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kneel before me
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« Natürlich wusste Christophe, dass Alden Engländer war – als gäbe es nicht genug andere Gründe, ihn töten zu wollen. »
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Archivierte Szenen (1) ![]() |
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Who am I?
These are my roots.
Name & Deckname
Name: Christophe Jean Roland, Sire de Rieux et de Rochefort, de Nozay, de Fougeray et de Dicé
Alias: Chris Reed
Alter & Geburtstag
Geburtstag: 27.12.1391 in Schloss Rieux, Frankreich
Todestag: 25.10.1415, Azincourt. Frankreich
Alter: 24 + 596
Gefälschtes Geburtsdatum: 17.02.1990
Gefälschtes Alter: 22
Herkunft
Frankreich des ausgehenden Mittelalters
Bildung
“Natürlich habe ich eine umfangreiche Bildung erhalten! Was ist das denn für eine Frage?
Als zweiter Sohn eines französischen Adeligen erhielt ich die gleiche Bildung wie mein älterer Bruder, für den nicht ganz unwahrscheinlichen Fall, dass er sterben würde, bevor er erben würde. Denn so war es damals. Der erste Sohn war der Erbe, der zweite der Notfallplan, der dritte für den Klerus und jeder weitere konnte sich als Heckenritter durchschlagen.
Aber zurück zum Thema: Ich hatte einen Hauslehrer, der mich in den Artes liberales unterrichtet hat, nachdem ich bereits Lesen, Schreiben, Rechnen, Gesang und Latein von unserem Hofkaplan gelernt hatte. Daneben hatte ich selbstverständlich auch einen Tanzlehrer, der mich alle gängigen Tänze der damaligen Zeit gelehrt hat, sowie einen Lehrer für höfische Etikette.
Mein Vater unterrichtete mich zudem in den Grundzügen der Kriegskunst, des Schwertkampfes und dem Kampf mit der Lanze zu Pferd.
Im Jahr 1408 unternahm ich eine Pilgerreise nach Rom, die ein Jahr dauerte. Im Zuge dessen erhielt ich weiteren Unterricht in Latein und Altgriechisch, sowie in Geschichte.
Kurz zusammengefasst: Ich wusste alles von der Welt, in der ich lebte, und was man von einem jungen, französischen Adeligen so erwarten konnte.
Im Laufe meines Untoten Lebens hatte ich hin und wieder ebenfalls diverseste Lehrer, allerdings hat sich der Sinn für heutzutage anerkannte Abschlüsse von selbst erledigt. Wozu ein Dokument ausstellen lassen, das in einigen Jahren ohnehin einer neuen Identität Platz machen müsste? Und für wen? Die Sterblichen? Lächerlich.“
Beruf/Job
“Ich lebe von der Verwaltung meiner Vermögenswerte, insbesondere den Mieteinnahmen diversester Immobilien. Da mir das in meinem augenscheinlichen Alter aber die wenigsten so abkaufen würden, läuft das alles über diverse Holdings und Subfirmen.“
Familie
Vater: Roland Philippe Pierre, Sire de Rieux et de Rochefort, de Nozay, de Fougeray et de Dicé, geboren 1352, gestorben 1417
Mutter: Renee de Clisson, Dame de Clisson, geboren 1369, gestorben 1410
Geschwister:
Roland Jean Philippe, Erbe des Vaters, Sire de Rieux et de Rochefort, de Nozay, de Fougeray et de Dicé, Vicomte de Donges, Maréchal de France, geboren 1387, gestorben 1427
Jean Pierre, Priester, später Bischof, geboren 1395, gestorben 1477
Guillaume, Ritter, geboren 1402, gestorben 1427
Renee, Dame de Rieux et de Rochefort, de Nozay, de Fougeray et de Dicé, geboren 1388, verheiratet 1406, gestorben 1407.
Jeanne, Dame de Rieux et de Rochefort, de Nozay, de Fougeray et de Dicé, geboren 1392, verheiratet 1409, gestorben 1452
Francoise, Nonne, geboren 1410, gestorben 1492
Ehefrau: Jeanne d’Anciens, geboren 1394, Heirat mit Christophe 1412, gestorben 11.11.1415
Kinder: Christophe Philippe, geboren 1413, gestorben 11.11.1415
Renee Marguerite, geboren 1414, gestorben 11.11.1415
Übernatürliche Familie
Erschafferin: Margaux D’Auvergne, geboren 807, erschaffen 833, gestorben 18.08.1792
Risk a glance?
There is more you can see.
Aussehen
Größe: 178 cm
Haarfarbe: dunkelbraun
Augenfarbe: grün
Statur: schlank und eher schmal, aber athletisch
Körperliche Besonderheiten:
Charakterliche Eigenschaften
Stärken & Schwächen:
+ Charme
+ Aufmerksamkeit
+ Zielstrebigkeit
+ Geduld
+ Furchtlosigkeit
- Unbarmherzigkeit
- Arroganz
- Egoismus
- Rachsucht
- Machtgier
Vorlieben & Abneigungen:
+ sammelt Erstausgaben diverser Bücher
+ Teppiche und Gobelins
+ Geld und Macht
- der Geruch von Käse
- grelles Licht
- Drogenabhängige
- Wandler
- England
Besonderheiten:
“Manche würden wohl sagen, dass ich leicht zum Wahnsinn neige. Aber was wissen die schon? Wenn man mehrere Jahrhunderte erlebt hat, wie die immer selben Geschichten in neuen Abwandlungen sich wieder und wieder abspielen und immer neue selbsternannte Propheten meinen, die eine, neue, tolle Wahrheit zu haben, würde wohl jeder mit auch nur etwas Verstand sich davon befreien wollen. Das ist nicht Größenwahn, das ist nicht Verlust von Menschlichkeit, das ist Notwehr.“
Gesinnung
rechtschaffen böse
Ich mag Regeln. Ich mag Gesetze. Und vor allen Dingen mag ich es, beide zu meinem persönlichen Vorteil zu nutzen. Ich bin nicht dumm. Ich lasse mich nicht dabei erwischen, wie ich gegen ein Gesetz verstoße.
Meine Feinde räume ich aus dem Weg und ich hinterlasse dabei keine Zeugen. Noch nicht einmal Gerüchte. Und wenn ich beschlossen habe, dass du sterben sollst, dann werde ich dieses Ziel bis zu deinem letzten Fünkchen Leben auch verfolgen. Warum sollte ich mich deshalb schlecht fühlen? Menschen sterben, Porzellan geht kaputt. So ist das nun einmal.
Gut, böse, alles nur Worte. Es gibt nur Entscheidungen, Konsequenzen und Ziele. Mehr nicht.“
You want more?
There is a world behind the shades.
Rasse
Vampir Stufe III, Ahn
Fähigkeiten
“Du willst wissen, was ich so alles kann?
Schon als ich noch lebte war ich ein guter Nahkämpfer, insbesondere mit dem Schwert, aber zur Not auch ganz direkt mit den Fäusten. Und vergiss gleich alles, was du über Ritterlichkeit dabei gehört haben willst. Die Wahrheit war, dass es nur die eine Regel gab: Wer starb, hatte verloren. Ansonsten war alles erlaubt: Dreck werfen, auf die Weichteile zielen, Augen ausstechen, alles. Und ich war schon immer gut darin und hab nicht aufgehört, zu trainieren.
Dazu gehört natürlich auch, dass ich ein guter Reiter und passabler Jäger bin, wobei diese Fähigkeiten eher sehr selten zu tragen kommen. Man fängt an, faul zu werden beim Spurenlesen, wenn man seine Beute ohnehin hören und wittern kann.
Darüber hinaus spreche ich inzwischen sehr viele Sprachen: Neben meiner Muttersprache Französisch und all ihren Abwandlungen im Laufe der Zeit natürlich auch Englisch mit mehreren überzeugend echten Dialekten. Für die Allgemeinbildung lernte ich noch als Sterblicher Latein und Altgriechisch und ergänzte es in meinem Untod noch um Hebräisch, um die philologische Bildung zu vervollkommnen. Als die Spanier und Portugiesen die neue Welt eroberten, lernte ich auch deren Sprachen. Als die Türken Europa heimsuchten, lernte ich Türkisch, Arabisch und Farsi. Als die Holländer anfingen, den Gewürzhandel zu dominieren, lernte ich Niederländisch, Indisch und Thai. Als die Jakobiten Krieg gegen England spielten, lernte ich Gälisch – schottisches und irisches. Als Japan zur Industrienation aufstieg, lernte ich Japanisch. Nachdem Deutschland einen Weltkrieg angezettelt hatte, lernte ich deutsch. Während des kalten Krieges lernte ich russisch. Und in den letzten 30 Jahren lernte ich Kantonesisch und Mandarin, da China wirtschaftlich immer weiter aufsteigt.
Es gibt vermutlich nicht viele Leute, mit denen ich mich nicht unterhalten kann. Oder besser: Denen ich nichts befehlen kann.
Dazu kommen natürlich noch die vielen Dinge, die mein Dasein als Vampir so mit sich bringt. Ich kann Personen jedweder Rasse Gedanken einflüstern, solange ich dabei Augenkontakt halte oder sie berühre – und sie mich verstehen. Ich kann ihnen bis zu sechs Jahren an Erinnerungen rauben oder ihnen völlig neue Erinnerungen geben. Alles, was nicht zum Tod führt, kann ich sie tun lassen. Manche Einflüsterungen brauchen mehr Zeit als andere, manche sind auffälliger als andere, aber dennoch ist das wohl meine liebste Kraft.
Ich bin fünf Mal so stark, wie ich es als Mensch war, und vier mal so schnell. Ich höre doppelt so gut wie ein Sterblicher, ich sehe selbst bei minimalstem Licht und mein Geruchssinn ist so geschärft, dass ich Blut über hundert Meter wittern kann und andere Wesen erkennen kann.
Als Geschöpf der Nacht kann ich mit den Schatten verschmelzen und so praktisch unsichtbar werden. Ich kann Licht mit meinem bloßen Willen verlöschen lassen und ich kann mich in flüssigen, öligen Rauch auflösen und mich so selbst durch die schmalsten Ritzen quetschen.
Mein Blut kann heilen, sowohl andere, die danach süchtig werden können, als auch mich selbst. So sehr, dass sogar Gliedmaßen nachwachsen würden – außer der Kopf.
Natürlich hat das Ganze auch Schattenseiten. Ich muss mich von Blut nähren, wenn ich nicht in einen Blutrausch geraten will. Und in meinem Alter reicht das von normalen Menschen nicht mehr ganz aus. Ich muss davon doppelt so viel trinken wie in jungen Jahren. Gestaltwandler und andere Vampire sind eine viel bessere Nahrungsquelle.
Ich ertrage Sonnenlicht auch nicht in kleinen Dosen. Ein kleiner Lichtstrahl, und es brennt. Fünf Minuten diffuses Tageslicht, und ich fange an, zu kokeln. Tagsüber kann ich mich also nur in abgedunkelten Räumen aufhalten, selbst UV-filternde Glasscheiben reichen nicht aus.“
Zugehörigkeit
Haus des Blutes
Aurenfarbe
Blau: +ruhig, klug, mutig, -kühl, distanziert
orange: +vergnüglich, aktiv, - angeberisch, direkt
rot: +verführerisch, - aggressiv, unmoralisch
schwarz: -verdorben, böswillig, erbarmungslos
How's my life?
Life is the greatest adventure.
Was bisher geschah …
1391-1415
“Nun, wie beginnen? Ich wurde geboren am Tag des heiligen Johannes im Jahre des Herrn 1391 als zweiter Sohn des Roland Philippe Pierre, Sire de Rieux et de Rochefort, de Nozay, de Fougeray et de Dicé, einem Adeligen im Nordwesten Frankreichs, nicht allzu hoch im Rang, aber im aufsteigenden Ast der Macht. Es herrschte gerade das, was man später den Hundertjährigen Krieg nennen würde – eine Reihe an Auseinandersetzungen zwischen England und Frankreich um die Frage, wer Anspruch auf die französische Krone hatte, nachdem dieser Wilde Guillaume le Bâtard – William der Bastard – England von den geschwächten sächsischen Königen und den Vikingern erobert hatte, aber seine Nachkommen Anrecht auf ihr französisches Erbe stellten.
Ich erhielt also die Namen Christophe – nach meinem Großvater – Jean – nach dem Heiligen des Tages meiner Geburt und Taufe – Roland – nach meinem Vater – und wuchs auf, wie man das als Adeliger dieser Zeit eben so tut. Ich bekam dieselbe Ausbildung wie mein älterer Bruder, für den Fall, dass er an einem von tausend Gründen sterben würde, ehe er der Herr über unsere Ländereien wäre.
Entweder lernte ich also, oder betete, oder kämpfte. Oder ich lernte zu kämpfen und zu beten. Ich besuchte andere Adelige, war mal hier ein Jahr als Page tätig, dort ein Jahr als Knappe, las den Damen bei Hof vor, maß mich mit anderen bei blutigen Spielen, ging auf Pilgerreise nach Rom, kehrte zurück, wurde verheiratet, zeugte Kinder. Ein ganz normales, reichlich unbeeindruckendes Leben.
Dann kam in England Heinrich V. auf den Thron, ein junger König, der sich beweisen musste, und der schwelende Konflikt zwischen England und Frankreich brach erneut voll aus.
Ich war zu der Zeit Gast in der Burg de Bourbon, wo der Herzog natürlich alle Männer verpflichtete, sich ihm anzuschließen um gegen England zu Felde zu ziehen. Dort lernte ich auch Margaux kennen, eine wunderschöne Dame mit goldgelocktem Haar. Sie war die Mätresse eines der höheren Adeligen, also Tabu für einfache Landadelige wie mich. Aber das machte mich nicht blind für sie – und sie vielleicht auch nicht blind für mich, auch wenn ich das damals nicht wusste. Wir hatten vielleicht ein, zwei Tänze miteinander und vielleicht ein Dutzend Gespräche.
Wir zogen also aus, ein gewaltiges Heer von Rittern und Edelknechten, hauptsächlich Infanterie und schwere Reiterei, um uns dem entgegenzustellen, was Heinrich an unsere Nordküste geschwemmt hatte und was dort plündernd umherzog.
Im Oktober hatten wir sie endlich gestellt und das Schlachtfeld war gewählt, so dass es am Tag des heiligen Crispinian zur Schlacht bei Azincourt kam. Und es wurde ein reines Desaster! Der Grund war schlammig, ein Teil des französischen Heeres kam erst gar nicht zur Schlacht, und die beschissenen englischen Langbogenschützen holten uns trotz Rüstung von den Pferden. Und so wurde auch ich in der Schulter von einem Pfeil durchbohrt und von Engländern gefangen genommen. Die Schmach, dass meine Familie Lösegeld würde zahlen müssen, brachte mich beinahe um.
Was mich dann aber wirklich beinahe umgebracht hätte, war der Befehl von diesem Bastard Heinrich, dass alle französischen Gefangenen getötet werden sollte, bis auf die ranghöchsten Adeligen. Unsere Fänger protestierten, wollten das Lösegeld für uns nicht durch den Befehl verlieren, also schickte Heinrich seine Bogenschützen – einfache Gemeine ohne Adelsrang – los, um uns die Kehlen aufzuschneiden, oder uns in Hütten zu sperren und diese dann anzuzünden.
Ich wusste, ich wollte nicht sterben, erst recht nicht durch die Hand eines einfachen Bauers weit unter meinem Stand oder bei lebendigem Leib verbrannt. Ich rempelte also die nächste Wache um, ignorierte den Schmerz in meiner Schulter, in der immer noch der Pfeil steckte, und rannte los. Mit mir flohen noch ein Dutzend weitere Ritter. Etliche von ihnen wurden noch bei dieser Flucht in den Rücken geschossen und an Ort und Stelle mit teilweise ihren eigenen, zuvor abgenommenen Schwertern erschlagen.
Aber wie durch ein Wunder schaffte ich es in den nächsten Wald, und dann weiter ins Unterholz. Noch nie wollte ich so sehr leben wie in diesen Stunden. Überall waren Engländer, die nach mir und anderen Franzosen suchten, die vielleicht geflohen waren, sich tot gestellt hatten oder sonst wie dem Gemetzel entkommen waren. Immer wieder hörte ich ihre Stimmen, und ab und zu einen flehenden Schrei.
Aber sie fanden mich nicht. Die Nacht brach herein und meine Schulter fühlte sich taub an vor lauter Schmerz. Der verfluchte Pfeil steckte noch immer darin und langsam bekam ich Fieber, hatte Durst und fühlte mich schwach. Als es in meiner Nähe raschelte, dachte ich, sie hätten mich gefunden. Ich robbte weg von dem Geräusch wie der elende Feigling, der ich in diesem Moment war. Aber ich hatte nicht einmal einen Dolch, um mich zu verteidigen. In meiner Verzweiflung griff ich den nächstbesten Stein vom Waldboden und hob ihn mit dem gesunden Arm auf, um ihn zu werfen.
Aber es war kein Engländer. Es war Margaux, die dort in der Dunkelheit stand, mich ansah, und lachte. In diesem Moment war ich mir sicher, dass ich gestorben sein musste, denn es ergab keinen Sinn, dass sie hier war. Hatte sie ihren Geliebten ins Heerlager begleitet? War auch sie in die Wälder geflohen vor dem, was die Engländer ihr sicherlich antun würden, wenn sie ihrer habhaft wurden? Mein Verstand kreiste noch immer um diese Frage, als sie sich schneller als Menschen möglich zu mir bewegte und mir mit einem einzigen Ruck den Pfeil aus Schulter und Rüstung zog. Ich schrie auf, konnte es nicht verhindern, und war wohl kurz ohnmächtig. Als ich wieder zu mir kam, kniete sie leicht über mir, mit blutrotem Mund, und fragte mich, ob ich leben wollte. Ich sagte ja. Sie fragte mich, ob ich ihr ewig dafür dankbar sein würde. Ich sagte ja. Sie fragte mich, ob ich sie lieben würde, und ich Narr sagte ja.
Als sich ihre Zähne in meinem fiebrigen, geschwächten Körper gruben, war ich mir nicht sicher, mit was ich diesen unheiligen Pakt geschlossen hatte. Aber es war mir auch ganz egal, selbst dann noch, als sie mich verwandelte und mein Leben als Mensch endete.
1415-1648
Als ich wieder zu mir kam, war ich gewandelt. Ein netter, kleiner Babyvampir in einer brutalen, erbarmungslosen Welt, der erst einmal lernen musste, was das bedeutete. Und Margaux verschwendete nicht wirklich viel Zeit darauf, es mir langsam und schonend beizubringen. Nein, sie sagte mir direkt, dass ich an sie nun gebunden war, dass ich nie wieder in die Sonne gehen konnte und Blut trinken müsse. Denn ehrlich, von Vampiren hatte ich bis dahin noch nicht einmal etwas gehört, die ganzen Geschichten um sie entstanden erst viel später, zumindest in Frankreich.
Ich versuchte nicht wirklich, mit ihr zu diskutieren. Jetzt mit meiner heutigen Erfahrung gehe ich davon aus, dass sie meine Gedanken dahingehend manipuliert hatte, dass ich ihr gehorchte. Ich nehme es ihr aber nicht übel, da ich selbst in späteren Jahrhunderten mit meinen Nachkommen ähnlich verfahren würde. Sie brachte mich von den Resten des Schlachtfeldes und sorgte dafür, dass ich auch das erste Mal meine Reißzähne ausprobierte – an einem Engländer, dessen Truppe unseren Weg kreuzte, während sie die anderen fünf seiner Sorte sehr zu meiner Genugtuung nacheinander sehr schmerzvoll tötete.
Wir fanden zwei Pferde auf ähnliche Weise und entfernten uns schnell, und nach ein paar Nächten waren wir in ihrem Anwesen angelangt, das ich bis dahin nie betreten hatte und für eine ganze Weile nicht verlassen würde. Ihre Bediensteten waren größtenteils Menschen, die ihrem Willen unterworfen waren oder aber darauf hofften, ihre Gunst zu erlangen, und sie ließ mich erst einmal in deren Obhut, während sie noch einmal für zwei Wochen verschwand. Sie sagte, um den Verbleib ihres Liebhabers zu klären. Dass sie außerdem zum Sitz meiner Familie aufbrach, um meine Ehefrau und meine Kinder zu töten, erfuhr ich erst Jahrhunderte später. Aber sie wollte nicht riskieren, dass ich sie verlassen und etwas dummes tun würde aufgrund familiärer Bande und alter Liebe. Für meine Brüder und meine Eltern bestand diese Gefahr nicht, aber für meine Kinder? Wer weiß.
Ich verbrachte die nächsten 50 Jahre auf ihren Ländereien, lernte, was es wirklich bedeutete, ein Vampir zu sein, welche Fähigkeiten ich dadurch erlangte – und wie meisterlich Margaux Einfluss zu nehmen wusste auf Politik und Klerus, ohne jemals ernsthaft in Erscheinung zu treten. Ich nährte mich von den Bediensteten oder Gästen, und Margaux nährte sich meistens von mir. Und bald schon war ich nach ihren Bissen so süchtig wie nach dem Blut der anderen.
Und als die Wahrscheinlichkeit, dass sich noch irgend jemand an den jungen Sire de Rieux erinnern würde, der bei Azincourt gefallen war, auf so ziemlich null gesunken war, nahm sie mich mit zurück in die Welt.
Jeanne D’Arc war von den Engländern gefangen genommen und hingerichtet worden, die Türken hatten Konstantinopel erobert und damit das Byzantinische Imperium von der Landkarte getilgt, die italienischen Städte bekriegten sich fleißig gegenseitig, und in Spanien hatten sich Kastilien und Aragon verbunden, um die Muslime aus Granada zu vertreiben. Und Frankreich und das Heilige römische Reich hatten Burgund unter sich aufgeteilt. Es war eine fantastische Zeit, um politische Intrigen zu spinnen. Informationen waren mehr wert als Gold, und ich wurde zunehmend besser darin, sie zu beschaffen, geseufzt von unbefriedigten Kurtisanen oder gelangweilten Ehefrauen, die mehr hörten, als ihnen zugedacht war, während Margaux ihre Männer ablenkte und wir beide von Hof zu Hof wanderten, um immer delikateres Blut zu kosten. Und noch mehr frohlockte ich, als sich England innerlich zerfleischte und deren Adelshäuser sich untereinander bekriegten. Ich würde gern behaupten, dass ich daran Anteil gehabt hätte, aber leider war dem nicht so.
Als dann eine neue Form des Christentums aufkam, versank die ganze Welt wieder im Chaos. Jeder suchte seinen eigenen Gott und verbrannte alle, die seiner Meinung nach das falsche glaubten. Es war gefährlich, aber auch großartig, denn nie konnten wir offener zeigen, was wir waren. Es gab so viel Tod und Vernichtung, im Heiligen Römischen Reich noch mehr als in Frankreich, dass es wenig auffiel, wenn hier und da mal ein Dorf nicht von Truppen, sondern von Vampiren ausgelöscht worden war. Bei dem Massaker der französischen Krone an den Hugenotten floss so viel Blut, dass wir gar nicht alles trinken konnten.
Und trotzdem gab es manche unter den Vampiren, denen das alles zu auffällig war. Die die Menschen nicht als das Vieh behandeln wollten, was sie eigentlich waren, nicht als die Marionetten, die wir so gerne benutzten, sondern als gleichberechtigte. Wie lächerlich! Es dürfte wohl niemanden groß verwundern, dass Margaux und ich uns eher der Gruppe zugehörig fühlten, die die Vampire als eindeutig überlegene Rasse sahen und die deshalb lieber herrschen wollten, anstatt zu kriechen.
Aber ab da wurde das Leben durchaus komplizierter.
1648-1791
Wir blieben in Frankreich und schlossen uns dem Haus des Blutes in Paris an, das eine regelrechte Blüte an Kultur und Farbe erlebte. Louis XIV. War dahingehend ein fantastischer König. Aber auch ein sehr langlebiger, was die Einflussnahme des Haus des Blutes auf ihn schwierig machte. Leider umschwärmte das Haus der Schatten, dieser elende Haufen, ihn genauso wie das Haus des Blutes, so dass es mitunter sehr blutige Auseinandersetzungen gab.
Außerdem legte sich Margaux ein weiteres Spielzeug zu: Pierre. Auch er war ein junger Adeliger, und bald schon hatte sie mehr Gefallen an ihm, als an mir. Ich hasste den Kerl. Nicht, weil ich Margaux liebte, sondern weil er mir damit meine machtvolle Position streitig gemacht hatte als ihr Vertrauter. Eines schönen Abends also hatte er eine recht ungünstige Begegnung mit ein paar ziemlich wütenden Werwölfen, die ganz vielleicht der Ansicht waren, er könnte drei Nächte zuvor einen der ihren getötet haben. Von Pierre blieb nichts mehr übrig, was sich hätte regenerieren können.
Margaux wusste, dass ich es war. Und sie tat zwar so, als würde sie trauern, aber sie bestrafte mich nicht für das, was ich getan hatte. Ich glaube, sie war sogar ein wenig von meinem Willen beeindruckt, für meine eigene Macht einzustehen.
Und so lebten wir weiter. Hin und wieder hatte sie einen weiteren Nachkommen, dann fing ich an, meine ersten zu erschaffen. Auch, um mich zu nähren. Einige von ihnen verschwanden auch spurlos, wenn Margaux sie nicht mochte, so wie einige der ihren auch verschwanden, wenn sie mir in die Quere kamen. Wir bauten den Einfluss unseres Hauses aus. Irgendjemand kam auf die grandiose Idee, Wandler nicht mehr zu jagen, sondern zu züchten und mit Gedankenmanipulation gefügig zu machen, wenn Ketten und Drohungen nicht reichten. Ein geniales Konzept, und wir beteiligten uns fleißig an diesem nicht nur lukrativen, sondern auch schmackhaften Konzept.
Nebenbei nutzte ich meinen Einfluss, England zu schaden, wenn es mir möglich war, weshalb ich einiges an Mitteln aufwendete, die ich über die letzten Jahrhunderte zusammengerafft hatte, um die Jakobiten zu unterstützen oder die Piraten auf Nassau. Nicht wegen tiefer Überzeugung für ihre Kämpfe, sondern einfach, um England Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Und zumindest letzteres war eine ganze Zeit lang auch sehr lukrativ.
Tja, und dann passierte es, dass die Spannungen in Frankreich, aufgestachelt durch die beiden Vampirhäuser, zu explodieren drohten und der König – jetzt Louis XVI. – versuchte, das Land zu verlassen. Und dabei auch noch so dämlich war, sich erwischen zu lassen. Wir mussten reagieren, bevor Häuser von außerhalb zu sehr ins Land drängen konnten, um die Situation auszunutzen, und Margaux schickte mich nach Osten, um dort für Ruhe zu sorgen und jegliche Bedrohung auszumerzen, während sie in Paris zurückblieb. Ein schlimmer Fehler.
1792-1861
Es war ein langer und sehr blutiger Kampf zwischen den Vampirhäusern. Beide Seiten und die Sterblichen hatten erhebliche Verluste. Über ein Jahr kam ich nicht wieder zurück nach Paris, sondern war in Reims, in Lyon, in Luxemburg sogar, um die Schatten zu jagen und zu töten, die es wagten, das Haus des Blutes herauszufordern. Und nicht selten verloren auch wir dabei die ein oder andere Schlacht um Einflussgebiete.
Am 18. August 1792 aber durchzuckte mich ein so urtümlicher, plötzlicher Schmerz, dass ich gleich wusste, dass Margaux den endgültigen Tod gefunden hatte. Ich reiste zurück nach Paris, so schnell das eben möglich war, und fand dort Chaos und Zerstörung vor. Ich bahnte mir also einen Weg zurück zu Margaux’ Haus, das geplündert worden war, und es dauerte eine Weile, bis ich endlich Kontakt zu verbleibenden Mitgliedern des Haus des Blutes hergestellt hatte, um herauszufinden, was passiert war.
Tja, und was war passiert? Die verdammten Wandler, diese Viecher, hatten sich befreit und die Vampire angegriffen, in die Sonne gezerrt und getötet und waren dann im Chaos dieser französischen Revolution abgehauen.
Aber so leicht kamen sie mir nicht davon. Trotz des aufkommenden Krieges mit Österreich, das die Königsfamilie schützen wollte, Revolution und Gegenrevolution und der allgemein angespannten Lage, veräußerte ich weite Teile meines Vermögens und dem von Margeaux unter teils erheblichen Verlusten, verabschiedete mich von der Politik in Paris und machte Jagd auf ihre Mörder.
Es dauerte einige Jahre und war reichlich unbequem. Ein paar fand ich in den Niederlanden und weiter östlich in Preußen. Eine Spur führte mich nach Italien, ehe ich einer weiteren immer weiter nach Westen folgte, durch das jetzt wieder christliche Spanien und Portugal. Von ein paar verlor ich jegliche Spur, wiederum einige andere wurden von anderen Vampiren gefangen und getötet, oder neu versklavt und später getötet. Letztendlich hatte ich nur eine einzige, letzte Spur noch zu einem Wandler, der ein Schiff in die Neue Welt genommen hatte. Ich hätte es aufgeben können und meinen Rachefeldzug beenden und wieder zurückkehren in das nach Napoleons Unterwerfung wieder friedliche Frankreich.
Aber die Wahrheit war, dass mich ohne Margaux hier nicht mehr viel hielt, also veräußerte ich den Rest, den ich noch hatte, manipulierte einen Schiffskapitän fast bis zur Besinnungslosigkeit und ließ mich ebenfalls über den Atlantik befördern, während seine Crew und die anderen Reisenden eine seltsame Krankheit befiel, die sie schwächte.
Ich kam in Lousiana an Land, das die Amerikaner den Franzosen abgekauft hatten, und nutzte mein restliches Vermögen und meine Fähigkeiten zunächst, um mir in New Orleans eine neue Basis zu erschaffen. Hier im Westen waren die Vampirhäuser elendig spärlich vertreten und die Wandler dementsprechend stark und aufmüpfig. Dementsprechend musste ich klüger vorgehen und konnte nicht einfach losziehen und Leute umbringen.
Ich half also dabei mit, das Haus des Blutes in New Orleans aufzubauen, mehrte meinen Einfluss und mein Vermögen, und erschuf hin und wieder einen Nachkommen, den ich losschickte, damit die Spur nicht erkaltete. Auch investierte ich etwas weiter nördlich in Baumwolle und Zuckerrohr. Bisweilen ließ es sich nicht verhindern, deswegen auch zu verreisen, um in Carolina oder Virginia Verträge zu schließen – und auch, um dort Einflüsse zu sichern und Verbündete zu suchen, andere Mitglieder des Haus des Blutes oder solche, die damit sympathisierten. Wenigstens hatte die Menschheit inzwischen halbwegs nützlich die Eisenbahn erfunden, was Reisen sehr viel bequemer und schneller machte.
So kam es, dass ich auf einer dieser Reisen auch auf Tristan Vaughan traf, einen Vampir ähnlicher Gesinnung wie ich. Anfangs noch etwas vorsichtig, taxierten wir uns wohl eine Weile gegenseitig bei unseren Geschäften, bis wir zumindest soweit Vertrauen fassen konnten, auf derselben Seite zu stehen und uns nicht gegenseitig zu behindern. Wir trafen die ein oder andere Übereinkunft, was die Unterstützung der Sklaverei anging, und hielten ab da Briefkontakt. Natürlich chiffriert. Wahrscheinlich waren wir beide da in gleicher Weise paranoid. Oder einfach beide ähnlich alt und damit mit ähnlichen Erfahrungen gesegnet.
Die Südstaaten strebten auch nach immer mehr Unabhängigkeit von der Bevormundung durch den Norden. Insbesondere die Sklaverei war ein zu schützendes Gut, das ich vollauf unterstützte. Als die Spannungen immer offensichtlicher zu Tage traten, hatte ich aber endlich Nachricht von einem weniger nutzlosen Abkömmling erhalten, dass der letzte Wandler, der mit Margaux’ Tod in Verbindung stand, gefunden war. Und so reiste ich wieder einmal aus New Orleans weiter Richtung Westen, ziemlich unwürdig tagsüber geschützt in einer doppelt verkleideten Holzkiste, bis ich eines Nachts mein Ziel erreichte. Ich ließ mir Zeit, bezirzte die Nachbarn des Wandlers, hetzte sie gegen ihn auf, wartete, bis ich genug Unterstützung hatte, und ließ den Mob dann auf die Farm des Wandlers los, wo sie alles abbrannten, das Vieh abschlachteten und ihn so nach draußen trieben. Ich tötete erst seine Kinder, dann seine Frau, und sah schließlich zu, wie seine eigenen Nachbarn ihn aufknüpften. Mir gefällt der Gedanke, dass das letzte, was er wohl sah, ich war, wie ich unter ihm stand und ganz leicht und höflich zu ihm hinaufwinkte, während seine Nachbarn die Reste seines Farmlandes plünderten.
1861 – 1980
Und da stand ich nun, die letzte Spur zu ihrem Ende verfolgt, die letzte Rache vollführt, und hatte kein wirkliches Ziel mehr. Der Abgrund, der sich vor mir auftun wollte, der mich in die sanfte Leere eines endgültigen Todes einlud, war durchaus verlockend. Noch dazu hatten die Südstaaten nun wirklich den Krieg gegen den Norden erklärt und drohten ihn aufgrund technischer Unterlegenheit und fehlender Mannstärke zu verlieren.
Aber aufgeben lag mir einfach nicht. Ich kehrte zurück nach Louisiana und versuchte, meine Investitionen bestmöglich zu schützen. Eine vergebliche Liebesmüh, wie es sich herausstellen sollte, aber immerhin kam ich mehr oder weniger verlustfrei durch den Bürgerkrieg und die danach folgende Zeit menschlichen Elends. New Orleans war auch bereits sehr früh von der Union kampflos eingenommen worden und dank eines fähigen Grafen und meinem Talent der Informationsbeschaffung fest in der Hand des Haus des Blutes, so dass mein Anwesen geschützt war und intakt blieb.
Nachdem das lukrative Geschäft der Sklaverei wegfiel und daher Investitionen in Baumwolle und Zuckerrohr schwieriger wurden, befasste ich mich mit einem Phänomen, das in den letzten hundert Jahren zugenommen hatte: Banken. Und deren Geschäfte. Während Vampire Menschen ausbluten ließen und leersaugten, taten Banken das mit allen und vor allen Dingen ihren Seelen. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich das Prinzip von Anfang an mochte?
Ich investierte also neu, in Anlagen, Aktien, Anleihen, Obligationen, fing an, mein Geld für mich arbeiten zu lassen und die Arbeit an andere abzugeben. Ich gründete auch eine eigene Firma – Reed, Pollack & Gambles, wobei ich Mr. Reed, Mr. Pollack und Mr. Gambles alles selbst war – um meine Identität zu verschleiern und stationierte ein menschliches, alterndes Gesicht als Geschäftsführer für die Außenwelt, einen Anwalt, den ich vermutlich so oft gedankenmanipuliert habe, dass er irgendwann nicht mehr seinen eigenen Namen kannte, und suchte mir ein neues Hobby: Ich sammelte Bücher und jagte Erstausgaben anstelle von mörderischen Wandlern. Oh, Wandler verfolgte ich immer noch, aber nicht mehr mit demselben verbissenen Eifer, zumal es zunehmend schwieriger wurde, ihr Verschwinden zu erklären und man sie nicht mehr in ein Verlies einpferchen und züchten konnte, ohne aufzufallen oder andere Wandler zu ihrer Befreiung auf den Plan zu rufen.
Und vermutlich wäre ich wohl immer noch in New Orleans und vielleicht sogar der Graf der Stadt, wenn das Schicksal mir nicht mal wieder auf die Füße gekotzt hätte und ein anderer Vampir mir zuvor gekommen war. Ich vermute immer noch, dass das Haus der Schatten den Bruch herbeigeführt hat, um wieder mehr Einfluss in New Orleans zu bekommen, in jedem Fall wurde der bisherige Graf durch einen Emporkömmling namens Gerard DuCasse gestürzt und nicht nur vertrieben, sondern mitsamt seinem Anwesen zu Asche verbrannt. Auch bei mir haben es die Bastarde versucht, und ich trauere immer noch um mein wunderschönes Herrenhaus mit den Beeten voller französischer Lilien, das bis auf die Grundmauern abgebrannt ist, aber ich selbst konnte mich durch einen Geheimgang in Sicherheit bringen – ein Überbleibsel aus der Zeit der Prohibition zum Schmuggeln von Alkohol, das ich gut geheim gehalten hatte. Allerdings war dann auch für mich klar, dass ich besser die Stadt wechseln sollte, denn wo ein Versuch missglückte, würde ein anderer vielleicht Erfolg haben. Und eine kurze Bestandsaufnahme machte deutlich, dass DuCasse mehr Unterstützer hatte als ich.
Ich zog es also vor, umzuziehen, und wählte dafür das andere Ende der Vereinigten Staaten: Californien.
1980-2011
Trotz meiner Abneigung für große Feuer und Erdbeben fand ich ein ansprechendes Domizil in San Francisco, und die dortige Zelle des Haus des Blutes war Neuankömmlingen gegenüber aufgeschlossen. Ich ordnete mich also erst einmal brav unter und flog ein wenig unter dem Radar, bis ich Fuß gefasst hatte. Subtil fing ich an, mein Netzwerk aufzubauen und mir einige Informanten gefügig zu machen.
So traf ich nach einiger Zeit auch auf eine noch sehr junge und etwas naive Vampirin, die so unvorsichtig war, mich nahe genug an sich heranzulassen. Vielleicht auch, weil ich mein Alter deutlich jünger angegeben hatte und sie selbst auch gerade einmal eine Iuvenal war. Erst flirtete ich nur ein wenig mit ihr, bis ich mir sicher genug war, es zu riskieren, und pflanzte ihr ein Verlangen nach mir und den Wunsch, mir zu gefallen subtil und unauffällig ein. Narren würden wohl sagen, ich befahl ihr, sich in mich zu verlieben. Eine Affäre mit mir zu haben. Und auch, wenn sie selbst keinem Haus angehörte – eine Unart amerikanischer Vampire, wie ich fand – hatte sie interessante Informationen über Wandler und andere Rassen, die ich mir gern und unauffällig zunutze machte. Und das beste war, dass sie mich von ihr trinken ließ, so dass es für mich erheblich einfacher wurde, mich zu nähren. Nun, zumindest bis sie im Sommer 2011 verschwand.
Leider erwies sich das Machtgefüge in San Francisco als sehr stabil, so dass es schwer für mich war, meine eigene Macht wirklich auszubauen. Ich wurde langsam frustriert und gelangweilt von der immer gleichen Zögerlichkeit des Grafen, gegen das Haus der Schatten vorzugehen. Und so zögerte ich nicht sehr lange, als ich Post von einem alten Freund bekam: Tristan Vaughan hatte sich weiter im Norden dem Haus des Blutes angeschlossen und ein enger Vertrauter war dort nun der neue Graf und suchte Unterstützung. Er wusste von meinen Fähigkeiten bei der Beschaffung von Informationen und dem Tanz des politischen Parketts und bot mir an, sich ihm und seinem Graf anzuschließen. Vielleicht gab es auch den ein oder anderen monetären Anreiz.
Ich erbat mir ein paar Monate Bedenkzeit und machte mich schließlich im November des Jahres einmal mehr an einen Umzug – diesmal mit besseren Aussichten.
Ab Dezember 2011
Ich kam gerade rechtzeitig nach Dawnskap Bay und hatte mich häuslich eingerichtet und orientiert, als auch schon die Einladung des Haus des Blutes kam und Tristan zum Vikar des noch unsicher gefestigten neuen Grafen Joaquin Moreau ernannt wurde. Es war immer gut, Freunde in einflussreichen Positionen zu haben, also nahm ich es wohlwollend zur Kenntnis.
Noch praktischer war, dass der Graf sich kurz darauf zu einer Reise aufmachte und so Tristan quasi die Geschicke lenkte, was mir weitestgehende Freiheiten trotz meiner noch recht neuen Ankunft in der Stadt erlaubte. Ich streckte also wieder meine Fühler aus und suchte nach nützlichen Informanten, um an Einfluss zu gewinnen. Als unerwartet Moreau in Europa das Zeitliche segnete, geriet einiges unerwartet in Bewegung.
Selbstverständlich war ich dafür, das Haus der Schatten für diesen Angriff bluten zu lassen, wann immer sich dazu eine Gelegenheit ergab. Ich freue mich auch schon darauf, den Gefallen auf gleicher Ebene zu erwidern, wenn es möglich sein sollte. Wer braucht schon einen Priscus, wenn er einen Grafen haben kann?
Dass Tristan Vaughan allerdings Alden Mowbray zum Vikar ernannt hat, ist ein unschönes Ärgernis. Wenn die Auseinandersetzung mit dem Haus der Schatten beendet ist und die Macht des Hauses des Blutes gesichert ist, werde ich vielleicht dafür sorgen, dass dieser Posten neu vergeben wird. Unauffällig, natürlich. Aber das liegt noch in der Zukunft.
And at the end?
Just a few more things.
Spielername
Ilya
Avatarperson
Timothée Chalamet
Zweitcharakter(e)
Michael McGregor und Fetuilelagi Andrews
Gesuch?/Erwähnte Charaktere
Tristan Vaughan und Victoria Ramírez dürfen gerne zustimmen

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