Who am I?
These are my roots.
Name & Deckname
Shay Callahan
Alter & Geburtstag
30. Oktober 1992 -19 Jahre
Herkunft
Seattle, USA
Bildung
High School - Abschluss
Beruf/Job
Frisch aus der Schule und noch in der Findungsphase
Familie
Adoptivmutter (Mensch,53 Jahre)und Adoptivvater (Mensch,54 Jahre): Shay hat zu beiden Elternteilen kein besonders enges Verhältnis. Allerdings nicht weil er das so will oder sie ihm egal wären. Sie hatten nur immer sehr wenig Zeit für ihn und sich um ihre eigenen Dinge gekümmert. Shay wünscht sich schon immer eine richtige Familie, konnte sie in seinen eigenen Eltern allerdings nie finden.
Mary und Oscar Callahan(Oma und Opa, väterlicherseits, Menschen): Oscar Callahan starb im Alter von 91 Jahren, dies ist erst 4 Jahre her, also 2008. Shays Oma lebt noch heute, nur leider mittlerweile in einem Pflegeheim. Shay hatte ein sehr gutes Verhältnis zu den beiden, sie waren Elternersatz und seine engsten Vertrauten. Jetzt erkennt die an Demenz erkrankte 85-jährige ihren eigenen Enkel nicht mehr.
Tanten/ Onkel (alles Menschen): Man sieht sich ab und zu auf Familienfeierlichkeiten, auch hier besteht kein enger Kontakt, der darüber hinausgeht.
Zu Shays Oma und Opa mütterlicherseits herrscht ebenfalls wenig Kontakt, da sie in einem anderen Bundesstaat, nämlich Ohio leben.
Risk a glance?
There is more you can see.
Aussehen
Größe:1,73m
Haarfarbe: Dunkelbraun bis schwarz (je nach Lichteinfall)
Augenfarbe: Dunkelbraun
Statur: Schlank
Körperliche Besonderheiten:/
Charakterliche Eigenschaften
Stärken & Schwächen:
Stärken:
Optimistisch - Hat ein positives Weltbild, auch wenn Vieles in seinem Leben bisher nicht positiv war
Hilfsbereit - freut sich, wenn er andere unterstützen kann
Freundlich - begegnet den meisten Personen offen und mit ehrlicher Freundlichkeit
Aufgeschlossen - Ist neuen Situationen und Personen gegenüber grundsätzlich vorurteilsfrei
Herzlich - begegnet Leuten offen und warm
Zuvorkommend - versucht anderen entgegen zu kommen und ihnen den Umgang mit ihm angenehm zu machen
Hoffnungsvoll - [i]glaubt daran, dass sich seine Situation zum Guten wenden wird
Widerstandsfähig - Kann sowohl körperliche wie auch emotionale Belastungen vergleichsweise gut verkraften
Loyal - hält stark zu Menschen, die ihm wichtig sind
Dankbar - schätzt auch kleine Dinge und Gesten
Anpassungsfähig - kommt trotz schwieriger Umstände irgendwie zurecht
Schwächen:
Naiv/ gutgläubig/ vertrauensselig - geht immer vom Guten im Menschen aus und merkt zu spät (oder gar nicht), wenn es jemand nicht ehrlich meint
Nachgiebig - Möchte Streit verhindern und gibt daher lieber nach
Ungefestigt - Hat noch keine festen Zukunftsziele/ Ist beeinflussbar
Unerfahren - weiß oft nicht, wie er sich in schwierigen Situationen verhalten soll
Konfliktscheu - Versucht Auseinandersetzungen möglichst zu vermeiden
Anhänglich - klammert sich schnell an Personen, die ihm Aufmerksamkeit oder Freundlichkeit schenken/ die ihm wichtig sind
Unterwürfig - ordnet sich anderen schnell unter und steht selten für sich ein
Vorlieben & Abneigungen:
Vorlieben:
Süßkram + Säfte und Limonaden
Bücher
Sonnenschein/ warme Sommertage
Menschen im Allgemeinen
Nähe und Bindungen
Abneigungen:
Dunkelheit
Alleinsein
Ablehnung/ Ignoriert werden
Mobbing
Horrorfilme/ Geschichten
Scharfes Essen
Streit
Kaltes Wetter
Sport machen/ Sport schauen
Besonderheiten:
Shay lächelt gern und viel, manchmal auch wenn es ihm nicht gut geht.
Er bedankt sich oft übertrieben häufig, selbst für Kleinigkeiten.
Gesinnung
Shay wurde adoptiert und kennt bisher keine übernatürlichen Wesen, er weiß aktuell nicht einmal, was er selbst ist.
Grundsätzlich ist Shay eine gutherzige Person, die nur Anschluss sucht. Er möchte niemandem schaden und am liebsten mit jedem Freundschaft schließen.
Es liegt nicht in seiner Natur, über andere zu urteilen oder voreingenommen zu sein. Selbst wenn er von den verschiedenen Wesensarten erfährt, wird er nicht aufgrund ihrer Spezies in gut oder schlecht unterteilen.
You want more?
There is a world behind the shades.
Rasse
Gestaltwandler: Sonnensittich
Größe: Ca. 30 cm (Von Kopf bis Schwanzspitze)
Farben: Gelb-orangenes Gefieder, grün-blaue Flügel, grüne Schwanzfedern
Gewicht: 110-130 Gramm
Fähigkeiten
[/i]- Bonus menschliche Gestalt: Deutlich verbesserte Sehkraft (hervorragende Detailwahrnehmung, auch auf Distanz)
- Bonus menschliche Gestalt: 50% höhere Ausdauer als normale Menschen mit einer ähnlichen Konstitution
- Bonus Tiergestalt: Dreimal so schnell wie ein Tier derselben Art
Merkmale in Tiergestalt:
- Detailwahrnehmung: Extrem gut. Sonnensittiche können sehr kleine Bewegungen und feine Unterschiede in Formen oder Farben erkennen, selbst aus größerer Entfernung. Das hilft ihnen in der Natur dabei, Nahrung oder Gefahren schnell zu entdecken
- Bildverarbeitungsrate: Sehr hoch. Vögel verarbeiten deutlich mehr Einzelbilder pro Sekunde als Menschen (ca. 100–150 Bilder pro Sekunde). Bewegungen wirken für sie daher langsamer und klarer, wodurch sie schnelle Veränderungen in ihrer Umgebung besser wahrnehmen können.
- Sichtfeld: Sehr großes Sichtfeld von etwa 300 Grad. Durch die seitlich am Kopf sitzenden Augen können Sonnensittiche fast rundum sehen, ohne den Kopf zu bewegen. Der Bereich direkt hinter ihnen ist allerdings ein kleiner blinder Fleck.
- Tiefenwahrnehmung: Gut entwickelt, besonders beim Fokussieren mit beiden Augen nach vorne. Für Flugmanöver, Landungen und das Navigieren zwischen Ästen ist eine präzise Einschätzung von Entfernungen notwendig.
- ultraviolettes Licht: Sonnensittiche können UV-Licht wahrnehmen, das für Menschen unsichtbar ist. Dadurch erkennen sie zusätzliche Farbnuancen in Federn, Pflanzen und Früchten, was ihnen bei Nahrungssuche und sozialer Kommunikation hilft.
- Ausdauer: Hoch. Sonnensittiche sind aktive Flieger und können über längere Zeit fliegen, wenn auch nicht so ausdauernd wie Zugvögel. Ihre Muskulatur ist auf wiederholte kurze bis mittellange Flüge ausgelegt.
- Nachtsicht: Relativ schlecht. Sonnensittiche sind tagaktive Vögel und auf gutes Tageslicht angewiesen. Bei Dunkelheit sehen sie deutlich schlechter und werden schnell unsicher oder orientierungslos.
Zugehörigkeit
Neutral
Aurenfarbe
Gelb, grün, weiß
How's my life?
Life is the greatest adventure.
Was bisher geschah …
Shay hatte nie ein außergewöhnlich spannendes, ereignisreiches oder dramatisches Leben. Es hatte nie den einen schlimmen Moment gegeben, der ihn charakterlich geprägt oder verändert hat, der zu einem Päckchen auf seinem Rücken wurde, das er bis heute mit sich herum trägt und das er nicht hinter sich lassen kann.
Dennoch war seine Kindheit und Jugend nicht immer leicht, von kleinen Entbehrungen und vielen Abstrichen geprägt, von denen sich der kleine Sonnensittich aber nie hat unterkriegen lassen.
“Hi, ich heiße Shay, bin 19 Jahre alt und komme aus Seattle. Ich hab mein ganzes Leben hier verbracht, abgesehen von Urlauben natürlich. Mein Leben ist auch gar nicht so spannend. Ich bin ganz normal zur Schule gegangen und all das.
Achso, ich wurde adoptiert, das ist vielleicht noch eine Besonderheit? Meine Eltern haben das nie verheimlicht - okay, wäre vielleicht auch ein bisschen schwer geworden, denn sie sind Amerikaner durch und durch. Blonde Haare, heller Teint… und ich naja…passe am ehesten noch nach Chinatown, auch wenn ich wohl offiziell aus Südkorea stamme. Ich hieß sogar mal südkoreanisch “Hyun-woo” stand auf irgendwelchen Unterlagen (und ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass ich das jetzt zu hundert Prozent falsch ausgesprochen habe).
Freunde hatte ich nie wirklich. Ich hab schon im Kindergarten immer allein gespielt. Okay, ganz am Anfang konnte ich auch noch nicht so gut amerikanisch. Ich wurde adoptiert als ich schon 4 war und habe dann ein bisschen länger gebraucht, um die Sprache zu lernen. Und als ich mit fünf in den Kindergarten kam, fanden mich die anderen Kinder wahrscheinlich komisch und haben mich deshalb gemieden.
In der Schule wurde es dann nicht anders, aber wenigstens konnte ich mit 9 Jahren dann perfektes Englisch. Leider hatte ich nun aber schon irgendwie einen Stempel aufgedrückt bekommen und fand dann einfach keinen wirklichen Anschluss mehr.
Dabei hatte es einmal gar nicht so schlecht ausgesehen. Als ich in die Middle school kam, das war 2004, hatte ich eine Clique, auch wenn ich meist nicht das Gefühl hatte, dass sie mich wirklich dabei haben wollten, haben sie zumindest akzeptiert, dass ich mich bei ihnen aufhalte. Und ”darauf kann man aufbauen” - hab ich gedacht.
Aber dann zogen wir in einen anderen Stadtteil und ich musste die Schule wechseln. Mitten im Schuljahr.”
Ein Haus voller Sonnenschein, eine Wohnung in Dunkelheit
“Es gab auch einen Grund für diesen plötzlichen Umzug. Eigentlich haben wir mit meinen Großeltern (die Eltern meines Vaters) zusammen in einem großen Haus gewohnt. In einem dieser idyllischen Vororte, wie man sie aus den Filmen kennt. Aber dann haben sich meine Eltern und meine Großeltern wegen Geld gestritten. Es wurde immer schwieriger zwischen ihnen und am Ende entschieden meine Eltern auszuziehen.
Für mich war das wirklich schwer. Ich mochte meine Großeltern, sehr sogar.
Mein Opa hatte immer Zeit für mich gehabt. Nach der Schule wartete er oft schon im Garten oder in der Einfahrt mit einem Basketball in der Hand. Eigentlich mochte ich Sport nicht besonders (ich mag ihn bis heute nicht), aber mit ihm zusammen ein paar Körbe zu werfen, fühlte sich nie wie Sport an. Es war einfach etwas, das wir zusammen machten.
Meine Oma war genauso wichtig für mich. Sie hatte mich immer ihren kleinen Sonnenschein genannt und sich über mein strahlendes Gesicht gefreut. In ihrer Küche roch es ständig nach etwas Warmem oder Süßem und auch wenn sie gern betont hat, dass zu viel Zucker nicht gut für mich sei, habe ich immer eine Kleinigkeit von ihr bekommen.
Ich weiß noch, dass ich mich nach der Schule oft einfach zu ihr gesetzt habe und ein bisschen von meinem Tag erzählt hatte. Sie hatte währenddessen gekocht oder gebacken und mir aufmerksam zugehört.
Ich mochte diese Nachmittage sehr.
Auch nachdem wir ausgezogen waren, habe ich versucht, sie so oft wie möglich zu besuchen. Der Weg dauerte zwar fast eine Stunde mit Bus und Bahn, aber das war es mir immer wert. Es war aber trotzdem nicht dasselbe …
Meine Eltern arbeiteten viel, das hatten sie schon immer getan, denn sie hatten eine eigene Baufirma (Leider lief sie nicht besonders gut).
Sie waren nie sehr überschwänglich gewesen, aber ich glaube schon, dass sie es damals ernst gemeint hatten, als sie mich adoptierten. Zumindest habe ich das immer geglaubt. Ich habe Fotos gesehen, als ich noch ein kleiner Junge gewesen war. Auf denen haben meine Eltern glücklich ausgesehen…
Als wir noch bei meinen Großeltern gewohnt hatten, hatte sich vieles irgendwie einfacher angefühlt. Es war mir da nie aufgefallen, wie selten meine Eltern eigentlich zu Hause waren -und wie schlecht ihr Verhältnis zueinander geworden war.
Doch nun, in der neuen Wohnung, sah ich sie kaum und hatte jetzt niemanden mehr, zu dem ich gehen konnte. Keine Freunde und keine Familie.
So kam ich täglich nach Hause, machte meine Schulsachen und war die erste Zeit ein bisschen verloren. Ich weiß noch, dass ich überall in der Wohnung Licht gemacht und Fernseher oder Radios angeschaltet habe, um mich nicht so allein zu fühlen. Bis die erste Stromrechnung kam und es mir verboten wurde.
Es war wahrscheinlich auch wirklich unnötig gewesen, überall Licht brennen zu lassen. Trotzdem fühlte sich die Wohnung danach ein bisschen leerer an. Aber meine Eltern hatten das sicher nicht böse gemeint. Sie hatten nur viel Stress, würden sich aber bestimmt beruhigen, sobald das mit der Firma wieder besser lief. Dann würden sie nicht mehr streiten und bestimmt auch wieder mehr Zeit für mich haben, so dachte ich. Ich musste mich nur noch etwas gedulden.
Zu der Zeit, zirka 2005, hatte ich wirklich keine gute Phase. Zu Hause lief es nicht gut und in der Schule ebenfalls nicht. Meine neuen Klassenkameraden konnten mich nicht leiden -und das zeigten sie mir auch.
Um in den Pausen meine Ruhe vor ihnen zu haben, habe ich mich in die Schulbücherei geflüchtet.
Eigentlich hätte ich gern Freunde gehabt. Wirklich. Aber nach einer Weile merkt man, wenn man irgendwo nicht willkommen ist. Meine Mitschüler sahen mich schief an, machten sich lustig über mich oder ließen dumme Kommentare über mein Aussehen fallen. In der Schulbibliothek hatte ich aber meine Ruhe.
Eigentlich durfte man dort weder essen noch trinken, aber die Bibliothekarin hatte vermutlich Mitleid mit mir und ließ es zu.
Sie weckte meine Vorliebe für Bücher und ich fühlte mich zu Hause nicht mehr ganz so allein, wenn ich Percy Jackson durch die griechische Mythologie folgen oder Harry Potter beim Kampf gegen Voldemort begleiten konnte.
Leider musste ich 2007dann auf die Highschool wechseln. Dort gab es zwar auch eine Schulbücherei, aber die Bibliothekarin war weder freundlich, noch ließ sie mich bei sich essen.
Aber ich hatte Glück, meine Klassenkameraden hatten irgendwann wohl keine Lust mehr darauf, mich zu ärgern und ließen mich in Ruhe. Sie hatten jetzt anderes im Sinn - Partys, heimliches Rauchen, Alkohol und Mädchen (bzw. Jungs).
Ich blieb bei meinen Büchern. Zwangsläufig. Ich wäre auch gern mal irgendwohin gegangen - egal wohin, Hauptsache mit Freunden unterwegs.
Aber dazu war es nie gekommen. Trotzdem war es in Ordnung, irgendwie. Ich bin halt einfach einer von denen, die ihre beste Zeit erst nach der Schule haben, richtig? Irgendwann wird sich alles zum Guten wenden, ganz bestimmt.”
Federn im Zimmer
“Im Jahr 2008 bekam ich eines Tages einen Anruf von meinen Eltern. Ich war gerade auf dem Nachhauseweg, als das Telefon klingelte.
Mein Opa war gestorben.
Ich weiß gar nicht mehr genau, was danach passiert ist. Es ist, als wäre ein dunkler Fleck auf diesem Teil meiner Erinnerung. Ob es sich so anfühlt, wenn man von zu viel Alkohol einen Filmriss hat?
Ich erinnere mich daran, dass ich plötzlich kaum noch klar denken konnte und einfach nur weg wollte. Weg von allem und jedem.
Der nächste Moment, an den ich mich wirklich erinnere, war, dass ich mich in meinem Zimmer befand. Und zwar komplett nackt, auf meinem Bett und um mich herum waren ganz viele bunte Federn.
Ich hatte keine Ahnung, wie ich dorthin gekommen war, denn ich bin mir bis heute sicher, dass ich den Anruf unterwegs gekriegt habe.
Damals dachte ich, ich hätte einfach einen Blackout gehabt.
Vielleicht war der Schock einfach zu groß gewesen? Wo die vielen Federn hergekommen waren, erklärte das allerdings nicht, aber ich hatte zu diesem Zeitpunkt auch Wichtigeres zu tun, als darüber nachzudenken.
In den Wochen danach passierte es aber wieder. Erst ein seltsames Gefühl und dann war ich auf einmal kein Mensch mehr, sondern ein kleiner Vogel.
Es passierte nicht oft, aber oft genug, dass ich irgendwann aufgehört habe, es für Einbildung zu halten. Ich verstand nicht wie oder warum, aber ich wusste, dass es wirklich geschah. Meinen Eltern erzählte ich nichts davon. Ich konnte es ja nicht steuern und sie würden mich sonst noch für verrückt halten, hab ich gedacht.
Ich hatte echt großes Glück dass es irgendwie immer nur geschah, wenn ich allein war. Nicht in der Schule und auch nicht, wenn ich unter Menschen war.
Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte, also habe ich es einfach versucht zu ignorieren, so wie auch andere Dinge...
Zu Hause wurde die Stimmung immer schlechter. Meine Eltern stritten ständig und versuchten auch gar nicht mehr, es vor mir geheim zu halten, 2009 war ich ja auch schon 16, also kein Kind mehr. Ich hab es trotzdem blöd gefunden, schließlich wollte ich doch so gern eine normale, glückliche Familie.
Dieser ganzen Kram, der für die meisten Kinder normal ist und den man früher oder später als nervig, übertrieben oder kitschig abtut, war genau das, was ich immer gewollt habe. Ein komplett geschmücktes Haus an Weihnachten, Thanksgiving mit der ganzen Familie, peinliche Familienfotos, Angelausflüge mit Dad…
Nun, ich kann mich noch ganz dunkel daran erinnern, dass das Haus meiner Großeltern früher tatsächlich so wundervoll geschmückt worden war. Und an den riesigen Truthahn, der einmal im Jahr auf dem Esstisch gelandet war und an Fotos in schrecklichen Weihnachtspullovern.
Aber als wir ausgezogen sind, hatte sich alles geändert.
Als meine Großeltern noch fitter gewesen waren, hatte ich die großen Feiertage noch immer bei ihnen verbracht, aber seit mein Opa verstorben war und meine Oma aufgrund ihrer Demenz ins Pflegeheim kam, ging das nicht mehr.
Und meine Eltern hatten genug mit sich und der Firma zu tun, weswegen sie keinen großen Aufwand betrieben.
Zu Weihnachten holte meine Mom einen kleinen Plastikweihnachtsbaum aus dem Keller und stellte ihn auf den Wohnzimmertisch. An meinen Geburtstagen hefteten sie mir ein paar Geldscheine mit einem Happy Birthday an den Kühlschrank. Aber eigentlich brauch ich kein Geld, mein größter Wunsch wäre, dass sie sich wieder vertragen und wir endlich eine richtige Familie sein können…”
Ein Fehler, der nie begangen wurde
“2011 dann machte ich meinen Abschluss und hing erstmal in der Luft. Während Gleichaltrige schon irgendwie alles für ihr Leben geplant hatten, College, Beruf, Kinderanzahl, wusste ich noch überhaupt nichts.
Ich wusste weder, was ich werden wollte, noch hatte ich mich an irgendwelchen Universitäten beworben. Ich wollte überhaupt nicht weg von zu Hause, was, wenn sich meine Eltern trennten, wenn ich nicht da war?
Außerdem gab es ja sowieso nichts Konkretes, was ich machen wollte, vielleicht am ehesten noch was mit Büchern? Ich brauchte einfach noch mehr Zeit.
Aber meine Eltern wollten nicht, dass ich zu Hause rumhing und gar nichts machte, weswegen ich mich dazu überreden ließ, mich für das kommende Jahr an Unis einzuschreiben, für Studiengänge, die mich überhaupt nicht interessierten.
Meine Großeltern hatten einen Collegefonds für mich angelegt, weswegen das überhaupt erst möglich war.
Insgeheim hoffte ich, dass mich keine dieser Universitäten nehmen würde …
Und damit ich ein wenig Berufserfahrung kriegte, bevor ich Wirtschaft oder Rechtswissenschaften studierte, nahmen sie mich mit auf ihre Arbeit. Es war langweilig und anstrengend zugleich. Meine Eltern behandelten sich wie Fremde, sprachen nur das Nötigste und hatten getrennte Büros. Und ich war irgendwie dazwischen.
Nunja…und dann ging alles irgendwie sehr schnell. Anfang Juli 2012flatterten die ersten Absagen ins Haus. Für viele Universitäten waren meine Leistungen nicht gut genug, was mich nicht überraschte. Ich war in der Schule stets nur Mittelmaß gewesen und hatte nie an außerschulischen Aktivitäten teilgenommen… Aber von einer gab es tatsächlich eine Zusage. Ich wollte noch immer nicht weg. Und ich wollte auch noch immer nicht studieren. Vor allem nicht Wirtschaftsinformatik.
Es kam zum Streit, dieses Mal aber nicht zwischen meinen Eltern, sondern zwischen meinen Eltern und mir. Das war eigentlich das erste Mal, dass wir richtig stritten, ich meide sowas sonst eigentlich. Aber dieses Mal war es mir wichtig, also…
Passierte es wieder. Ich verwandelte mich plötzlich. In den kleinen bunten Vogel. So genau muss ich vermutlich nicht erklären, dass das für uns alle ein Schock war, oder? Dass meine Mom hysterisch zu schreien begonnen hatte und ich ebenfalls hysterisch zu…naja Piepsen…
Irgendwie verwandelte ich mich dann wieder zurück und war ein bisschen neben der Spur. Ich kriegte zu spät mit, was vor sich ging und realisierte den Rauswurf erst, als mir meine Mom meinen Rucksack in die Hand drückte und auf die Wohnungstür zeigte.
Einen Fehler so hatte sie mich genannt, als ich die Wohnung verließ.
Ich war dann erstmal ziemlich durch. Naja, wie man sich eben nach sowas fühlt - geschockt, verwirrt, traurig und einsam.
Mein Weg hatte erstmal kein Ziel, ich landete am Bahnhof und stieg in einen Zug und irgendwann …stieg ich wieder aus. Dawnskap Bay, irgendeine beliebige Stadt an der Westküste… Ich irrte umher, nahm mir ein Hotel, was sich ein paar Tage später aber als Fehler herausstellte. Denn eigentlich hatte ich ja gedacht, dass sich meine Eltern wieder schnell bei mir melden würden. Wenn erstmal der erste Schock verdaut war und sie sich beruhigt hatten. Aber nichts passierte. Und wenn ich sie anrief, ging immer nur die Mailbox ran.
Das Geld ging mir nach zwei Tagen aus - ich hätte erst gar nicht in ein Hotel gehen sollen, aber hinterher ist man ja immer schlauer.
Seitdem versuche ich einfach irgendwie durchzukommen. Ich schlafe auf Bänken oder in Hauseingängen, so gut ich eben kann. Es ist irgendwie unheimlich, so ungeschützt, nachts, allein...
Aber es ist ja auch nicht für lange, meine Eltern werden sich bestimmt bald melden, sie brauchen nur noch etwas Zeit. Vielleicht kommen sie mich dann sogar holen und dann wird am Ende alles gut. Ganz bestimmt.”
And at the end?
Just a few more things.
Spielername
Kürblie
Avatarperson
Choi Beom-Gyu
Zweitcharakter(e)
Louie Pierce, Jurij Ilijn, Ezra Mowbray