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Der Graf
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» [Vampire] Vater werden ist nicht schwer...
Blutkinder gesucht
» [Vampire] There will be blood.
Mitglieder für das Haus des Blutes gesucht
Langsame Schritte näherten sich dem Flügel. Das Geräusch von Lederschuhen mit leichten Absätzen, die auf Fliesen traten, halte leicht im großen Wohnraum von den Wänden wieder. Der wissende menschliche Gast des Vampirs saß auf einem schwarzen stilvollen Stuhl. Sie war nicht minder stilvoll und seriös gekleidet, denn sie war „geschäftlich“ hier. Die Reporterin ließ sich ihre Neugierde und Aufregung nach außen nicht anmerken, aber die Sinne eines Vampirs waren schärfer und wer wäre dieser Mann, würde er hübsche Frauen nicht befriedigen wollen und war es nur in ihrer Neugierde.
Am Flügel angekommen stimmte der Mann, den Blick nicht vom Menschen nehmend, eine ihr unbekannte Melodie an, seicht und als Untermalung passend, nicht aufdringlich oder penetrant. Die Melodien würden sich im Laufe des Interviews ändern. Der Mann liebte es zu manipulieren, aber dies war nicht immer zum Nachteil seiner „Opfer“, so dass die Melodien nur das unterstützten was er aussagen wollte und mit Hilfe der Musik in diesem Fall die Gefühle seines Gegenübers leicht beeinflussten.
Das leise Geräusch des Aufnahmegerätes wurde somit übertönt. Die Journalistin begann ihre Fragen und Luft holend berichtete der Vampir dann im Folgenden von seinem Unleben, soweit er sich erinnern konnte und gewillt war preis zu geben. Denn einige Dinge waren von ihm dazu verdammt worden auf ewig Geheimnis zu bleiben, auch über seinen eigenen zweiten Tod hinaus.
Am Flügel angekommen stimmte der Mann, den Blick nicht vom Menschen nehmend, eine ihr unbekannte Melodie an, seicht und als Untermalung passend, nicht aufdringlich oder penetrant. Die Melodien würden sich im Laufe des Interviews ändern. Der Mann liebte es zu manipulieren, aber dies war nicht immer zum Nachteil seiner „Opfer“, so dass die Melodien nur das unterstützten was er aussagen wollte und mit Hilfe der Musik in diesem Fall die Gefühle seines Gegenübers leicht beeinflussten.
Das leise Geräusch des Aufnahmegerätes wurde somit übertönt. Die Journalistin begann ihre Fragen und Luft holend berichtete der Vampir dann im Folgenden von seinem Unleben, soweit er sich erinnern konnte und gewillt war preis zu geben. Denn einige Dinge waren von ihm dazu verdammt worden auf ewig Geheimnis zu bleiben, auch über seinen eigenen zweiten Tod hinaus.
Who am I?
These are my roots.
Name & Spitzname
“Lassen Sie mich etwas weiter ausholen. Der Name, den ich heute als meinen wirklichen nenne ist Tristan Vaughan. Ich mag keine Spitznamen oder Abkürzungen, also belassen Sie es einfach beim Namen an sich, egal welchen ich Ihnen geben möge. Ich wähle als meine Alias immer mir bekannte historische Uhrmacher, deren Namen allerdings normal genug sind, dass kein roter Faden erkennbar sein dürfte für das Gros der Menschheit. Selbst jemand wie ich hat Ticks und dies ist nur einer davon.
Etwas länger dachte Tristan nach und versuchte sich zu erinnern wie er damals hieß, bevor sich alles änderte. „Wenn mich meine Erinnerung allerdings nicht trügt, ist mein wahrer Name Drystan ap Llywelyn. Vielleicht hatte ich einst einen Mittelnamen, aber ich entsinne mich nicht mehr. Die Tradition der Zweit- oder Mehrnamen wurde vom Mittelalter übernommen, als man noch an die Magie von wahren Namen glaubte. Ich glaube an Magie oder vielmehr weiß ich, dass sie existiert, aber ich glaube nicht an diese Art. Meinen wahren Namen zu kennen birgt viel eher Macht, als Magie, denn Wissen ist Macht.
Drystan wurde verenglischt im Zuge des Union Acts …“ Hier wurden seine Augen kurz kühler, als noch zuvor. Das Wegnehmen walisischer Wurzeln mitsamt Name, Sprache, Rechten und Geschichte durch die Engländer hatte bereits damals einen Hass aufkeimen lassen, der bis dato immer noch nicht abgeklungen war.“... als jeder Waliser auch einen „richtigen“ Nachnamen benötigte und nicht zum Beispiel einfach nur ein Patronym. Der Einfachheit halber wurde der Vorname meines Vaters zu unser aller Nachnamen und er benutzte seinen Zweitnamen als Vornamen. Soweit ich mich erinnere …
Ich legte diesen allerdings ab, als ich zum Vampir gewandelt geworden war und nannte mich fortan Vaughan, was man im übertragenen Sinne als „Junior“ übersetzen könnte.“ Die Augen des Vampirs sprachen zwei Sprachen. Einerseits mochte er es nicht in den alten Zeiten seines Menschseins zu schwelgen, andererseits war er nostalgisch und sogar von sich selbst erstaunt, dass er sich tatsächlich noch an den Namen seines Vaters erinnerte.
Alter & Geburtstag
Tristan erinnerte sich allerdings nicht mehr an sein genaues Alter und Geburtsdatum, weil es mit den Jahrzehnten zu unwichtig geworden war. Der genaue Tag war der 30. April 1519 des gregorianischen Kalenders (auch wenn zum Geburtszeitpunkt der julianische Kalender herrschte), womit er derzeit 492 Jahre alt war. Gewandelt wurde er im Frühling 1555, blieb also beim Aussehen von 36 Jahren stecken.
„Ich schätze mich auf gute 450 Jahre, der Rest ist irrelevant im Detail.
Derzeit steht in meinen gefälschten Papieren der Name Nathaniel Barrow und ein Alter von 34 Jahren. Als Geburtsort suchte ich mir London aus, weil ich in bad ol‘ England einige Jahre verweilen wollte und habe, bevor es mich hier her verschlug. In einigen Jahren erst wäre ein neuer Pass fällig, dies wird also derzeit keiner Änderung bedürfen.“
Herkunft
„Geboren und aufgewachsen bin ich in der Nähe des heutigen Maesteg im Llynfi Tal in Wales, damals gehörte es zu Glamorgan, genauer zum Tir Iarll. Aber dies alles sagt Ihnen vermutlich nichts.“ Es war Tristan anzusehen, dass er sehr gerne über Wales als seine Heimat gesprochen hätte, über die Unterschiede und was geblieben war, aber er hatte keine Historikerin mit diesem Wissensschwerpunkt vor sich, sondern eine neugierige Reporterin, die auf seinen Kommentar hin nur entschuldigend lächelte. Es war aber immerhin ein sehr schönes Lächeln.
Bildung
„Das Landleben dem Ende des Mittelalters nahe in einem nicht englischsprachigen Land war nicht geprägt von Latein- und Griechischunterricht. Ich war bereits ein erwachsener Mann als ich überhaupt englisch lernte. Meine Schule war das Leben und ich wurde zu Hause unterrichtet in Rechnen, Schreiben, Lesen, und so weiter und so fort. Dies war mir bereits als Jüngling aber schon nicht genug, so dass ich als Vampir endlich vieles nachholte wonach es mich gedürstet hatte an Wissen und Bildung. Ich besuchte Universitäten und Hochschulen in ganz Europa, absolvierte allerdings keine davon, denn darum ging es mir nicht. Alleine schon es zu schaffen nicht zu stark aufzufallen als Vampir unter Menschen war eine nette Herausforderung, die ich sehr gerne annahm. Europa hat zur kalten Jahreszeit so einige Orte zu bieten, bei denen die Sonne kaum mehr aufgeht. Aber da ich somit zu allen anderen Zeiten den Besuch der Schulen nur beschwerlich meistern konnte, musste ich mich mit solchen Abendkursen zufrieden geben. Wissen anhäufen war mein Ziel und ich hatte Geduld es zu erreichen. Auch heute ist es noch sehr breit gefächert, aber geht in nur einigen Themengebieten in die Tiefe. Auch ein Vampirgedächtnis vergisst Gelerntes, wenn es nicht angewendet wird.“
Beruf
“Ich bin Uhrmacher. Nicht so ein überraschtes Gesicht, eigentlich passt diese Profession recht gut zu mir. Anders als der Großteil der heutigen Uhrmacher bin ich unabhängig tätig, ohne Bindung an bestimmte Hersteller und damit eine aussterbende Rasse, im übertragenen Sinne. Alleine schon durch meine jahrhundertelange Erfahrung, bin ich spezialisiert auf altertümliche Uhren und Uhrwerke, aber mein Steckenpferd bleiben die Taschenuhren. Ich bin ein Hans Dampf in allen Gassen wie man so sagt, aber meist ruft man mich nur zur Reparatur anstatt für die Herstellung. Die Uhren, die ich veräußere kann sich nicht jeder leisten, dieses Handwerk hat eben seinen Preis.
Meinen gewissen Bedarf an Luxus deckt das alleinige Einkommen durch den Verkauf von Uhren allerdings nur zu einem Teil. Den Rest müssen Investitionen einbringen, bevorzugt Immobilien. Aber dies läuft nebenbei und wird von mir manipulierten Menschen abgewickelt, da ich keine Zeit und auch keine Muße habe mich damit zu befassen.
Ferner habe ich mir eine Aufgabe für das Haus des Blutes gesetzt, welches nicht selten mehr Zeit in Anspruch nimmt als mein eigentlicher Beruf. Es ist eigentlich mehr als nur eine Aufgabe, es ist meine Mission. Mein Ziel für das Haus ist groß und ich habe die Geduld es zu erreichen, aber die Zeit wird immer reifer und das Schachbrett bekommt immer mehr Figuren.“
Familienstand
“Alleinstehend und weder suche ich einen Partner, noch würde ich es lange mit einer oder mehreren Personen aushalten. Selbst meine Geschaffenen würde ich nicht ständig um mich haben wollen. Alleine lebt es sich am besten …auf Dauer.“
Familie
„Meine Blutsverwandtschaft lebt schon sehr lange nicht mehr. Ich wüsste nicht wozu ich über jemanden Auskünfte erteilen sollte, den ich längst vergessen habe.“
Vergessen wäre eigentlich nicht ganz richtig hier, denn er hatte seine Familie verdrängt. Tristan mochte es nicht zu vergessen, aber die Erinnerungen an Tote aufrecht zu erhalten, brachte den Untoten in ihrem langen Leben nur einen Anker ein. So war jedenfalls seine Meinung.
Seine Familie bestand allersamt aus normalen Menschen, durch und durch, ohne Ahnung davon was es noch in der Welt gab, als das was sie bereits kannten. Schon sehr lange wusste er nicht mehr wie sein Vater, Mutter und kleine Schwester ausgesehen hatten, oder wie ihre Stimmen klangen, wusste nicht mehr ob er Tanten und Onkel gehabt hatte, Vetter oder sogar Großeltern. Zu seiner anfänglichen Zeit als Vampir war die Liebe zu ihnen noch stark gewesen, aber diese Liebe musste sterben damit er voranschreiten konnte.
Damals war das Verhältnis zu seinem Vater Mostyn (1498-1555) weniger liebevoll als zu den Frauen in der Familie gewesen. Sein Vater war zufrieden mit dem kleinen bescheidenen Leben, das mehr für Lordschaften geführt wurde, als für ihn selbst. Tristan hatte schon damals größeres im Sinn mit seinem Leben, als die Arbeit seines Vaters weiterzuführen. Erstgeborener Sohn hieß große Verantwortung, aber Tristan wollte mehr.
Seine Mutter Gwenllian (1499-1555) liebte er innig. Sie war seine Lehrerin wenn es ums Rechnen, Lesen und Schreiben ging. Mit ihr zu Beten ließ er sich selbst im herangewachsenen Alter nicht nehmen. Sie war bei Streitereien immer der Schlichter zwischen ihm und seinem Vater gewesen und sie war der Grund, der ihn zu Hause gehalten hatte, anstatt seinen Wünschen nach Größerem nachzugehen.
Sie und Blodeuyn, (1543-1555) seine kleine Schwester. Es war für seine Eltern ein Wunder gewesen, dass sie doch noch ein weiteres Kind bekommen hatten, denn an Versuchen hatte es nie gemangelt. Auch wenn Tristan sie so manches Mal als Klotz am Bein bezeichnete und sichtlich genervt war, wenn er als Aufpasser oder Lehrer abgestellt wurde, so liebte er sie nicht weniger innig wie seine Mutter. Er beschützte sie, wie es sich für einen großen Bruder gehörte und konnte es nicht ertragen sie weinen zu sehen. Sie war diejenige, die ihm nach seiner Vampirwerdung noch am längsten in Erinnerung geblieben war.
Und dann war da ja noch seine Erschafferin Channary. Als Familie hätte er sie nie bezeichnet, genauso wenig wie Mutter oder Partnerin. Aber sie nahm nunmal einen wichtigen Teil seines Lebens ein. Sie hatte ihm ein neues Leben gegeben, ihn genährt, geleitet und auch beschützt. Sie liebte ihn, auf eine nicht gesunde Art selbst heute noch. Gesund war es aber generell nicht was sie war, weder für sich noch für andere. Man konnte es Schizophrenie nennen, woran sie litt, aber da war auch durchaus noch mehr was in ihrem Kopf nicht stimmte, als nur das. Er liebte sie nie, zeitweise hatte Tristan sie gehasst, aber auch wenn er es nicht zugeben oder gar wahrhaben mag, er fühlt sich immer noch zu ihr verbunden und möchte sie nicht auf lange Sicht missen. Perfide Faszination, Gefühle die er nicht näher auslotet und eben diese alte Verbundenheit, dass sie es war, die erst ermöglicht hatte, dass er werden konnte, was er heute war.
Risk a glance?
There is more you can see.
Aussehen
Größe: 185 cm, zu seiner Jugendzeit war er ziemlich groß, heute hat er Normalgröße
Haarfarbe: braun
Augenfarbe: dunkelbraun
Statur: schlank und eher muskulös
Kleidungsstil: „So wie Sie mich gerade sehen, kleide ich mich am liebsten. Stilvoller und der aktuellen Mode entsprechender Anzug, allerdings nie aus Synthetikstoffen. Sollte ich sicher sein, mich nicht in der Öffentlichkeit aufzuhalten, trage ich durchaus auch legere Kleidung. Und wenn ich weiß, dass ich mich in Situationen begeben würde können, bei denen Drecksarbeiten anstehen, dann werden keine Designeranzüge dafür geopfert, sondern taktische Kleidung. Aber Blut sieht auf jedem Kleidungsstück gut aus.“
Charakterliche Eigenschaften
Persönlichkeit:
angepasst // arrogant // charmant // diabolisch // diplomatisch // elitär // eloquent // ehrlich, wenn die Wahrheit mehr Schaden anrichtet als Lügen// facettenreich // führungsfähig // geduldig // gefährlich // höflichkeitsliebend // leicht paranoid // loyal // manipulativ // misstrauisch // musikalisch // nachtragend // respektvoll // sadistisch // selbstgefällig // skrupellos // soziopathisch // stilbewusst // strategisch // undurchsichtig // verschlossen // weitsichtig // zielstrebig // gefühlt viel zu oft von Idioten umgeben
Über sich selbst reden mochte Tristan, er mochte den Klang seiner eigenen Stimme und es kam nicht so oft vor, wie er es gerne hätte, dass er ohne Zurückhaltung sein Lieblingsthema ausführlich ansprechen konnte, nämlich sich selbst. Er wusste, dass dieses Interview nur ihm selbst als Ganzes in Erinnerung bleiben würde, also ließ er fast nichts aus. Was er nicht erwähnte, waren die Dinge, die er nicht an die Oberfläche holen wollte oder für die er sich schlichtweg schämte. Seine eigenen Verfehlungen, die nicht seinen selbstgesteckten Rahmen sprengten, wurden aber ebenfalls angesprochen.
Stärken & Schwächen:
+ „Geduld
+ Weitsicht
+ Initiativen ergreifen, denn einer muss es ja tun
+ sehr verlässlich, wenn ich einmal mein Versprechen gab; deswegen bin ich damit auch so vorsichtig
+ Politik/Diplomatie
- ich vergebe Verfehlungen, die mir angetan wurden selten bis gar nicht und kann leider somit noch sehr lange nachtragend sein, anstatt voranzuschreiten mit weniger Ballast auf dem Gemüt
- Rachlust, die Plänen im Weg stehen kann
- Arroganz, wie überraschend
- eine gewisse Paranoia, was mögliches manipuliert werden anbelangt
- nicht auf ewig loskommen können von meiner Erschafferin, aber auch nicht lange mit ihr leben können. Eigentlich hasse ich sie, aber die Welt von ihr zu erlösen und sie von ihr schaffe ich nicht, selbst wenn sie mich bittet.“
Vorlieben & Abneigungen:
+ „erfolgreiche Akquirierung von konvenablen Vampiren fürs Haus des Blutes
+ die schönen Künste (Musik, Gesang, Malerei, Kunsthandwerk, ...)
+ Klavier spielen können auf einem richtig gestimmten Konzertflügel mit würdigem Publikum, so wie jetzt
+ Macht, solange man sie nicht über mich hat
+ das tosende stürmische Meer
- beobachtet werden
- Blut von Kranken, Fetten, Ungesunden, Rauchern, etc.
- Respektlosigkeit
- Inkompetenz
- wenn man zu viel über mich weiß Der Seitenblick auf seinen Gast war kryptisch, aber da sie wissend war und nicht auf den Kopf gefallen, konnte sie sich denken, worauf er damit abzielte. Ihr Unbehagen versuchte sie allerdings zu verstecken.
+ - meine Erschafferin“ Diesem Punkt sinnte Tristan noch eine Weile nach, bis die nächste Frage angegangen wurde. Channary, wie er sie nannte, war weiterhin jemand mit besonderem Stellenwert in seinem Leben, sowohl positiv wie auch negativ. Sie war eine der wenigen, die vermochte mehr Gefühle in ihm wach zu rufen, als er eigentlich gewillt war zuzulassen.
Besonderheiten:
„Dass ich immer eine Taschenuhr bei mir trage dürfte bei meiner Profession wohl keine große Überraschung sein. Genau, wie ich immer auf die Uhren anderer Leute achte. An ihnen kann man mehr über den Charakter einer Person erörtern, als es dem Träger oft bewusst ist.
Ich bin ein Vampir, der es liebt einer zu sein und es gar nicht erwarten kann die nächste Stufe zu erreichen. Auch wenn der Weg zum Methusalem noch ein weiter ist, so arbeite ich daran ihn stetig zu verkürzen. Ich denke, es gibt nicht viele Vampire, die so bewusst leben. Die Nachteile, die größere Macht mit sich bringt werden von mir äußerst gerne in Kauf genommen.
Meine gewisse Paranoia Manipulationen gegenüber steuere ich mit dem Tragen von Handschuhen und langer Kleidung entgegen, wenn ich andere Vampire treffe bei denen ich mir nicht sicher bin, wie alt sie sind, genau wie ich längeren Augenkontakt vermeide. Paranoia und mangelndes Vertrauen in fast alle anderen älteren Vampire sind da leider prägender in meinem Unleben als mir lieb ist.“
Pyrophobie ist etwas, das Tristan nicht gerne zugibt zu haben. Seitdem er fast durch Feuer umgekommen war, scheut er dieses. Eine brennende Kerze ist noch kein Grund zur Panik, wird aber kritisch beäugt. Größere Flammen werden aktiv von ihm gemieden. Da ist es nur sehr nützlich, dass Vampire kein Feuer brauchen, um warm gehalten zu werden und auch kein Licht, um in der Dunkelheit sehen zu können.
Gesinnung
“Dass ich nicht nur Antagonist, sondern schlichtweg der Böse bin, dessen bin ich mir bewusst. Ich weiß wie ich objektiv wirke und ich mache mir keine Illusionen, denn ich weiß, dass die Guten dieser Welt mich lieber vernichtet sähen. Aber ich habe eigene Regeln nach denen ich agiere, ich weiß noch was Respekt und Ehre bedeuten und ich weiß, dass ich nur eine Figur auf dem Schachbrett bin, auch wenn ich nur zu gerne selbst spiele. Rechtschaffend böse trifft meine Gesinnung somit recht gut.“
Vampire
„Die Herrenrasse. Selbst wenn wir nicht die ersten Humanoiden auf diesem Planeten gewesen sein sollten, so gehören wir doch an die Spitze. Dem Haus der Schatten bin ich nicht offen feindselig gegenüber eingestellt, aber ihre Einstellungen, vor allen Dingen dem Menschen gegenüber, halte ich für hinderlich in unserer Entwicklung als Rasse. Wer die eigene wahre Natur lieber verbirgt und sich den Regeln anderer Rassen nicht nur billigend sondern ohne Hinterfragen beugt, der hat Subordination verdient und dies wird mit ihnen auch geschehen, sollten sie nicht die Augen öffnen.“
Werwölfe
„Wenn die Menschheit von uns Übernatürlichen erfährt, bin ich mir ziemlich sicher die Flohbälle werden schuld sein. So wenig Kontrolle, so wenig Vorsicht, sie sind fast wie Irati. Die Welt wäre ohne sie besser dran. Sie zu manipulieren und als Kanonenfutter zu nutzen ist allerdings noch ein Nutzen, der nicht aus den Augen verliert werden dürfte.“
Wandler
Lecker. Nicht mehr so lecker wie noch als Iuvenal, aber weiterhin schmackhaft. Ich kann sehr gut verstehen und nachvollziehen warum einige Vampire sich der Zucht und Haltung dieser Wesen gewidmet hatten oder haben, aber für mich selbst war dies nie eine Option. Nicht weil ich Wandler hoch ansehe, sondern einfach nur weil ich mich nicht um ihr Wohlergehen kümmern möchte und mich auch nicht darum kümmern möchte fähige Leute dafür abzustellen. Sie müssten ständig erreichbar sein zum Nähren und ich mag die Jagd viel zu gerne, als dass ich auf kettenrasselndes Viech im Keller zurückgreifen möchte.
Sie sind gefährlicher, wenn sie sich in Rudeln zusammenraufen, nur nicht politisch gesehen. Aber dies ist das Gute, Politik interessiert diese Rasse weniger als die Vampire sich darum scheren. Wandler sind keine Gegner, die wir fürchten müssten. Jedenfalls solange sich nicht alle Tiermenschen zusammenraufen, aber solange dies Hunde und Katzen nicht tun, ist die Gefahr wohl nicht eminent.“
Menschen
„Waren mal leckerer. Leider steigt ihre Zahl stetig und auch wenn das heißt, dass Nahrungsquellen wohl nie versiegen werden, bedeutet dies eine Gefahr, zusammen mit ihrer zu schnell entwickelnden Technologie. Wenn wir als Vampire entdeckt werden, bevor wir bereit sind einen etwaig ausbrechenden Krieg zu bestreiten und zu gewinnen, könnte dies mehr als nur fatal für uns sein. In diesem Punkt haben die Nachtschattengewächse vom anderen Haus leider Recht, wir dürfen noch nicht entdeckt werden.
Den Krieg bereite ich schon seit längerem vor und unseren Sieg, denn Menschen sind einfach dafür geschaffen beherrscht zu werden. Besonders die Jäger, diese ach so mutigen miesepetrigen Helden der Menschheit. Ich liebe es sie zu wandeln, einfach nur der Spaßes wegen, um zusehen zu können wir ihre eigenen Leute sie schlachten oder um endlich ein würdigeren Kampfesgegner zu haben. Natürlich überlebten diese gewandelten Jäger dies nie, entweder sie begingen Suizid, wurden von ihren eigenen Leuten oder letztendlich von mir vernichtet.“
Hexen
„Bewusst hatte ich mit ihnen bisher keine erwähnenswerten negativen Begegnungen. Egal sind sie mir deswegen nicht, aber ich sehe bisher auch keinen nötigen Grund zu irgendwelcher Besorgnis, dass gegen sie vorgegangen werden müsste. Dass ich mit Feuerhexen nichts zu tun haben möchte ist wohl verständlich. Bluthexen sind im vagen Sinne zwar ein wenig Futterkonkurrent, aber sie sind nicht zahlreich und bringen doch auch Würze in den sonst eher gut gesinnten Haufen. Ihr langes Leben könnte diese Hexen eher noch nützlich machen, zusammen mit ihren Fähigkeiten. Leider sind mir aber keine potentiellen Paktierer bekannt.“
Dämonen
„Nicht oft, aber oft genug sind mir Berichte zu Ohren gekommen, die die Existenz dieser Spezies keine Ammenmärchen sein lassen konnten. Dies bereitet mir Unbehagen. Ich weiß nicht genügend über sie, um sie genügend einschätzen zu können. Ich weiß aber, dass Hexen nötig sind, um mit ihnen endgültig fertig zu werden. Dieses Unwissen kann Gefahr bedeuten und ist mir ein Dorn im Auge. Will ich aber mehr herausfinden, ziehe ich mich in einen Fokus, der mir etwaig noch weniger gefällt. Also muss ich mit diesem Unwissen klar kommen... Aber haben Vampire überhaupt Seelen, die sie verkaufen könnten? Was macht eine Seele aus? Wäre meine nach meinem Tod von mir gegangen, wo wäre sie jetzt? Was sind Seelen eigentlich? Mein christlicher Glaube ist keiner mehr, aber die Existenz von Dämonen eröffnet so viele Philosophieansätze jenseits vom Glauben an Engel, Gott, Himmel und Hölle, dass ich durchaus neugierig bin. Aber meine Vorsicht diesen Wesen gegenüber ist größer und somit bleiben mir nur Fragen.“
You want more?
There is a world behind the shades.
Rasse
“Ihrer Neugierde verlangt es also nach mehr als nur Worten? Mit Genuss im Blick, ob der Reaktion der Journalistin, ließ Tristan seine Fänge ausfahren. “Eindeutig ein Vampir, nicht wahr? Ahn, um genau zu sein, die vorletzte Stufe der Perfektion.“
Fähigkeiten
„Ich bin und kann vieles und wie Sie bereits gemerkt haben dürften steckt hinter meinen großen Worten nur Wahrhaftigkeit. Worte sind es auch, mit denen ich sehr gut umgehen kann. Personen um den Finger wickeln, sie zu Dingen überreden, ihnen andere Blickwinkel aufzeigen und mit der Wahrheit zu konfrontieren, die schlimmer sein kann als jede Lüge – dies sind Dinge, die ich nicht nur gut beherrsche, sondern auch nur zu gerne unternehme und dies auch noch in mehreren Sprachen, die gängigsten zumindest. Noch bin ich des alten Walisisch mächtig, so wie ich auch noch die britische Zeichensprache beherrsche, denn meine Erschafferin ist stumm. Ferner mag ich Worte zwar sehr gerne, aber wenn Taten die bessere Sprache sprechen, bin ich nicht abgeneigt mir die Hände dreckig zu machen und da ich nicht unvorbereitet überrascht werden möchte, bin ich ein besserer Kämpfer als man es vielleicht von mir erwartet, wenn man mich nicht genügend kennt. Aber man erwartet von mir allgemein, denke ich, weniger vom ersten Eindruck, den die Leute von mir haben und dies ist gewollt. Ich habe gelernt und es gemeistert mich Situationen und Personen gut und schnell anpassen zu können, so dass Leute die Meinung von mir haben, die mir nicht missfällt. Natürlich trifft dies nicht auf alle zu, das wäre nicht möglich. Ich mag es sogar, herausgefordert zu werden in meiner Anpassungsfähigkeit. Das Leben und Unleben sollte nicht zu einfach werden, denn wer rastet der rostet, nicht wahr?
Ach, und natürlich bin ich befähigt diesem Instrument unter meinen Fingern mehr als nur schönes Geklimper hervorzulocken, wie Sie hören. Der Umgang mit Klavieren und Pianos hat mir ein gewisses Musikverständnis eingebracht, sowie auch ein musikalisches Gehör. Es braucht nicht lange und ich bin in der Lage ein öfter gehörtes Lied nachzuspielen.
Durch stetiges Üben all meiner Fähigkeiten, bin ich meisterlich in einigen von ihnen, aber leider nicht allen. Denn es braucht eben auch konsequentes Training, welches aber Zeit kostet. Ich beherrschte einst mehr Sprachen als heute noch, denn mit Englisch kommt man in vielen Ländern mittlerweile ohne weiteres gut zurecht und es bedarf nur wieder ein wenig Zeit mit meiner Erschafferin um meine Zeichensprachkenntnisse aufzufrischen. Sie weilt aber derzeit nicht in meiner Nähe.
Um zu den Dingen zu kommen, die wahrscheinlich nicht minder interessant für Sie sind, fangen wir doch mit den natürlichen Befähigungen von Ahnen an. Es bedarf Geduld, stetige Aktivität und vor allen Dingen Durchhaltevermögen es so weit zu bringen.
Nähren:
Menschen stellen keine gute Nahrungsquelle mehr dar, es bedarf zu viel ihres Blutes um mich satt zu machen, welches wiederrum mehr Zeit braucht und einen natürlich auch der Gefahr einer Iratimutation näher bringt. Leider gibt es aber ebenso wenig niemanden mehr, der mich mit wenig Blut bereits vermag sehr zu sättigen. Jetzt sind es nunmehr nur noch Wandler und andere Vampire, die genügend Nährwert für mich haben.
Gedankenmanipulation:
Mittlerweile gibt es keinen Humanoiden mehr, den ich nicht imstande wäre gedanklich zu beeinflussen. Es ist weiterhin Haut- oder Blickkontakt nötig und mit den richtigen Worten können ganze Persönlichkeiten von Sterblichen verändert werden, gar gedreht werden. Sklaven meines Geistes kann ich erschaffen. Ich kann ihnen einige...“ (6) „...Jahre ihres Lebens an Erinnerungen nehmen, verändern oder sogar vollkommen neu gestalten. Nur der unmittelbare Tod als Folge der Beeinflussung stellt eine Grenze dar, sonst hindert einen nur die eigene etwaig mangelnde Kreativität, welches bei mir wahrlich keine Mangelware darstellt.
Ich bin fünfmal stärker und viermal schneller als ein normaler Mensch meiner Statur und äußerlichem Alters. Ich höre und rieche zweimal besser, jedenfalls wenn es nicht um Blut geht, denn dann kann ich blutende Verletzungen selbst über mehrere hundert Meter noch wittern und der Spur ohne Mühe folgen. Auch meine Augen sind natürlich besonders im Dunkeln unschlagbar gegenüber denen anderer Humanoiden, aber auch wenn ich selbst in kompletter Finsternis noch sehen kann, so nehme ich nur Schattierungen von Blau, Violett und Schwarz wahr.
Die Dunkelheit ist eben mein Zuhause, das ist meine Natur und in ihr bin ich unsichtbar für alle anderen. Ich kann meine Umgebung sogar in Düsternis verwandeln, wenn ich möchte. Lichtquellen sterben, ob natürlich oder künstlich, sollte ich dies wünschen. Ich bin eins mit der Dunkelheit zu so einem großen Maße, dass ich mich selbst darin verwandeln kann oder besser gesagt in eine schwarze Masse. In diesem Molekularzustand kann ich selbst durch die kleinste Ritze huschen und somit ist keine verschlossene Tür mehr eine Hinderung. Für andere Dinge ist diese Fähigkeit natürlich auch sehr nützlich, nur in Kämpfen oder ähnlichen Situationen wo Sekundenbruchteile schon einen Unterschied machen können, sollte nicht auf sie zurückgegriffen werden.
Dunkelheit stärkt mich, ich bin gar lebendiger in ihr, agiler. Aber diese Medaille hat auch eine Kehrseite, denn Sonnenlicht ist mein Feind. Selbst ein kleiner Strahl schmerzt bereits augenblicklich und ohne zu verbrennen kann ich auch in nur schwachem UV-Licht nur höchstens fünf Minuten verweilen, dann heißt es Asche zu Asche, Staub zu Staub.
Und da wären wir auch schon bei den leidigen Schwächen. Leider muss ich auch zugeben, dass so manche alte Vampirbücher oder-filme gar nicht so falsch lagen, jedenfalls beim Sonnenlicht, dem Holzpflock, menschlicher Nahrung, der Blutsucht, oder wie wir zu töten sind.
Erwähnen sollte ich noch, dass obwohl ich bereits ein Ahn bin, meine Transformation noch nicht komplett abgeschlossen scheint, denn dann und wann braucht es noch an Anstrengung, Konzentration, sehr bewusst gewählten Worten oder auch Zeit. Ich bin allerdings sehr zuversichtlich, dass dies bald passé sein wird.
Vergessen Sie aber alles an Schwächen, die mit Religion zu tun haben und Silber gehört zu den Werwölfen, nicht zu uns. Affinität mit Wölfen oder Fledermäusen ist genauso weit hergeholt, wie das wir uns in Nebelschwaden verwandeln können. Und fangen Sie gar nicht erst mit Glitzervampiren an.“ Ja, Tristan war ungehalten wenn es um die dreistfalsche Darstellung von Vampiren in Fiktion ging. Er fand dies nicht erheiternd, sondern war genervt. Heute waren Vampire „cool“, früher hatte man respektvolle Angst.
Zugehörigkeit
“Dem Haus des Blutes gehört meine Loyalität, durch und durch. Ich bin nicht regional gebunden, sondern agiere global, aber immer im Interesse des Hauses. Zwar war ich bei Gründung in Trier nicht anwesend, gehöre aber seit den jüngsten Jahren dazu. Meine Aufgaben bestehen unter anderem in der Anwerbung und Rekrutierung von Mitgliedern und auch teilweise die Ausbildung junger Vampire zu einem vollwertigen und treuen Mitglied. Dafür werden auch durchaus direkt Menschen gewandelt, die Potential versprechen und sich mir verschreiben… Ist dies nicht auch genau der Grund, warum Sie hier sind? Sie wissen, dass ich dieses Interview nur gestatte, weil ich mir sicher bin auch etwas zurückzubekommen von Ihnen. Aber beantworten Sie diese Frage noch nicht, noch sind wir hier lange nicht fertig.“
Aurenfarbe
Blau: + verlässlich, treu, ruhig, klug, mutig, ehrlich // - kühl, distanziert, passiv
Rot: + aktiv, wollüstig, verführerisch // - aggressiv, unmoralisch, temperamentvoll, cholerisch
Schwarz: - verdorben, böswillig, erbarmungslos, traumatisiert
Dies wären die Hauptfarben, Nebenfarben wie gelb, orange und violett könnten in nur so kleinem Maße an seiner Aura erkennbar sein, dass sie kaum erwähnenswert wären.
How's my life?
Life is the greatest adventure.
Was bisher geschah …
Geboren wurde er im Frühling 1519. Für Tristan begann sein Leben aber eigentlich erst, als es endete und die menschlichen Jahre empfand er als nicht erinnerungswürdig, zumindest oberflächlich. Nur wenn er sich anstrengen würde, könnte er es auch überhaupt. Dabei waren unsere Wurzeln und unsere Vergangenheit doch das, was keinen kleinen Teil unserer Gegenwart, Zukunft und unseres Seins ebnete.
Geboren wurde der Waliser zur Regierungszeit Henry VIII, der wohl berühmteste aller Tudor. Geschieden, Geköpft, Gestorben, Geschieden, Geköpft, Überlebt; man kannte es. Von der ersten geschiedenen Frau gab es unter anderem Queen Mary I. als Nachkommen und sie würde es sein, die den Tod von Tristan indirekt bestimmen sollte. Ihren Spitznamen „Bloody Mary“ stimmte Tristan nur als sehr passend zu. Aber vorher waren es andere Lordschaften, die sein Leben beeinflussten, wenn auch hier wieder indirekt. Seine Familie bestellte ein Stück Land, welches die hohe und royale Gesellschaft unter anderem als Jagdgebiet nutzte. Richtig arm waren sie somit nicht, aber über den Status der bürgerlichen Landeier kamen sie nie hinaus. Tristan wuchs damit auf, dass auf ihn herab gesehen wurde oder er überhaupt nicht gesehen wurde von denen mit mehr Glück bei der Geburt. Seine Familie liebte ihn und er sie, aber ihm wurde diese andere Welt vor Augen geführt, die besser schien als seine. Eine Welt in denen Befehle gegeben wurden, anstatt dass man sie duckmäuserisch ausführte ohne hinterfragen. Eine Welt, in der man gesehen wurde, in der man Bedeutung hatte und in der man frei war, zu tun und zu lassen was man wollte und in der Sorgen fern waren. Es war natürlich mehr Schein als Sein, aber dieser war blendend hell.
Tristan blieb und spielte brav den guten Sohn weiter und half seiner Familie wo er konnte, aber je älter er wurde, umso größer wurde das Sehnen nach mehr, nach dem was noch da draußen war. Er hatte bisher noch nicht einmal wirklich gutes Englisch gelernt, nur rudimentäres mit dem er gerade mal so durchkommen würde in England. Aber dort wollte er eh nicht gerne hin, eher noch begann er das Nachbarland, welches Wales kürzlich annektiert hatte, immer mehr zu hassen. Er wollte so gerne mehr lernen, andere Sprachen, einfach ein anderes Leben lernen zu führen, welches nicht als Hauptaufgabe hatte im Dienste von anderen zu stehen, er wollte die Welt sehen. Er beobachtete die Lordschaften sehr gerne, um ihr Gebaren zu erforschen, wie sie sich wann benahmen, wie sie zu einander sprachen und auch wenn er nicht alle Wörter verstand, so lernte er sie irgendwann. Wie lange er nur weiter zugeschaut hätte und dieses niedrige Leben geführt hätte, stand in den Sternen, aber es sollte gar nicht so weit kommen, bis er genug gehabt hätte und vielleicht einfach gegangen wäre, um nach dem Leben zu greifen, anstatt es nur vorbeiziehen zu sehen je älter er wurde.
Frühling 1555
Was ihr Vater noch etabliert hatte, wollte Queen Mary I. leider nicht so weiterführen. Die anglikanische Kirche und mit ihr der Protestantismus wurden verfolgt und an derer statt sollte wieder der Katholizismus herrschen. Tristans Familie war protestantisch. Die kirchlichen Ketzerjäger, die ausgesandet wurden waren noch milde gewesen im Gegensatz zu den weltlichen Jägern. Man konnte ihnen wohl nur eine bestimmte Zeitlang immer wieder vor den Kopf stoßen, dass der Glaube nicht einfach so gewechselt werden könnte. Wenn man für die Adligen des eigenen und des Nachbarlandes die Freizeit- und Urlaubsmöglichkeiten stellte, so sollte man sich auch gefälligst den Doktrinen der Königin unterwerfen. Tristan Vater war zwar zufrieden mit dem Dienerdasein gewesen, aber auch er hatte seinen Stolz. Niemand hatte damit gerechnet, wie teuer er diesen bezahlen würde. Hätte er gewusst, welches Schicksal seine Familie ereilen würde, nur weil er seinem Glauben treu blieb, er wäre Katholik geworden.
Es hätte nicht so ausarten sollen, die Ketzerjäger versuchten sogar selbst rückgängig zu machen was sie aus Versehen des Nachts angestellt hatten. Aber es war zu spät. Die Flammen loderten, überall war Rauch, Menschen husteten und schrien, Pferde rannten brennend und voller Qual wiehernd wild umher, Hunde bellten und griffen die Jäger an, die aber auch nur versuchten das Flammenmeer unter Kontrolle zu bekommen. Vergebens. Sein Vater kümmerte sich um seine Frau, während Tristan angehalten wurde seine Schwester zu schützen. Aber er konnte sich nicht rühren, er war erstarrt und auch wenn seine Augen voller Panik geweitet waren, so vermochte er einfach nicht sich zu rühren. Mitten im brennenden Haus stand er, während seine Schwester kläglich nach ihm schrie. Er konnte sie sehen, konnte sehen wie sie eingesperrt war und ohne Hilfe nicht herauskommen würde. Er wusste, dass er ihr helfen musste und sogar gekonnt hätte, denn er war stark und mutig genug, selbst brennende Balken zu bewegen. Aber er stand einfach nur da, am ganzen Körper zitternd, hörte sie schreien und sah sie bei vollem Bewusstsein verbrennen, ohne sich vom Fleck zu bewegen. Er bekam nicht mit wie seine Eltern starben. Seine Mutter war schwerverletzt, aber sein Vater war noch unversehrt vom Feuer gewesen. Aber ihn hatte Angst und Wut übermannt, so dass er die Intentionen der Ketzerjäger missverstand und sie angriff, anstatt sie helfen zu lassen, weil er ihnen nicht traute. Er wurde von ihnen erschlagen in einem Akt der Selbstverteidigung. Gwenllian verendete langsam an ihren Wunden, die Hilfe der anderen Männer kam zu spät. Bedingungslose Hilfe war es allerdings auch nicht gewesen, denn auch wenn sie wussten, dass noch jemand im Haus sein müsste, so war ihnen ihre Gesundheit zu wichtig, als dass sie es für Häretiker aufs Spiel setzen wollten.
Tristan war der letzte Überlebende seiner Familie. Aber auch dies drohte sich rasch zu ändern, denn nun brach auch der Rest des Gebälks ein und er wurde unter brennenden Holzbalken begraben. Erst als er hart auf den Boden aufschlug, löste sich seine Starre. Voller Schmerz schrie er auf und versuchte panisch sich unter dem Schutt wegzubewegen. Sein Körper hatte gebrochenen Knochen, Rippen bohrten sich in innere Organe, sein Kopf hatte eine stark blutende Wunde, seine Lunge hatte bereits zu viel Rauch eingeatmet, er war eingekeilt und umgeben von Feuerschwaden.
„Ich starb. Und es war kein schöner Tod, kein schneller und guter Tod. Erst musste ich durchs Höllenfeuer. Ich glaubte an Gott und dass ich in den Himmel kommen würde, aber dieser Glaube erleichterte mir das Sterben nicht. Ich kam mir eher vor als würde ich Gott zwar ansehen, aber dennoch rückwärts in die Hölle schreiten. Und es war auch kein Engel, der mich errettete. Aber gerettet wurde ich, bevor die Flammen mich fraßen. Es stellte sich heraus, dass die Ketzerjäger ebenfalls einen Jäger auf den Fersen hatten, der noch eine persönliche Vendetta offen hatte. Sie wurden von ihr allesamt ins Feuer geworfen, nachdem sie ihnen ihr wahres Gesicht gezeigt hatte und ihnen erst aufgezeigt hatte was Gottesfurcht wirklich war. Meine Schreie hatten sie angelockt, aber warum sie mich aus dem Feuer holte, das sagt sie mir bis heute nicht. Denn ein guter Samariter war und ist sie nicht, jedenfalls nicht objektiv gesehen.
War es Glück, Schicksal, Pech? Die Ansichten wie ich zu meiner Rettung stand, änderten sich im Laufe der Zeit. Aber als ich meinen letzten Atemzug in ihren Armen getan hatte und Frieden erwartete, der nicht eintrat, sondern stattdessen nur ihr Blut auf mich herabfloss, dieser Saft so voller Leben, der mich zurückholte, da stand keine Dankbarkeit in meinem Gesicht geschrieben. Mein Körper schmerzte, wenn auch nicht mehr so stark wie vorher; das Feuer brüllte laut um sich und war gleißend hell. Ich weiß noch, dass ich gegen sie ankämpfte um aus ihren Armen wegzukommen. Ich kam aber nicht weit, denn mein Körper war noch zu geschunden von den Verletzungen, ich brauchte mehr Blut um zu heilen. Ein normaler Vampir hätte mir all diesen Schrecken ersparen können, aber normale Vampire können durch gesprochene Worte beeinflussen. Sie war allerdings stumm. Somit waren diese ersten Momente meines Vampirseins wie die Hölle meines Lebensendes. Das Feuer schrie und peitschte um sich, es sah aus als würde es nach mir greifen und mich holen wollen, weil ich entkommen war, und auch wenn wir nicht mehr in seiner direkten Nähe waren, so war es mir immer noch zu nahe. Dieses Feuer hatte ein monsterhaftes Eigenleben. Es brüllte und ich schrie zurück. Schrie den Schmerz von meiner Seele, aber sie wurde dadurch nicht leichter. Durch die nun geschärfteren Sinne konnte ich die Leichen meiner Eltern erkennen, aber Channary hielt mich zurück zu ihnen zu stolpern. Sie hielt mich sehr fest in ihren Armen, drehte mich mit dem Rücken zum Feuer und drückte mir ihr blutendes Handgelenk an den Mund. Ich wusste nicht was Durst war, bevor er durch sie gestillt worden war. Sie stoppte mich, zu viel zu trinken, trotz dass ich mehr wollte. Ich hatte nicht mitbekommen, dass mein Herz erst wieder angefangen hatte zu schlagen, als ihr Blut meine Kehler hinunter rann. Genauso atmete ich, auch wenn ich es nicht musste. Der Rauch brannte aber nicht mehr in meiner Lunge, nur in meinen Augen, die nun aber andere Tränen weinten als noch zuvor. Aber auch dies war mir nicht aktiv bewusst. Ich war immer noch dem Schrecken dessen erlegen, was geschehen war und bekam nicht mit, dass ich tot und ein Vampir war. Und meine Erschafferin konnte es mir nicht verständlich machen. Sie bewegte zwar ihre Lippen, aber ich konnte diese nicht lesen. Gebärdensprache war noch nicht so weit einheitlich zu sein oder gar bekannt zu sein, auch wenn Channary viel mit ihren Händen sprach. Ich wollte, dass diese Fremde ging, aber sie blieb. Ich wollte verstehen, warum dies alles geschehen war, aber das sollte noch etwas dauern. Meine Familie war tot, mein Zuhause verbrannt und die Täter nur noch Asche. Es blieb nur noch ich und diese stumme Frau, die meine Nackenhaare aufstehen ließ. Später dann waren da aber auch noch diese Bilderfetzen vor meinem geistigen Auge, die nicht zu mir gehörten, aber dennoch aus meiner Perspektive erlebt wurden. Nun weiß ich, dass es ihre Erinnerungen waren, die sie mir mit ihrem Blut gegeben hatte. Schreckliche Erlebnisse der Vergangenheit hatten wir also gemeinsam, auch wenn Jahrhunderte dazwischen lagen.
Wir wären wohl in der Sonne verbrannt am nächsten Morgen, wenn es nach mir gegangen wäre. Aber sie war stärker als ich und schleifte mich fort. In sicherer Dunkelheit angekommen versuchte ich natürlich zu fliehen, denn ich kam mir wie ein Gefangener vor. Dass das Sonnenlicht aber der Gefängniswärter war und nicht Channary begriff ich erst später, schmerzlich. Dass die Sonne mir wehtat machte nichts einfacher für sie mir verständlich zu machen was am geschehen war. Ich gab ihr die Schuld an allem, denn mir fehlte für das Gegenteil jeglicher Beweis. Ich griff sie an, schrie sie an, versuchte ihr so sehr weh zu tun wie ich imstande war. Dass sie weiterhin nichts sagte, schürte nur noch meine Wut. Ich attackierte sie bis es ihr endlich zu viel wurde. Sie schlug mich bewusstlos.
Wieder wachte ich in ihren Armen auf, als wieder ihr Blut auf mich floss, dieses Mal waren es aber stumme Tränen. Die Blessuren und Wunden meiner Angriffe waren noch nicht ganz verblasst und ich konnte sehen was ich angerichtet hatte. Dass wir uns in einer seltsamen grauen und lilanen Dunkelheit befanden, bemerkte ich aktiv erst dann. Meine rasende Wut war abgeklungen, aber an deren Stelle war nichts Besseres getreten. Der Hass auf sie loderte allerdings weiterhin. Ihr Blut roch, wie ich Blut vorher noch nie gerochen hatte. Die Dunkelheit, in der ich sehen konnte, die Natur draußen, die ich hören konnte als stünde ich in ihr, die brennenden Sonnenstrahlen, diese gleißende Helligkeit, und immer wieder ihr Blutgeruch. Ich war ein gut erzogener gläubiger Junge, hatte nie gelernt zu kämpfen und war nie gewalttätig gewesen, hatte nie solch einen Hass empfunden, aber auch noch nie so viel Angst gehabt. Trauer, Hass, Angst, Verzweiflung und dies alles auf einmal. Das war das erste und letzte Mal, dass mich meine Gefühle so stark übermannt hatten, dass ich nicht mehr Herr meiner Selbst sein konnte. Ich hörte nicht auf sie zu fragen, warum das alles passiert war und was mit meiner Familie war in der Hoffnung, meine Erinnerung an ihre Leichen war nur ein Albtraum. Channary konnte walisisch zwar genügend verstehen, aber sie selbst „sprach“ es nicht. Ich wiederum konnte kein Englisch lesen, auch wenn sie mit ihrem Blut versuchte auf ihren Kleid aufzuschreiben was geschehen war aus ihrer Sicht. Diese Lächerlichkeit der Kommunikationsbarriere half mir allerdings mich zu beruhigen, etwas zumindest. Sie griff auf Bildersprache zurück, um mir zu erklären was mir an Wissen fehlte. Ich traute ihr nicht und bin mir bis heute nicht sicher welche Variante der Geschichte ich glauben soll. Viel Zeit später erkannte ich erst, sie ist zu wirr im Kopf um Realität immer genügend von ihrem Wahnsinn unterscheiden zu können. Wem Dämonen ungute Dinge zuflüstern, dem sollte man wohl nie trauen. Ob es Schizophrenie ist oder anderes oder mehr, ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass selbst ein Befehl die Wahrheit zu sagen, nur darin resultiert, dass sie ihre Wahrheit sagt, welches nicht gleichbedeutend ist mit der objektiven Wahrheit. Aber all dies ahnte ich damals noch nicht, ich ahnte nicht einmal was ich geworden. Ich fühlte mich noch wie ein Mensch und dies auch noch längere Zeit danach.
Fampiriaid, Vampire. Sie schrieb das Wort auf walisisch. Ich kannte die Gruselgeschichten natürlich und auch Aberglaube war damals weitaus verbreiteter als heute noch. Die Welt war so groß, wer wusste schon genau was es alles in ihr gab und was nicht. Aber wahrhaftig einer Figur aus Mythen zu begegnen, das war noch einmal was ganz anderes. Und schlimmer noch, ich sollte selbst einer sein. Natürlich wollte ich dies nicht wahrhaben. Ich musste gestorben sein und Gott prüfte mich, das musste es sein. Dies wäre alles nur ein albtraumhaftiger Test. Ich versuchte ihre Worte Lügen zu strafen und wollte mein Menschsein beweisen. Die Sonne brannte aber und ich weinte Blut, auch mein Herz schlug nun nicht mehr. Meine Fänge zeigten sich, wenn Channary mir ihr Blut gab. Nichts davon war menschlich, ich war also zum Monster geworden. Ich fragte warum Gott mir das angetan hatte, warum sie mir das angetan hatte, aber diese Frage blieb unbeantwortet. Ich bat sie mich zu erlösen, damit ich zu meiner Familie konnte, aber dann fing sie wieder an zu weinen und ich bat sie nicht erneut.
In der nächsten Nacht lief ich zurück heim, um sicher zu gehen, dass es kein Albtraum war. Jemand war dort gewesen, ich weiß nicht wer oder warum, aber es waren nun zwei Gräber in der Nähe eines Baumes, der unversehrt geblieben war, weil der Wind das Feuer von ihm weggeblasen hatte. Meine Eltern, meine Schwester, die Tiere, unser Haus und ich war zu einer Monstergestalt geworden. Ich wollte weiterhin sterben, aber würde ich überhaupt als Mensch zu meiner Familie im Himmel kommen können? Wäre mir der Eintritt verwehrt, weil ich kein Mensch mehr war? Was wenn mich die Hölle erwartete, der Ort wo Monster hingehörten? Die Bibel hatte auf all dies keine Antworten und auch meine Gebete nützen nichts. Selbst Rache war nicht mehr in Aussicht, denn die Ketzerjäger waren bereits tot und an die Königin war natürlich kein Herankommen. Oder doch? Es würde nicht einfach werden und Zeit und Geduld benötigen, aber Channary schien meine Rachlust unterstützen zu wollen. Sie nickte eifrig und zeigte immer wieder auf sich und mich, auf uns. Ich brauchte sie, ob ich wollte oder nicht. Das Kleid, welches sie trug war mittlerweile zwar recht blutig und zerrissen, aber es war noch zu erkennen, dass es aus feinsten Stoffen gefertigt war und keine niedrige Abstammung signalisierte, auch wenn sie keine Weiße war. Sie deutete mir, dass sie helfen wollte zur Königin zu gelangen und alle anderen Verantwortlichen. Meine Rache stand mir im Vordergrund, dass ich natürlich auch lernen musste mit diesem neuen Leben umzugehen, das war für mich nur ein Nebeneffekt. So folgte ich ihr.“
Diese sehr persönliche Erzählung ging Tristan nicht ohne Spuren zu hinterlassen von den Lippen. Je mehr er erzählt hatte, umso mehr sprach er nur zu sich, anstatt zu seinem Gast. Je mehr er in seine Vergangenheit vordrang, umso mehr suchten ihn Gefühle anheim, die er lieber weiterhin verdrängt hätte.
Tristan folgte seiner Erschafferin, ging wohin sie ging, lernte was sie ihm lehrte, beobachtete und studierte die Menschen, die nötig waren um an den Königshof zu gelangen. Aber diese Phasen des Lernens, der Vorbereitung der Rache, die sich nie gelegt hatte und weiter in ihm schwelte, waren zu lang gewesen. Bloody Mary starb am 17. November 1558 und mit ihr das Ziel seiner Vergeltung. Die hohe Gesellschaft hatte Tristan kennen gelernt, er hatte gelernt wie er ein „guter“ Vampir war und seine Wege sollten nicht mit dem Tode eines Menschen enden. Er würde weitermachen, weiter lernen, sich weiter in den feinen Kreisen nach oben bewegen wollen. Der Königshof Englands war allerdings uninteressant geworden, er wollte mehr und das was er als Mensch nicht vermocht hatte zu erreichen oder gar danach zu greifen, all dies sollte er als Vampir erreichen können. Endlich war die Welt offen, jetzt da ihn seine Rachlust nicht mehr an einen einzigen Weg band. Channary war jetzt nicht mehr diejenige, die vorausging, jetzt bestimmte Tristan die Wege der beiden. Seine Rachegefühle nicht ausleben zu können, hatte den Vampir mehr vom Menschen entfernt, als ihm bewusst gewesen war.
1558 – Ende 17. Jahrhundert
Er erlernte die Jagd, denn bisher hatte er sich nur von ihr ernähren lassen oder hatte auf Tiere zurückgegriffen. Ganz Europa durchstreiften die beiden, posierten als reiches Ehepaar, gliederten sich in die oberen tausender der Menschen ein und Tristan zeigte immer weniger Skrupel in der Art wie er sich seinen Weg ebnete. Was er wollte, wollte er bedingungslos und ohne Umwege. Channary redete ihm immer öfter ins Gewissen, mahnte ihn zur Vorsicht, aber er wollte davon nichts hören, nicht von jemandem wie ihr, die Phasen des Wahns hatte in denen er der einzige war, der sie zurückholen konnte. Ein Erlebnis war zum Beispiel gewesen, dass sie sich nach Kindern gesehnt hatte, einfach welche aus ihrem Zuhause entführte und sie zu Vampiren machte. Tristan tötete alle von ihnen und musste dann die wütende und tosende Vampirin wieder in die Realität holen. Sie liebte ihn wie es Ehefrauen taten, aber auch davon wollte er nichts wissen, denn er hasste sie im Inneren immer noch für seine Wandlung und wurde immer ungehaltener ihr gegenüber, besonders wenn sie ihn zurückhalten wollte. Ihre Phasen des Wahnsinns zwischendurch machten es nicht einfach, dass er sie jemals lieben könnte. Aber ihre Liebe zu ihm war dafür umso stärker, auch wenn sie auf Abhängigkeit aufgebaut war. Sie war bereits viele Jahrhunderte alt gewesen, als sie Tristan gewandelt hatte und wollte und konnte ihr Leben nicht alleine fristen.
Als der Vampir das nächste Stadium erreicht hatte und zum Iuvenal geworden war, war es für sie noch schwieriger geworden ihn zu halten. Er war dieser Macht verfallen, die Vampire über andere haben konnten, diesem Hochmut welcher unweigerlich bei ihm war, wenn man den Menschen in allem überlegen schien. Er zwang sie ihm alles zu zeigen und zu lehren, was er wissen musste als Iuvenal. Mit seinem großen Ehrgeiz und der Erhabenheit über Menschen und alle anderen Wesen war er aber natürlich nicht alleine und dies wusste er. Gezielt horchte er sich um nach Verbündeten, blieb aber misstrauisch allen anderen Vampire gegenüber, die älter waren als er, welches die meisten waren, die in seine Richtung schlugen. Dadurch dass Channary ihn nie hat manipulieren können durch ihre Stummheit, war eine gewisse Paranoia in ihm erwachsen was andere Vampire anbelangte. Er würde sich selbst nicht zurücknehmen und andere so biegen, wie es ihm nützlich war, also würden dies andere bei ihm wohl ebenfalls nicht tun, so dachte er. Er lernte sich immer mehr in der Vampirgesellschaft zurecht zu finden, denn bisher waren es eher die Menschen, die es ihm angetan hatten. Aber dies war nicht mehr sein Volk und auch wenn seine Erschafferin ihn lieber andere Wege gehen sehen würde, so musste sie sich beugen oder ihn verlassen. Tristan stellte sie nur vor dieses Ultimatum, weil er wusste sie würde bei ihm bleiben. Er gab nie zu, dass er sie lieber bei sich hatte, als sie bei jemand anderem zu wissen Sie war sein, aber dies sagte er ihr nie.
Aber irgendwann war auch für die Vampirin der Punkt gekommen, an dem Tristan sich zu sehr von dem schönen Jüngling entfernt hatte, den sie gerettet hatte. Der Punkt war erreicht, als sie sich einredete ein anderer Vampir würde ihr Tristan wegnehmen. Es war zwar so gewesen, dass er sich Joaquin Moreau anvertraut hatte und beide auf gleicher Wellenlänge waren, aber als Ersatz für sie hatte Tristan ihn nicht betrachtet. Nach einem sehr blutigen Streit hatte sie die Entscheidung gefällt, dass es an der Zeit für sie war, eine andere Liebe zu suchen, eine die auch erwidert würde. Somit ging sie, heimlich, und Tristan sah sie lange Zeit nicht wieder. Er hätte nach ihr suchen können, sie versuchen zurück zu holen, aber sein Stolz ließ dies nicht zu, auch wenn sein Innerstes nach ihr rief.
Ihm fehlte ein Lehrer und in Joaquin, der anders als Channary das Gedankengut des Vampirs verstehen und nachvollziehen konnte, hatte Tristan einen gefunden. Beide schlossen sich dem frisch gegründeten Haus des Blutes an, welches ihre Interessen stärker vertrat als das Haus der Schatten. Gemeinsam durchzogen sie Europa und fanden auch in der neuen Welt zusammen.
Anfang 18. Jahrhundert – 19. Jahrhundert (Gründung des HdB in New York City in 1816 zusammen mit dem Carter-Oberhaupt)
„Joaquin wurde zur einzigen Person, der ich neben Channary vertraute. Jedenfalls so sehr ich jemandem eben vertrauen kann. Wir setzen uns Ziele, große und hohe Ziele. Vampire und das Haus voranzubringen, wichtige Schlüsselfiguren zu platzieren, uns einen Namen machen und uns von niemandem aufhalten lassen bei der Durchsetzung unserer Pläne. Jo war bereits über 700 Jahre und schon gefestigt in seinem Sein, ich hingegen wurde erst immer mehr der Vampir, der ich sein wollte und heute bin. Auch ohne leitende Hand hätte ich dies geschafft, weitsichtig und ehrgeizig genug war ich, aber dass man etwas gemeinsam besser und schneller erreichen konnte, dies lernte ich durchs Haus und Joaquin, denn Channary war leider mehr Anker für mich gewesen, als Wind in den Segeln, das erkannte ich als sie fort war. Aber auch lernte ich, dass man nicht in allem gleicher Meinung sein kann und dass ich es schaffen musste, auch ohne Rückendeckung überleben zu können. Auch wenn wir uns letztendlich trennten, so hielt ich doch Kontakt mit Joaquin und wir blieben beide dem Haus treu.
Dies war perfekt für mich. Alleine sein, Ziele verwirklichen und das zum Wohle eines übergeordneten Ganzen. Ich lernte aber auch, einen Gang zurückschalten zu können. Die Welt veränderte sich zwar immer schneller, aber ich hatte Zeit, viel Zeit. Die Welt war damals größer und barg andere Herausforderungen als heute. Und ich wollte sie alle meistern, aber alle zu ihrer Zeit. Ich nahm mir die Zeit einen Beruf zu erlernen, von einem Menschen. Uhren herzustellen und zu reparieren ist zum Glück nicht per se bei Sonnenlicht notwendig, so dass es nur bedarf ein paar Fragen befriedigend zu beantworten, was meine Sonnenallergie anbelangte, ein wenig Manipulieren hier und dort und mit der Zeit war auch diese Hürde zu bewerkstelligen. Ich wählte diesen Beruf, um auch mir selbst mehr Zeitgefühl zu verschaffen, Geduld zu lernen und auch, um nicht ganz zu vergessen wie es war mitten in der Menschheit zu leben, anstatt nur neben ihnen. Über einen längeren Zeitraum hinweg die falsche Identität eines Menschen zu erschaffen und aufrecht zu erhalten war ein manchmal langweiliges aber auch durchaus interessantes Abenteuer. Ich liebte es zu lernen und ich lernte auch für die lange Zukunft zu planen. Ich besuchte alle Kontinente auf denen sich Vampire aufhielten, so beschwerlich die Reisen auch waren, machte mich bekannt bei den großen Fürsten der Vampire, ich lernte, dass das Sammeln von Gefallen eine sehr kostbare Währung war und ich hörte nie auf zu lernen.
Wo Menschen und andere Rassen unterdrückt wurden, war ich anzutreffen und versuchte die Geschehnisse zu lenken, zu Gunsten der Vampire natürlich. Sklaven waren etwas Feines und Sklavenhalter waren mir auf eine gewisse Weise sofort sympathisch, auch wenn ich selbst keiner war. Die Wandler und ihre Nichtunterdrückung in Amerika zogen mich an, denn dies gehörte geändert. Aber interessant war ja ebenfalls der Konflikt zwischen Unionsstaaten und Konföderation, welcher schlussendlich im Sezessionskrieg ausartete. Leider verlor der Süden, aber die Truppenstärke der Union hatte dies schon leider fast angekündigt. Aber ich versuchte dennoch so viel es ging für die Konföderation rauszuschlagen, aber wir waren nicht genügend Vampire um den Werdegang dieses Konfliktes maßgeblich beeinflussen zu können, leider. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man eben. Ein kleines Plus nahm ich allerdings dennoch mit und zwar, dass ein Wandler mir noch etwas schuldet und nichts Kleines. Meist war ich Gefallengläubiger für andere Vampire, so dass ich diese Gelegenheit nur zu gerne genutzt hatte. Ich muss allerdings zugeben, dass ein klitzekleiner Eigennutzen auch vorhanden war, denn wir waren und sind noch nicht bereit genug entdeckt zu werden von den Menschen. Der Wandler saß in der Klemme, als er sich um zwei Leichen kümmern wollte. Ich hätte es interessanter gefunden, wenn er die Ursache gewesen wäre, aber der Kerl war einer von den Langweiligen. Zwei Leichen, ein Vampir und ein Jäger, so viel ließen die Spuren zu deuten übrig. Besagte Vampirleiche war eindeutig als Vampir oder Irati zu erkennen und der Mensch war eindeutig nicht von einem anderen Menschen getötet worden. Aber Menschen waren es, die im großen Pulk drohten die Szenerie zu sprengen. Ich hätte den Wombatwandler einfach mit blutigen Händen auffliegen lassen können und hätte es auch, wenn es nicht vernünftiger gewesen wäre die Beweise über unsere Existenz zu vernichten. Wir arbeiteten also zusammen, um die Vertuschung gelingen zu lassen. Aus dieser Begegnung nahm ich aber noch mehr als nur die Schuld eines Gefallen mit, sondern auch Ideen. Zusammenarbeit zwischen den Rassen ist lohnenswerter als vielleicht gedacht, aber nur zu einem gewissen Grad, Unterdrückung folgt zwangsweise wenn nicht gespurt wird. Aber Feindschaft sollte vielleicht nicht offen angegangen werden, sondern erst dann wenn es am nützlichsten ist.
19. - 21. Jahrhundert
Ich verfeinerte mein Auswahlverfahren über die Dekaden immer mehr, wurde besser darin die richtigen Menschen und Vampire zu wählen und gegebenenfalls auszubilden, damit sie eine Bereicherung fürs Haus des Blutes wären. Mit den Jahrhunderten habe ich somit eine gute Anzahl an Mitgliedern gezeugt oder rekrutiert. Ich behielt meine Kinder im Blick, soweit es mir möglich war und dies schien Channary auch getan zu haben, auch wenn ich es nicht bemerkt hatte. Ihr Auftauchen war immer unerwartet und erwischte mich oft kalt. Mein Innerstes war jedes Mal allerdings alles anderes als kalt, denn ihre Gegenwart wühlt mich auf. Alle paar Dekaden suchte sie mich heim, aber selten blieb sie länger als wenige Wochen. Sie ist wie ein Geist, den ich nicht loswerden kann, aber … Tristan wollte sie nicht loswerden, nicht für immer. Zuzugeben, dass eine perfide Faszination von ihr ausging, die ihn anzog, zuzugeben, dass er nicht eruierte Gefühle für sie hegte, zuzugeben, dass er an ihr hing, dies tat er nie, nicht einmal sich selbst gegenüber. Sie war seine Schwachstelle und er hasste es schwach zu sein. Die Reporterin schaute ihn fragend an, weil er stockte. Aber der kurze Moment verflog.
„Ich war allerdings wieder alleine als ich die nächste Stufe des Vampirseins erreichte. Ich bemerkte es schleichend, angefangen damit, dass mich Menschen nicht mehr so nähren konnten wie ich gewohnt war. Dann kamen die besseren Sinne, höhere Stärke und Schnelligkeit immer mehr zum Vorschein und ich wusste, dass die Transformation eingesetzt hatte. Es war das erste Mal, dass ich dies ohne leitende Person an der Seite erfuhr. Anders als gedacht war es aber richtiggehend erfrischend, gar spannend. Ich wusste durch Erzählungen was mich erwartete, aber die Erfahrungen selbst zu machen, selbst herauszufinden wie neue Fähigkeiten funktionierten, zu was ich alles imstande war, das brachte sogar mehr Leben in mein Unleben. Und ich genoss es, vielleicht auch anfänglich etwas zu sehr. Ich machte gezielt Jagd auf Jägertrupps und zeigte ihnen was ich drauf hatte. Die Lust nach Massakern war sehr groß, nach Blutvergießen, Pein und Panik auf Seiten der anderen, danach Macht über sie auszuüben. Aber ich war noch kein gänzlich ausgelernter Ahn, so ließ ich Vorsicht walten, auch wenn mein Innerstes nach mehr verlangte.
Ich erkenne in Ihren Augen keine Angst bei diesen Worten. Und ich glaube dies beantwortet meine Frage an Sie, als Sie nach meine Zugehörigkeiten fragten, nicht wahr? Interessant …
Ich hätte noch weitere Fragen, aber diese beziehen sich nicht auf Sie persönlich, sondern auf die Vorfälle im Juni. Ich war nicht zugegen in der Stadt, habe aber genügend gehört um zu wissen, dass Dawnskap Bay nicht heimgesucht wurde von einem normalen Erdbeben mit Folgen. Es muss einer unnatürlichen Ursache zugrunde legen, denn alle Vampire und andere Übernatürliche waren auf unangenehme Weise betroffen. Nicht zu wissen, was genau dahinter steckt und welche Bedeutung dieser Vorfall hatte gefällt mir nicht. Bisher konnte mir niemand dingfeste Antworten liefern. Sollten Sie etwas erfahren können, wartet eine Belohnung. Ich bin auch für kleine Hinweise dankbar.
Dieses Mysterium ist allerdings nicht mein Beweggrund in diese Stadt zu kommen. Ein alter Freund hat große Pläne, die dem hiesigen Haus des Blutes endlich wieder eine Führung verschaffen werden. Joaquin lud mich ein, Zeuge zu sein wie er dieser Stadt seinen Stempel aufdrückt und das Haus zu stärken ist mein Ziel, somit verließ ich London ohne zweimal darüber nachzudenken. Denn hier warten größere Aufgaben, und weitaus interessantere. Alte Bekanntschaften bedürfen es wieder aufgefrischt zu werden, denn mir sind Dawnskap Bay und die Vampire hier nicht unbekannt.
Aber kommen wir jetzt doch zu einem ganz anderen Thema, nämlich zu Ihnen. Sagen Sie mir, was ist es, dass Sie begehren?“
Langsamen Schrittes ging Tristan vom Klavier fort und auf die Journalistin zu. Seine Augen fixierten ihre. Das Aufnahmegerät außer Acht lassend, reicht er ihr seine Hand und beide gingen dann zur schwarzen Couch. Das Interview führte nun der Vampir und die Menschenfrau war sich gewahr, dass es eigentlich ein Vorstellungsgespräch war, in welches sie nun verwickelt wurde. Offen und ehrlich bot sie ihre Antworten dar und Tristan war zufrieden mit dem was er hörte. Was ihre Zukunft bringen würde, das lag allerdings an ihr.
And at the end?
Just a few more things.
Spielername
Clarissa
Avatarperson
Ben Barnes
Zweitcharakter
Solomon, Jules

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