posts: 11
Registriert seit: 02.02.2026
Letzter Besuch: 19.03.2026, 06:32
Status: Offline


Avatarperson: Jamie Campbell Bower
Wesen: Vampir
Status: Junggeselle
Aussehen: Größe: 1,79m
Augenfarbe: Blau
Haarfarbe: Blond
Aurenfarbe: Violet, blau, gelb
Postingfrequenz: Etwa alle 2 Wochen

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04.06.2012 The hand that gives gathers.
Mitspieler
Ezra & Tristan | nach Sonnenuntergang im NOX | 04.06.12
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Who am I?


These are my roots.



Name & Deckname


Ezra Mowbray

Alter & Geburtstag


Geburtsdatum: 01.08. 1661
Todestag: 25.11.1685
Offizielles Alter: 24 Jahre
Vamirisches Alter: 326 Jahre

Herkunft


England, Stratford-upon-Avon

Bildung


Keine klassische schulische Laufbahn der Moderne
4 bis 8 Jahre:
- Lesen, schreiben, Bibelkenntnis durch den örtlichen Kaplan
- Musikalische Frühförderung durch den Vater an Cembalo* und Orgel

8 bis 12 Jahre:
- Komponieren, Improvisieren, Fingertechniken, Harmonielehre
- Lateinunterricht
- Kirchenmusik als Unterricht

12 bis 15:
Aufbauender Unterricht beim städtischen Musikmeister in Oxford

15 - 20
Hilft dem Vater, als zweiter Hausmusiker
Unterrichtet Kinder im Haushalt

*Vorgänger des Klaviers, welches erst um 1700 in Florenz erfunden wurde

Klassische Abschlüsse existieren nicht, sein beruflicher Werdegang besteht aus Empfehlungsbriefen, Widmungen seiner Stücke und Reputation (genaueres im Lebenslauf)

Als Vampir
Praktische Ausbildung bei einem Kolonialbeamten der britischen Krone
Jurastudium mit Schwerpunkt Handelsrecht, Vertragsrecht, Gesellschaftsrecht und internationales Wirtschaftsrecht
BWL-Studium mit Schwerpunkt Finanzmanagement, Unternehmensführung, Investitions-& Risikomanagement
VWL-Studium mit Schwerpunkt Kapitalmärkte, Wirtschaftskreisläufe, Finanzkrisen & Konjunkturzyklen
Sämtliche Studiengänge schloss Ezra über Fernstudien oder Abendveranstaltungen ab, begleitend zu seiner Einführung in die Familiengeschäfte und die wachsende Übertragung von Zuständigkeiten.

Beruf/Job


CEO in verschiedene Familiengeschäften
Besitzer des Nox-Clubs
Komponist/ Musiker

Familie


Menschliche Familie:
Thomas Harrowby (Vater, Mensch, 1634-1682): Das Verhältnis zu seinem leiblichen Vater war zuerst gut, mit den Jahren wurde es aber immer schwieriger, da beide eine unterschiedliche Auffassung vom Leben hatten
Anne Harrowby (Mutter, Mensch, 1638-1663): Ezra kannte seine Mutter kaum, das verstarb, als er noch ein Kleinkind war
Elizabeth Harrowby (Ehefrau 1663-1685): Die Ehe fußte nicht auf Gefühlen, sondern war rein dem Zweck geschuldet, entsprechend wenig verband Ezra mit seiner Frau
Charles Harrowby (1.Sohn 1682-1685), Henry Harrowby (2.Sohn 1683-1685): Ezra hatte nie eine besonders enge Bindung zu seinen Söhnen, sie entsprachen nicht seiner Vorstellung, seinem Anspruch an sein eigen Fleisch und Blut, weswegen sie für ihn nie mehr als notwendiges Beiwerk einer Ehe waren, die es nur auf dem Papier gab.

Vampirische Familie:
Alden Mowbray (Vater/Erschaffer, 584 Jahre, Vampir)
Beziehung: Alden ist für Ezra Maßstab, Autorität und Grenze zugleich. Seine Anerkennung ist für Ezra von zentraler Bedeutung, er möchte seine Erwartungen erfüllen und richtet sein Handeln oft unbewusst genau danach aus.
Ihr Verhältnis beruht nicht auf uneingeschränkter Liebe und Zuneigung, sondern fußt auf Struktur, Hierarchie, Loyalität und Vertrauen.
Den Bruch, den Ezra selbst verursacht hatte, zeigt die eigentliche Tiefe ihrer Bindung. Aldens Strafe war hart, aber nicht endgültig- und damit genau richtig, denn sie schuf in Ezra Reue, Dankbarkeit und gleichzeitig Respekt für Alden.
Ezra folgt seinem Erschaffer bewusst, nicht weil er es muss. Was für Außenstehende, als gefährliche Abhängigkeit wahrgenommen wird, fühlt sich für Ezra ganz anders an. Er vertraut Alden, respektiert ihn und hält große Stücke auf seine Meinung. Ihre Beziehung ist stabil und beide fühlen sich in ihr wohl, den Bedarf etwas zu verändern gibt es für Ezra daher nicht.
Alden ist für Ezra also nicht nur eine Leitfigur, an der er sich gerne und freiwillig orientiert, sondern auch eine Vaterfigur, die Halt gibt, Grenzen setzt und deren Anerkennung für Ezra Bedeutung hat.



*Devarius Mowbray (erster Bruder, 285 Jahre, Vampir)
Beziehung: Devarius ist für Ezra ein unterprivilegierter, stilloser Parasit, der sich hinterrücks bei Alden anbiedert und versucht, ihm den Rang abzulaufen. Alle Schlichtungsversuche sind bisher gescheitert.


*Aurelian(Zweiter Bruder,161 Jahre, Vampir)

*Melias Mowbray (Dritter Bruder, 38 Jahre, Vampir)

*Rowan Mowbray (Vierter Bruder, 30 Jahre, Vampir, verstorben): Ezra hatte ihn kaum gekannt und entsprechend weder Bindung, noch eine besondere Meinung zu ihm

*Nachkomme:

Maevis Sinclair (207 Jahre,Hexe): Anfangs war sie Ezra egal, wieder nur ein unbedeutendes Spielzeug seines Erschaffers, das in wenigen Monaten oder Jahren keinerlei Bedeutung mehr haben würde. Doch Maevis blieb. Sie wohnte in der Villa und was zu Beginn noch (von Seitens Alden) geforderter Respekt war, wurde bald zur Gewohnheit und aus Gewohnheit Sympathie, sodass Maevis für Ezra mittlerweile ein legitimer Teil der Familie ist.

Ezekiel(211 Jahre, Gestaltwandler): Der Gestaltwandler und Ezra stehen sich neutral gegenüber. Ezra respektiert seine Anwesenheit, fühlt sich dem Vogelwandler aber weder zugewandt noch abgeneigt.

*Werwolfleibwächter:


*Ich würde diese Charaktere erstmal auslassen, bis sich jemand findet und man sich absprechen kann


Risk a glance?


There is more you can see.



Aussehen


Größe: 1,79m
Haarfarbe: Blond
Augenfarbe: Blau
Statur: Schlank
Körperliche Besonderheiten:/

Charakterliche Eigenschaften


Stärken & Schwächen:

Stärken:
Ehrgeizig
Zielstrebig
Diszipliniert und ausdauernd
Selbstbewusst
Besonnen und geduldig
Charmant (wenn es sich lohnt/ einem Ziel dient)
Autarkes Arbeiten
Fleiß/ Engagement
Loyal (Since 1830)

Schwächen:
Eitel/ Stolz
Egoistisch/ rücksichtslos
Opportunistisch
Berechnend
Empathielos
Geringe Kritikfähigkeit (Er nimmt sie nur von Personen an, die er für sich als ihm übergeordnet anerkannt hat)
Oberflächlich
Besitzergreifend
(Ezra selbst sieht keine dieser ‘Schwächen’ so wirklich als solche, es sind nur Eigenschaften, die weniger beliebt in der Welt sind…)


Vorlieben & Abneigungen:

Vorlieben:
Komponieren, Spielen, Musik an sich
Bewunderung für seine Stücke
Die Annehmlichkeiten moderner Technik
Luxus -und dieser darf auch gern gezeigt werden (teure Autos, Kleidung, Uhren)
Herausforderungen (In Form gestellter Aufgaben)
Anerkennung für seine Arbeit (besonders von Alden)
Wandlerblut

Abneigungen:
Fehler machen
Unzulänglichkeiten (anderer)
Wenn seine -oder die Reputation der Familie schaden nimmt
Rohe Gewalt
Mittelmäßigkeit
Devarius
Blutkonserven


Besonderheiten:
Er sammelt seltene Ausgaben von Instrumenten, in erster Linie solche, die er auch selbst spielt. Sie sind ihm kostbar, ein extra dafür angelegter Sicherheitsraum befindet sich in der Villa. Ezra allein hat Zugang zu ihm

Gesinnung


Grundsätzlich begegnet Ezra seiner Umwelt mit einer eher nüchternen, hierarchischen Weltanschauung. Loyalität, Schutz oder Respekt erhält vor allem der, der sich als nützlich erweist oder eine Position innehat, die er anerkennt.
Er handelt pragmatisch, kalkulierend und ohne Rücksicht auf herrschende Moralvorstellungen. Grenzen existieren für ihn weniger aus ethischen Gründen, sondern eher, wenn Handlungen seinem eigenen Vorteil, dem Ansehen seiner Familie oder dem seines Hauses schaden könnten.
Wie viele seiner Artverwandten empfindet er Vampire als übergeordnete Wesen, die aufgrund ihrer Lebenszeit, ihrer Fähigkeiten und ihrer Organisation allen anderen Spezies weit überlegen sind.
Ansonsten ist der Wert einer Person oder eines Wesens für Ezra aber nicht universell, sondern richtet sich nach seinem Nutzen.
So sind Kooperationen für ihn jederzeit möglich, selbst mit Wesen, die gesellschaftlich als „niedriger“ gelten, solange sie ihren Zweck erfüllen. Scheitert ein Wesen jedoch daran, seinen Platz auszufüllen, verliert es für ihn schnell an Bedeutung.
Gewalt(wenn er sie ausführen lässt) und Manipulation sind für ihn legitime Mittel, um die eigene Position zu stärken oder übergeordnete Ziele zu erreichen.


You want more?


There is a world behind the shades.



Rasse


Vampir - Iuvenal

Fähigkeiten


Beherrscht folgende Instrumente: Cembalo, Klavier, Orgel, Cello, Violine, Gitarre (rudimentär)
spricht Latein

Zugehörigkeit


Haus des Blutes: Ezra half Alden, der beim Aufbau des HDB in New York beteiligt war, so gut er es zu dieser Zeit konnte. Später, als die Familie nach Dawnskap Bay gezogen war und er die Geschäfte in NYC größtenteils alleine führte, integrierte er sich nochmal mehr im dort ansässigen Haus des Blutes. Auch in DKB ist er bestrebt, ein Teil der Gemeinschaft zu sein. Das alles jedoch nicht aus Gründen der Solidarität, schließlich kann es nicht falsch sein gutes Ansehen und Reputation zu besitzen, wenn man einen Teil vom Kuchen abhaben will.
Mowbray-Clan: Als ältester Sohn und direkter Nachfolger Aldens fühlt sich Ezra tief verwurzelt mit den Geschicken des Clans. Er ist stolz, dass ihm eine derart hohe Position innewohnt und arbeitet hart, seinem Status gerecht zu bleiben und, wenn nötig, zu verteidigen.

Aurenfarbe


Violett, Blau, Gelb


How's my life?


Life is the greatest adventure.



Was bisher geschah …


Von Moll bis Dur, von Frust bis Freiheit

“Geboren wurde ich 1661 in dem kleinen englischen Städtchen Stratford-upon-Avon in der Grafschaft Warwickshire. Noch heute ist das in den Midlands gelegene historische Städtchen für seine mittelalterliche Architektur bekannt und ein touristischer Umschlagplatz. Ich verbinde mit meiner Heimat aber lediglich die idyllische Einöde, der ich glücklicherweise entkommen konnte.
Mein Vater stand als Hausmusiker im Dienst des Barons Edmund Greville of Charlecote. Das Haus Greville war von begrenzter Reichweite, standesgemäß, aber nicht sonderlich bedeutend, ein klassischer Provinzadel und eigentlich kaum meine Erwähnung wert.
Meine Mutter starb am Fieber, als ich etwa zwei Jahre alt war, ich habe daher kaum Erinnerung an sie.

Schon früh zeigte sich mein Talent, bereits im Alter von drei Jahren saß ich auf dem Schoß meines Vaters und spielte eigenständig erste Stücke nach.
Er förderte mich, ich lernte das Spiel auf Orgel und Cembalo, (Noten-)Lesen und wie man sich in hohen Gesellschaften zu benehmen hatte. Der Baron ließ uns die angrenzenden Grafschaften bereisen, sodass ich mit 5 bereits vor Grafen, Baronen, Marquis und Herzögen gespielt hatte. Sie alle waren begeistert von mir, meinen selbstkomponierten Stücken und natürlich meinem Spiel.
Den Gipfel der Aufmerksamkeit und der Anerkennung erhielt ich im Alter von sechs Jahren, als ich an den königlichen Hof geladen wurde und dort vor dem König und der Königin gespielt habe. Ich kann mich sogar heute noch an diesen Moment erinnern. Es war berauschend, einzigartig, einfach ein prägendes Erlebnis.
Leider sollte es für lange Zeit das einzig aufregende in meinem Leben bleiben.

In den folgenden Jahren verfeinerte ich meine Technik, vertiefte mein Wissen, lernte Neues und verbesserte mich täglich. Doch mit jedem Jahr, dass ich älter wurde, wurde das öffentliche Interesse an mir kleiner. Die Wunder waren vorüber - in jedem Fall für mich. Es frustrierte mich schon damals ein bisschen, dass mein Ruhm abebbte und langsam zu Ende ging. Obwohl ich mit meinen damaligen 12 Jahren so etwas überhaupt nicht hätte fühlen sollen, geriet ich in ein erstes Tief. Ich komponierte weiter, jedoch nur noch schwere, düstere Opern und Konzerte, die nur selten das Gemüt der Menschen trafen.
Unzufrieden mit mir und meiner Arbeit schickte mich der Baron nach Oxford, um dort beim ansässigen Musikmeister der Stadt zu lernen.
Oxford war zur damaligen Zeit nicht besonders groß. Es zählte nur ein paar Tausend Einwohner und der Bürgerkrieg 1642 hatte die Gesellschaft stark beeinflusst.
Die erste Zeit nach meiner Ankunft 1673 fühlte ich mich wohl, es tat mir gut, etwas Neues zu sehen, neue Menschen zu treffen und vor neuen Aufgaben zu stehen. Der Unterricht war anspruchsvoll und deswegen genau richtig für mich. Ich lernte das Spiel auf der Violine und dem Cello, doch ich merkte immer deutlicher, dass auch Oxford mich nicht glücklich machen konnte. Die Stadt war größer, als das Provinzstädtchen aus dem ich gekommen war, die Möglichkeiten für meine Ausbildung scheinbar grenzenlos und dennoch wurde das stark konservativ geprägte und wenig an Musik interessierte Oxford bald zu einer Sackgasse für mich.
Als ich dann 1676 die Mitteilung erhielt, mein Vater sei gesundheitlich stark angeschlagen, kehrte ich nach Stratford-upon-Avon zurück. Oxford hatte mich in meiner musikalischen Entwicklung weit gebracht, als ich in die Kutsche stieg, sah ich dennoch nicht zurück und war froh, die starren disziplinären Mauern hinter mir zu lassen, die der Kunst und Kreativität nur wenig Freiraum gelassen hatten.

Zurück in meiner Heimat nahm ich meinem Vater einen Großteil seiner Arbeit ab, die Schwindsucht hatte ihn befallen und er sollte in den folgenden Jahren immer weniger in der Lage sein, seinen Pflichten nachzukommen.
Ich komponierte für den Baron, unterrichtete seine Kinder und spielte Orgel in seiner privaten Kapelle.
Es war … kaum zu ertragen. Fünf Jahre lebte ich in diesem Gefängnis, das mit Mauern aus Pflichtbewusstsein und dem steten Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit erbaut worden war. Ich wollte nicht als einfacher Musiker eines unrelevanten Provinzbarons enden, ich wollte mehr vom Leben, denn schließlich war ich auch mehr. Ich war nicht nur Durchschnitt, ich war besonders und wollte nicht in völliger Bedeutungslosigkeit sterben - so wie mein Vater.
Nach einem Streit mit dem Baron entließ mich dieser endlich aus seinem Dienst. Ich entschied mich, gegen den Rat meines Vaters, 1681 nach London zu reisen. Ich versprach ihm Geld zu schicken, sobald ich eine Anstellung hatte und ihm das Ersparte, welches er mir als Startkapital mit auf den Weg gab, zurückzuzahlen.
Ich stellte mich also bei Hof vor, aber man wies mich ab. ”Keine Vakatur* frei.” hieß es. Später aber erfuhr ich, dass ich von Baron Greville vor der Chapel Royal diskreditiert worden war.

London bereitete mir kein Glück, auch weitere Versuche, eine standesgemäße Anstellung zu finden, scheiterten, sodass ich mich noch im selben Jahr für eine Hochzeit entschied. Es waren andere Zeiten, verheiratete Männer hatten bessere Aussichten auf eine Stelle, weil sie gesellschaftlich anerkannt waren und als sesshaft und verantwortungsbewusst galten.
Also ging ich den Bund mit Elizabeth Wright ein, die die kleine Pension führte, in welcher ich seit meiner Ankunft in London untergekommen war. Diese Verbindung brachte für beide Seiten Vorteile. Ich erhielt Unterkunft, ein stabiles Einkommen durch die Pension und gesellschaftliche Anerkennung und sie einen kultivierten Ehemann, der neben seines Status’ Bildung und den guten Ruf seiner Familie in ihr Leben brachte.
Schließlich fand ich endlich eine Arbeit als Musiker. Zwar nur in einem Gentlemens Club, aber es sollte ja nur der erste Schritt in die richtige Richtung sein. Ich würde dort nicht bleiben, nur so lange, bis ich eine passendere Stelle gefunden hätte, die mehr zu mir und meinem passen würde…”

*Die Nichtbesetzung einer offenen Stelle z.b. in Kirche, Verwaltung und Musik


Neues Leben, neue Welt (Und ein paar Morde)

“Mein Vater starb etwa ein Jahr, nachdem ich Stratford-upon-Avon verlassen hatte, ich verkaufte sein Hab und Gut und übrig von ihm blieb nichts als ein Grab. Er hatte in seinem Leben nichts Großes erreicht, außer mich zu erschaffen. Ich bin froh, dass er mein Talent so früh entdeckt und gefördert hatte, aber wenn ich ehrlich bin, war er ab einem bestimmten Punkt absolut entbehrlich für mich. Er hatte eine Einstellung zum Leben gehabt, die meiner Meinung nach nicht nur falsch, sondern verachtungswürdig war.
Ich sollte mich stets vor ‘den Großen’ klein machen, mich zurückhalten und ihnen nach dem Mund sprechen. Es war lästig und ich weiß noch, dass ein großer Teil von mir damals froh gewesen war, dass mit ihm auch dieser ewige Streitpunkt begraben wurde.

1682 kam mein erster Sohn zur Welt, ein Jahr später der zweite. Leider erbte keiner von ihnen mein Talent, geschweige denn meinen Ehrgeiz. Es war ein Jammer, sie genügten zwar, doch sie überragten nichts. Wahrscheinlich konnte man nicht in jeder Generation Großes erwarten, ich empfand die beiden dennoch als persönlichen Misserfolg.
Und dieser spiegelte sich nicht nur bei meinen Nachkommen wider. 1685 arbeitete ich noch immer in diesem verhassten Gentlemen's Club. Meine Frau konnte nicht verstehen, wieso mir die Arbeit dort zuwider war, schließlich wurde ich gut bezahlt und konnte tun was ich liebte.
Aber die Arbeit dort war zu einfach, nicht fordernd, langweilig und eintönig. Ich wurde eingeschränkt in meinen Möglichkeiten, mein Talent- beschnitten(!) und auf das Mindeste reduziert. Jeder Affe hätte an meiner statt dort sitzen können! Mir war das nicht genug, ich wollte mehr als eine solide Arbeit, eine Frau und zwei Kinder. Ich wollte an das anknüpfen, was mir als Kind gegeben worden war, ich wollte Erfolg und Anerkennung und mein Talent nicht an einen Gentlemen's Club im Londoner Westend vergeuden.
Und wie das Schicksal es wollte, sollte das auch nicht das Ende sein, sondern erst der Anfang von etwas Unvorstellbarem…

Im November ‘85 begegnete ich einem adrett gekleideten Herrn, nach meiner Arbeit im Club. Wir unterhielten uns. Er sprach von Aufbau, Macht und Ansehen. Von einem Leben, das ich mir nicht nur immer schon erträumt, sondern verdient hatte. Der Preis war meine Loyalität und das Ende meines Lebens.
Ich ging schließlich auf den Handel ein. Was hatte ich schon zu verlieren? Eine Zweckehe, talentlose Kinder, die niemals in meine Fußstapfen treten würden und eine Karriere, die sich in einer Sackgasse befand. Ich konnte nur gewinnen und wenn dies bedeutete, mein altes Leben aufzugeben und nochmal ganz neu anzufangen, war das sicher kein Nachteil.
Also machte mich Alden Mowbray noch im gleichen Jahr zu einem von ihm, zu einem Wiedergänger.
Als sich dann raubtierhafte Fangzähne in mein Fleisch bohrten, entblößte sich mir eine Wahrheit, von der ich bis zuletzt nicht geglaubt hatte, dass sie existierte. Ich starb an diesem Abend und erwachte wenig später wieder durch Aldens Blut. Es war vollbracht, ich war kein Mensch mehr, sondern das, was ihr ab Mitte des 18. Jahrhunderts als Vampir kennt.
Nach meiner Wandlung erhielt ich keine Schonfrist. Alden hielt nichts von Abschottung und falscher Milde. Er führte mich unmittelbar an das heran, was wir bis heute sind.
Unter seiner Anleitung lernte ich, meine neuen Triebe zu beherrschen, aber nicht zu fürchten. Er verteufelte sie nicht, wie es viele unserer Artgenossen ihre komplette, bemitleidenswerte Existenz lang taten. Und ich sah es wie er.

Bevor ich mein altes Leben aber gänzlich hinter mir lassen konnte, galt es, alte Rechnungen zu begleichen.
Ein Jahr nach meiner Wandlung im Sommer 1686 reiste ich erneut nach Stratford-upon-Avon. Eine Tageszeitung würde wenig später von dem tragischen Tod des Barons Edmund Greville of Charlecote berichten, der bedauerlicherweise eines Nachts von der Brüstung seiner Eingangshalle gestürzt war.
Eine Londoner Tageszeitung berichtete wenig später vom Tod des Hofkapellmeisters, der unglücklicherweise nach einem Blick zu tief ins Glas in die Themse gefallen und dort von den Strömungen in die Tiefe gerissen wurde.
Mister Thomas Everly, der Besitzer des beliebten Everly Gentlemens’ Club im Londoner Westend, wurde tot in seinem Salon aufgefunden, die Ärzte haben auf Herzversagen getippt.
Ein paar Tage später wurde die Londoner Gesellschaft von weiteren tragischen Toden erschüttert. Elizabeth Harrowby und ihre beiden Söhne, die erst ein Jahr zuvor ihren geliebten Vater verloren hatten, sind Opfer eines schrecklichen Raubüberfalls geworden, so seitens Scotland Yards.
Warum ich meine Familie ermordet hatte? Ganz einfach. Ich wollte nicht, dass sie meinen guten Namen weiter trugen, im schlimmsten Fall beschmutzten mit ihrer absoluten Mittelmäßigkeit und dem Fehlen jedwedes Verlangen, die eigene Lage zu verbessern.

1687 ließ ich meinen alten Namen endgültig hinter mir. Ich war nicht länger William Harrowby, das einztige Wunderkind, das im Schatten seiner Kindheit versuchte, an alte Erfolge anzuknüpfen. Ich war jetzt Ezra Mowbray, der Vampir, Mitglied des Mowbrayclans und Teil einer vampirischen Gemeinschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die richtigen Werte unserer Art zu schützen und zu verbreiten.

So reisten wir 1751, Alden, Tristan Vaughan - ein Vertrauter - und ich, nach Amerika. Ein Kontinent, der zu Teilen noch immer dünn besiedelt war. Er bot Raum -und damit Macht. Allerdings würde es noch etliche Jahre brauchen, ehe genug Artgenossen, die unsere Sache unterstützten, hier versammelt wären.
Ich nutzte die Zeit, um zu lernen.
Bereits in England hatte ich Einblicke in die Geschäfte meines neuen Vaters erhalten. Die Wandlerzucht war eine gute Idee gewesen, die uns sicherlich auch in Amerika beim Aufbau eines zweiten Haus des Blutes gute Dienste erweisen würde. Bedauerlicherweise würde es nie dazu kommen, was wir zum damaligen Zeitpunkt natürlich noch nicht wussten.

Was für mich zuerst als keine ernstzunehmende Sache, sondern lediglich als weiterer Zeitvertreib meines Vaters wirkte, wurde schnell bitterer Ernst und meine Entrüstung über Aldens Wahl bezüglich des neuen Familienmitglieds 1752 war kaum zu verbergen. Mein menschlicher Vater hatte mir schon früh beigebracht, dass man Dreck von der Straße nicht mit nach Hause brachte. Ich konnte nicht verstehen, wie ich jemanden derart unterprivilegierten, wie Devarius fortan als meinen Bruder bezeichnen sollte. Er war ein Niemand, ein Schandfleck, ein missglücktes Experiment in meinen Augen und Aldens Sicht zu verklärt um es zu bemerken.
Devarius hing an Alden wie ein Hund, der seinen Knochen suchte, es war erbärmlich und peinlich.
Aber mir waren die Hände gebunden. Ich konnte nichts tun, außer zu ertragen und mitanzusehen, wie sich dieser Parasit in unser Leben zeckte.
Wenigstens hatte er kein Interesse an den wirtschaftlichen Aspekten unserer Familie, jedenfalls nicht an den Bestehenden -und ich somit zumindest dort meine Ruhe.

In den nächsten Jahren lernte ich mehr und mehr über die Geschäfte des Clans, kriegte selbst erste Aufgaben übertragen und geriet an Grenzen, die mir bis dahin fremd waren. Ich kannte das Gefühl nicht, in etwas nicht gut zu sein. Neben mangelnder Erfahrung, die nur die Zeit bringen konnte, fehlte es mir an Wissen. So tauschte ich Noten und Klavier gegen Zahlen und Bilanzen, als ich mir 1755 einen Mentor suchte, bei dem ich mir grundlegendes -und später tiefgreifendes Wissen in wirtschaftlichen Bereichen aneignete. Mister Jonathan Caldwell war ein Kolonialbeamter der Krone, der im New York des 18. Jahrhunderts für diverse Hafengeschäfte, Steuern und Verwaltungsaufgaben zuständig war.*
Ich hatte zuerst nicht gewusst, dass er außerdem ein Werwolf war, doch löste es viele Probleme, die mit einem menschlichen Lehrer ansonsten unausweichlich gewesen wären. Und sobald wir den Rassekonflikt beseitigt hatten (er hatte beseitigen müssen, ich konnte solche Dinge sehr gut trennen, auch damals schon), hatte ich in Caldwell einen absoluten Meister auf seinem Gebiet gefunden.
Meine Ausbildung umfasste etwa 6 Jahre, in denen ich bei ihm lernte und gleichzeitig in Teilen weiter in den Familienunternehmen mit half.
Nachdem er mich alles gelehrt hatte, trennten sich unsere Wege wieder, denn nun besaß ich das Wissen und die Erfahrung, die es mir erlaubten, meinen eigenen Ansprüchen wieder gerecht zu werden.
Ich hatte hart gearbeitet und mein Ziel erreicht. Anerkennung erfolgte in Form von mehr Verantwortung und Selbstständigkeit. Ich genoss das Vertrauen, dass Alden mir schenkte, es motivierte mich, meine Ausbildung weiter voranzutreiben, indem ich mich 1802 für einen Studiengang, der dem heutigen Jura am nächsten kommt, einschrieb.
Ich absolvierte ihn mit Bestleistung und konnte mich in den kommenden Jahren noch mehr in Aldens Geschäften integrieren.
1812 nahm Alden eine junge Hexe bei uns auf. Sie hatte für mich zuerst wenig Relevanz, bis ich merkte, dass Alden mehr mit ihr im Sinn hatte als puren Zeitvertreib. Sie blieb und wurde zu einer Konstanten, zu einem Teil unserer Familie, auch ohne ein Vampir zu sein.
Ab 1816 begann der Aufbau des New Yorker Haus des Blutes, bei welchem ich Tristan und Alden half.
Es kostete viel Zeit und Mühe, doch die Anstrengungen sollten Früchte tragen und unsere Familie durch ihren vorwiegend (aber nennenswerten) finanziellen Beitrag künftig einige Vorteile genießen.”

*Kolonialbeamte waren die Verwaltung, Steuern & Zölle, Rechtsprechung, Hafenaufsicht und Landvergabe zuständig. Sie leisteten dem Empire Bericht und waren das wichtigste Machtinstrument der Krone zur damaligen Zeit


Eine Messerspitze Gaslighting + eine Prise Stockholm…

“Alles war gut, bis auf diesen einen einzigen Dorn, der sich täglich tiefer in mein Auge bohrte. Ich war mittlerweile gut im Abwickeln und Abwägen der Geschicke unserer Familie und Alden vertraute meinen Fähigkeiten inzwischen genug, mich selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten zu lassen. Dennoch gab es einen Aspekt in seinem Leben, den ich weder ausfüllen wollte noch konnte. Dieser Hang zu sinnloser und barbarischer Gewalt lag mir nicht nur fern, er war mir zuwider. Aber er wäre dennoch nichts, über das ich mir viele Gedanken machen würde - auch wenn ich es bis heute stillos und wenig passend finde - wäre da nicht Devarius.
Diesen Taugenichts und Alden verband etwas, bei dem ich immer außen vor sein würde und das ich selbst mit größter Mühe nicht vorgeben konnte zu mögen. Ihre Gemeinsamkeiten störten mich und ich hatte (und habe) mir mehr als nur einmal gewünscht, dass Alden diese Leidenschaft endlich ablegen würde.
Es begann mich irgendwann so sehr zu stören, dass ich 1825 den Entschluss fasste, mich zu rächen. Denn schließlich hatte ich viele Wochen, Tage und Jahre damit verbracht, mich weiterzuentwickeln, mir Wissen anzueignen und zu einem wichtigen und unentbehrlichen Teil der Familie zu werden, während Devarius mit seinen minderbemittelten Fähigkeiten die gleiche Anerkennung erhielt, ohne dafür auch nur im Ansatz das zu leisten, was ich vollbracht hatte. Mir stand mehr Würdigung und Aufmerksamkeit zu, als ich sie zum damaligen Zeitpunkt erhalten hatte.
Dieser Ungerechtigkeit also zum Trotz, suchte ich gezielt nach einer geeigneten Kandidatin. Schwer zu finden war die junge Vampirin nicht, der ich zunächst im Verborgenen den Hof machte. Ich weiß heute nichtmal mehr ihren Namen - für mich war nicht wichtig gewesen wer sie war, sondern nur was sie war. Die letzte Nachkommin einer alten Vampirfamilie aus Deutschland.
Diese Familie teilte Aldens uneingeschränkte Antipathie, sie war also perfekt.
Besagte Vampirtochter war naiv, dumm und leicht zu manipulieren, es war nicht schwer, sie von einer Liebe zu überzeugen, die es von meiner Seite nie gegeben hatte. Sie verfiel mir und ich konnte alles so einfädeln, dass Alden uns eines Tages ganz zufällig zusammen sah…

Die Reaktion folgte auf dem Fuße, aber anders, als ich es mir erhofft hatte… Es gibt nicht viel in meinem Leben, das ich bereue, diesen inszenierten Vorfall, um meinen verletzten Stolz in Form eines unüberlegten Racheplans zu reparieren, allerdings schon.
Nachdem Alden die Vampirin an einen Baum gebunden von der Sonne verbrennen ließ, stieß er mir einen hölzernen Pflock durchs Herz, entfernte meine Reißzähne und warf mich in einer Kiste auf den Grund eines Sees.
Angst oder Wut waren wohl die adäquatesten Emotionen, die man bewegungsunfähig in einem mit Wasser gefüllten Gefängnis auf dem Grund eines Sees und mit vollkommener Schwärze umgeben empfinden sollte. Ich entschied mich für letzteres. Jedenfalls zu Anfang.
Ich war wütend über den Umstand, auf solch eine Weise behandelt zu werden, darüber, dass Devarius an meiner statt in diese Kiste gesperrt gehörte und darüber, dass Alden mir in den Rücken gefallen war und… dann verstand ich es.
Er musste den gleichen Verrat empfunden haben, den ich in meinem dunklen Kerker empfand. Er hatte keinen Fehler begangen, ich hatte ihm keine Wahl gelassen, ihn durch meinen Fehltritt dazu gezwungen mir eine derartige Behandlung zu Teil werden zu lassen. Ich empfand wirkliche Reue für mein unüberlegtes und übertriebenes Verhalten, jedoch nicht weil es mich in diese missliche Lage gebracht hatte, sondern weil ich willentlich und billigend in Kauf genommen hatte, das Verhältnis zwischen Alden und mir nachhaltig zu schädigen.
Ich hatte ihn enttäuscht und er hatte eine Entscheidung treffen müssen… Mir wurde bewusst, dass ich ihm dankbar sein musste, mich nicht auf der Stelle getötet zu haben.
Aber er hatte mir eine zweite Chance gegeben, was in meinen Augen sowohl seine Weitsicht als auch Überlegenheit widerspiegelt. Und vielleicht hatte er gewusst, dass die unterschwellige Schuld, die ich seither auf meinen Schultern trage, eine größere Strafe als der schnelle Tod war. In jedem Fall zweifle ich nicht an seiner Entscheidung - wie könnte ich auch, wenn sie mir doch das Leben gerettet hatte(?) - und rückwirkend fühle ich sogar einen Funken Dankbarkeit für diese Erfahrung. Weil sie mir geholfen hat, klarer zu sehen.
Nicht nur, dass ich verstanden habe, dass meine Lage das Produkt meines eigenen Fehlers war - aber keinesfalls Aldens - sondern ich gleichzeitig verstanden habe, wo das eigentliche Problem liegt. Beziehungsweise, wer das eigentliche Problem ist: Devarius.
Er war der Auslöser einer Reihe von Verkettungen, die mit mir in einer Holzkiste auf dem Grund eines Sees, mit einem Pflock durchs Herz und ohne Reißzähne geendet hatte. Devarius war derjenige, der all die negativen Emotionen ernten sollte, die ich nicht nur während meiner Gefangenschaft, sondern lange zuvor empfunden hatte. Er war der Störfaktor, den es zu beseitigen galt. Ich musste nur auf eine günstige Gelegenheit warten…

Fünf Jahre nach Beginn meiner Strafe wurde ich befreit. Ich sehe davon ab,den Zustand, in welchem ich mich beim Öffnen meines hölzernen Gefängnisses befunden hatte, näher zu umschreiben. Es war kein schöner Anblick und ab einem gewissen Punkt sicherlich nicht ungefährlich, sich in der Nähe eines seit 5 Jahren hungernden Vampires aufzuhalten.
In diesem Moment hatte ich so nicht gefühlt, doch später empfand ich es als entwürdigend, wie ich mehr Tier denn logisch denkendes Wesen gewesen war und mich auf alles stürzte, was Blut und damit die Befriedigung meines größten Triebes versprach.
Das Nachwachsen meiner Zähne setzte in etwa zeitgleich mit der Wiederkehr meines Verstandes ein und schuf eine Situation unaussprechlicher Schmerzen, die mir bis heute in Erinnerung geblieben ist. Mich auf Bett und Boden vor Schmerzen zu krümmen, haben meine Wut und Zorn gegen Devarius weiter befeuert, nachhaltig genug , dass nur ein kurzer Gedanke daran zurück genügt, mein Verlangen nach Rache ins Unermessliche zu treiben.

Während des Prozesses, in welchem sich mein Körper und Geist neu zusammengesetzt hatten, war Alden viel an meiner Seite gewesen. Ich erinnere mich an den innerlichen Zwiespalt, zwischen der Dankbarkeit das alles nicht allein durchstehen zu müssen und dem Offenbaren einer Seite von mir, die mein Stolz unter normalen Umständen nie zugelassen hätte. Sogar heute noch war es mir unangenehm, dass Alden diese verletzliche und instabile Seite an mir gesehen hatte. Gleichzeitig jedoch war daraus eine Nähe und Verbundenheit entstanden, die es vorher so nicht gegeben hatte.
So blieb die Angelegenheit unter uns. Devarius kennt bis heute nicht den wahren Grund meiner 5 jährigen Abwesenheit -und mir gefällt die Tatsache, dass Alden und ich etwas teilen, das meinen so genannten Bruder beabsichtigt ausschließt.
Am Ende von allem stand ein Gespräch, eine Aufarbeitung der Geschehnisse, bei welchem ich meine Fehler einräumte und die Warnung, die Alden mir aussprach, natürlich ernst nahm. Einmal hatte er mein Leben verschonen können, ein zweites Mal würde er sich nicht schützend vor mich stellen können, wenn ich erneut einen derart schlimmen Fehler beging.

Ansonsten hatte sich in den Jahren meiner Abwesenheit kaum etwas verändert. Die Geschäfte liefen gut, das Haus des Blutes wuchs und entwickelte sich in eine wünschenswerte Richtung und Devarius buhlte weiterhin um die Aufmerksamkeit unseres Vaters, welcher sich noch immer seine Wandler-Spielzeuge hielt. Eines von ihnen schien ihm dabei besonders wertvoll, ein Vogelwandler, der letztlich einen festen Platz an Aldens Seite erhalten hatte -und das bis heute.”


Ein Kind und ein Wolf

“Einige Jahrzehnte später, 1883 nämlich, machte Alden erneut einen Menschen zu einem von uns. Aurelians Anwesenheit war …überraschenderweise angenehm. Er stört mich nicht und ich komme bis heute gut mit ihm aus, auch wenn ich mich frage, ob Alden ihn nur gewandelt hat, um zwischen Devarius und mir einen Vermittler zu haben? Denn das konnte er recht gut, wenngleich die Abneigung, die zwischen Devarius und mir vorherrscht, nicht mit ein paar netten Worten überbrückt werden kann.

Während es in den letzten Jahrzehnten ruhiger geworden war, jeder seinen Platz in Familie und Haus gefunden und eingenommen hatte, begann ich, ähnlich wie Alden mit seinem Fightclub, den er um die Jahrtausendwende ins Leben gerufen hatte, eigenen Interessen nachzugehen.
So besuchte ich ab 1905 regelmäßig Auktionen, ersteigerte wertvolle und mitunter seltene Musikinstrumente - in erster Linie jene, auf denen ich selbst spielen konnte - die ich in einem eigens dafür in der Villa angefertigten Raum aufbewahrte. Ich begann wieder zu spielen und mich der Musik zu widmen. Erneut wurde ich vom Meister zum Schüler, als ich 1906die ersten Klavierstunden nahm. Das letzte Mal gespielt und komponiert hatte ich noch auf dem Cembalo, einem Instrument, das dem heutigen Klavier zwar sehr ähnlich ist, in seiner Bandbreite und Komplexität an Klängen und Möglichkeiten, aber weit unterlegen war. Ich brauchte nur ein paar wenige Stunden, um mich an den neuen Umgang zu gewöhnen, ehe ich noch im gleichen Jahr wieder zu komponieren begann.
Doch die Welt der Musik hatte sich in den letzten 200 Jahren grundlegend verändert. Die Instrumente waren lauter, die Regeln flexibler, nicht mehr nur die Präzision, mit der man spielte, sondern emotionale Aspekte waren plötzlich von Belang. Es war…interessant und frustrierend zu gleichen Teilen. Ich besuchte Konzerte und beobachtete, analysierte und verfeinerte meine Technik. Ich gewöhnte mich nicht an die neue Musik, ich passte mich ihr systematisch an.
So spielte ich schließlich wieder öffentlich, in Konzertsälen, Salons und -ja, auch Gentlemen’s Clubs. Aber der große Erfolg blieb aus.
Frustration und das nagende Gefühl nicht genug zu sein, ließen mich zu dem zurückkehren, was mir die letzten hundert Jahre Erfolg gebracht hatte.
1910 ließ ich das Klavier abermals hinter mir und schrieb mich an der Columbia ein. Sie bot einige Abendveranstaltungen, außerdem Lehrkräfte, die, wenn der Preis stimmte, private Lehrstunden gaben.
In den nächsten Jahre frischte ich so mein Wissen in Wirtschaft, Mathematik und dem Rechtswesen auf und konzentrierte mich wieder auf die Geschäfte unserer Familie.

Erneut konnte ich mich und meine Fähigkeiten unter Beweis stellen, als mir ab 1931 zuerst in Teilen und einige Jahrzehnte später dann ein Großteil der verwalterischen Tätigkeit unserer Geschäfte in New York City übertragen wurde, während es den Rest meines Clans an die Westküste zog, wo ein neues Haus des Blutes etabliert werden sollte.
Ich hatte nicht erwartet, dass die Abwesenheit meiner Familie eine Wirkung auf mich haben würde. Sie tat es aber. Ich war gewohnt, sie um mich zu haben, ihr Fehlen schuf eine Leere, die ich füllen musste.
Ich brachte mich also mehr im New Yorker Haus des Blutes ein, das Schicksal wollte es, dass mir 1982 die Aufgabe zuTeil wurde, die Verantwortung für einen verwaisten Jungvampir zu übernehmen, dessen Erschafferin den endgültigen Tod gefunden hatte.
Seine Ausbildung forderte mich und was zuerst nur als Ablenkung meiner eigenen (meiner Meinung nach) übersteigerten Emotionalität diente, wurde schnell zu einer Aufgabe, an der ich Gefallen fand. Vielleicht war es unausweichlich, aber zwischen uns entstand eine Nähe, die ich nicht beabsichtigt hatte.

Dreißig Jahre waren eine lange Zeit. Ich gewöhnte mich an den Umstand, der einzige Mowbray an der Ostküste zu sein, und entdeckte, dass es nicht ausschließlich Nachteile hatte. Ein Teil von mir spürte eine unerwartete Freiheit und je mehr Jahre verstrichen, desto leichter fühlte sich mein Leben an.
Als mich im Juni 2011 die Nachricht erreichte, dass meine Dienste von nun an in Dawnskap Bay erforderlich seien, folgte ich ohne zu zögern. Denn wenn Alden meine Hilfe forderte, stand meine Antwort außer Frage.
Mein Zögling blieb unterdes in New York, da er im dort ansässigen Haus des Blutes bereits seinen Platz gefunden -und Aufgaben übernommen hatte.
Vermutlich war es besser so, denn auch wenn mir die Trennung nicht ganz leicht gefallen war, hielten die Folgen des Erdbebens, welches vor meiner Ankunft über die Stadt hereingebrochen war, einiges an Arbeit bereit.
Nicht zuletzt wegen des Verlustes unseres jüngsten Familienmitglieds, nur wenige Wochen zuvor, wollte ich unserem Vater den Rücken freihalten. Ich hatte Rowan kaum gekannt, die wenigen Aufeinandertreffen hatten nicht ausgereicht eine Beziehung zu entwickeln, durch meinen eigenen Zögling verstand ich aber, was in Alden vorging. Und ich verstand seine Forderung, mir einen Leibwächter an die Seite zu stellen…
Ich hatte nie ein großes Geheimnis um meine Abneigung gegen rohe, blutige Kämpfe gemacht. Der Fight Club? Ein Ort, an dem Denken durch Durchhaltevermögen ersetzt wird  - Devarius passt dort ganz ausgezeichnet hin, aber ich doch nicht.
Dennoch ließ ich mich auf einen Besuch dahin ein und fand einen geeigneten Kandidaten für den Posten meines Bodyguards. Einen Werwolf, der ein paar Eigenschaften besaß, die mir aufgefallen waren.
Auch auf anderen Gebieten war mein neuer Leibwächter zu gebrauchen, er erwies sich als nützlich und so lernte ich seinen Instinkten zu vertrauen. Ich begann ihn zu respektieren -und zwar nicht aus Höflichkeit, sondern auf ehrlicher Augenhöhe. Er hat einen angenehmen Charakter, wenn auch mitunter zu rau und unflätig für meinen Geschmack.

Im Letzten Jahr unterstützte ich also Alden und den Clan so gut ich konnte, bot meine Dienste für das hiesige Haus des Blutes an und übernahm, wie bereits in New York, die Aufgabe der Ausbildung junger Vampire, deren Erschaffer nicht mehr dazu in der Lage waren.
Außerdem erbaute ich einen Club, vornehmlich für Vampire unseres Hauses oder solche, die eine ähnliche Gesinnung hatten. Ein Treffpunkt für Gleichgesinnte mit einem besonderen Extra - Wandlerblut.*

Nachdem es ruhiger geworden war, hatte ich beschlossen, eine alte Leidenschaft wieder aufzunehmen. Auch wenn sie mir über die letzten Jahrhunderte kaum Glück gebracht hatte, war ich nicht im Stande die Musik gänzlich hinter mir zu lassen.
Meine Sammlung aus seltenen und wertvollen Instrumenten, die sich bisher noch immer in unserer New Yorker Residenz befunden hatte, ließ ich im Frühjahr 2012 nach Dawnskap Bay schaffen. Alden schien es bereits geahnt zu haben, ein extra für diese Zwecke erbauter Raum war schon vorhanden und wartete nur darauf, von meinen Stradivaris und Steinways gefüllt zu werden.

Der mit dem Tod des alten Oberhauptes des Haus des Blutes einhergehende Machtwechsel machte Alden zum Vikar und Tristan Vaughan, der bereits seit Jahrhunderten als Freund unserer Familie zählt, zum neuen Anführer. Es war Segen und Fluch zugleich in der Hierarchie noch weiter aufgestiegen zu sein. Eine Ehre ja, aber im Rampenlicht ließ sich deutlich schlechter im Verborgenen organisieren, planen und spinnen, als wenn man sich unter dem Radar bewegte. Außerdem stieg die Gefahr für das eigene Leben mit jeder Sprosse, die man die Leiter hinauf stieg, ganz besonders wenn man zum Haus des Blutes gehörte …
Aldens neue Aufgaben in seiner Position als Vikar bedeutete für uns alle umzudenken, neu zu strukturieren und alte Gewohnheiten hinter uns zu lassen
Einen großen Teil seiner früheren Aufgaben übergab er an mich. Es machte mich stolz und war Genugtuung, dass er in mir offensichtlich den kompetenteren und verlässlicheren Sohn sah… Schließlich war ich das auch und sein Vertrauen in mich nur der gerechte Lohn für all die Mühen.

*Mehr dazu dann im entsprechenden Thread im Forum 


And at the end?


Just a few more things.



Spielername


Kürblie

Avatarperson


Jamie Bower Campbell

Zweitcharakter(e)


Louie Pierce, Jurij Ilijn

Gesuch?/Erwähnte Charaktere



Erwähnte Charaktere:Alden Mowbray, Tristan Vaughan
Gesuch: so halb von Alden Mowbray