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Liz Parker
Rotten Soul

InGame-Posts: 21
Registriert seit: 04.01.2026
Letzter Besuch: Gestern, 22:53
Status: Offline


Avatarperson: Gionna Daddio
Wesen: Mensch
Wohnort: Carnasee
Status: Ja
Aussehen: Größe: 1.65
Haarfarbe: Blond
Augenfarbe: Blau
Statur: Sportlich, muskulös
Aurenfarbe: Grün-Rot-Schwarz

Verbundene Accounts


« „Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie das hier läuft“, schloss sie und sah ihn an, halb entschuldigend. Aber er würde das Chaos jetzt sicher einfach sortieren. »
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22.06.0012 When the fatherland calls its soldiers
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26.06.2012 | Liz Parker & Estéfan Rogerson | abends in Steves Haus
06.07.2012 Zwischen Polyvinylpyrrolidon-Iod und Genesungswünschen
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06.07.12, General Hospital, Melek && Liz
21.07.2012 Time of my life
Mitspieler
Lizzy gönnt sich eine Massage
Archivierte Szenen (1) [+]

Liz Parker

Who am I?


These are my roots.



Name & Spitzname


Elizabeth ‚Liz‘ Emilia Parker, Huntername: ‚Ems‘

Alter & Geburtstag


26 Jahre alt, 02.02.1986 geboren.

Herkunft


5200 Schott Road, Mayville, Missouri, 48744 USA.

Bildung


Liz hat die Junior High School kurz vor dem Abschluss verlassen.

Beruf/Job


Liz arbeitet als Aushilfe im Buchladen und verdient sich noch ein wenig dazu, indem sie kellnert.

Familienstand


Single

Familie


Liz hat seit  2001 keinen Kontakt zu ihrer Familie, da der Dämon sie getrennt hat und Liz nie wieder versucht hat, Kontakt zu einem von ihnen aufzunehmen.

Mutter
Eliza Parker, Ehefrau und Mutter, 1961 - 1990
Vater
John Parker, Farmer, 1955 - 2010, ermordet
Brüder
Tom Parker, Farmer,  1980 - 2010, ermordet
Michael Parker, Cop, 1982 - 2010, ermordet
Edward Parker, Lehrer, 1984 - 2010, ermordet
Aaron Parker, Kaufmann 1985 - 2010, ermordet


Risk a glance?


There is more you can see.



Aussehen


Größe: 1.65
Haarfarbe: Blond
Augenfarbe: Blau
Statur: Sportlich, muskulös
Körperliche Besonderheiten: Ziemlich viele kleine Narben über den ganzen Körper verteilt

Charakterliche Eigenschaften


Stärken & Schwächen:

Stärken
-Entschlossen
-Teilweise übertrieben fröhlich
-Treu
-Furchtlos
-Wissbegierig
-Unermüdlich


Schwächen
-Fanatisch
-Teilweise Introvertiert und kontaktscheu
-Verbittert
-Häufig unhöflich
-Impulsiv und unbedacht


Vorlieben & Abneigungen:
Liz liebt
-Schokolade
-Bücher
-Regen
-Feuerwaffen (Pistolen, Gewehre)
-sportliche Kleidung
-Vegetarisches Essen
-Musik
-Sport

Liz verabscheut
-Zur Schau gestellte Intelligenz
-Stille und Einsamkeit
-Hunde
-Enge Räume, inkl. Fahrzeuge

Besonderheiten:
Liz hat einen Tumor nahe der Nebenniere, genau genommen ein Phäochromozytom, von dem Liz nichts weiß. Dieser Tumor sorgt von Zeit zu Zeit zu Panikattacken, bei der enorme Mengen an Stresshormonen ausgeschüttet werden. Diese führen zu einer übernatürlichen Körperkraft und Schnelligkeit, jedoch kann Liz die Situationen nicht kontrollieren und diesen Zustand auch nicht willentlich herbeiführen.

Liz war 12 Jahre lang von einem Dämon besessen.

Gesinnung


Liz will denen helfen, die sich nicht selbst helfen können und vor Allem Menschen von Dämonen befreien. Ihre ganze Art ist jedoch fatalistisch, sodass sie sich nicht davor scheut, Böses zu tun. Liz weiß von Dämonen, Hexen und Vampiren. Von Werwölfen hat sie gehört, allerdings beschränkt sich ihr Wissen auf 'Der Werwolf von Tarker Mills' (Stephen King).
Von anderen Wandlern und weiteren Wesen hat sie bisher noch nichts gehört.


You want more?


There is a world behind the shades.



Rasse


Mensch

Fähigkeiten


Übernatürliche Stärke während einer Panikattacke
Umgang mit Feuerwaffen
Kampfsport, genau genommen Ringen und Boxen.

Zugehörigkeit


The Archive, Hunter

Aurenfarbe


Grün-Rot-Schwarz


How's my life?


Life is the greatest adventure.



Was bisher geschah …



In the beginning ... (1986 - 2001)
Der Mann rückte den Küchenstuhl ein Stück näher an den Tisch heran, bis er Emily Trautman direkt ansehen konnte. Er wollte Blickkontakt, Nähe herstellen, Vertrauen aufbauen. „Hören Sie, Miss Trautman“, sagte er ruhig. „Lassen Sie uns ganz von vorne anfangen. Erzählen Sie mir bitte von Liz Parker.“

Emily zögerte. Ihre Hände lagen reglos ineinander verschränkt auf der Tischplatte.
„Ich … ich weiß nicht“, begann sie schließlich. „Ich habe noch nie mit einem Reporter gesprochen. Und Liz?“ Ihre Stimme stockte. „Sie ist schuld daran, dass mein Sohn verschwunden ist.“ Sie schwieg einen Moment, atmete tief ein, als müsse sie sich erst sammeln, bevor sie weitersprechen konnte.
„Ich kenne Liz, seit sie ein kleines Kind war. Sie ist auf der Parker-Farm hier in Mayville aufgewachsen, keine halbe Meile von hier entfernt. Und solange ich sie kannte, war sie ein Wildfang.“ Ein bitteres Lächeln huschte über Emilys Gesicht. „Damals war ich ihre Lehrerin. Sie und ihre Brüder – die hatten nichts als Unsinn im Kopf. Liz war mit meinem Adam in derselben Klasse in der Elementary School. Schon damals hat sie sich eher wie ein Junge benommen. Sie hat sich geprügelt. Mein Gott, sie hat mit dem Gewehr ihres Vaters auf Enten geschossen.“ Emily schüttelte den Kopf. „Natürlich war das seine Schuld. Er hat es ihr schließlich beigebracht. Ihre Mutter war früh gestorben, also hat er die Kinder allein großgezogen.“

Sie presste die Lippen aufeinander, dann fuhr sie fort:
„Und sie hat meinen Sohn mit hineingezogen in all diesen Unsinn. Die beiden sind den ganzen Tag im Wald herumgestreift, haben in einem alten Bergwerksstollen gespielt und Dinge getan, die.” Ein harter Kloß schien ihr die Kehle zuzuschnüren.
„Es war 1998. Adam und Liz waren zwölf Jahre alt, als sie auf einer Landstraße einen verwahrlosten Obdachlosen gefunden haben. Der Mann war fast tot. Adam hat den Notruf gewählt, während Liz bei ihm geblieben ist.“
Ihre Stimme wurde leiser. „Das war wohl die letzte gute Tat, die ich je von ihr mitbekommen habe. Es hat nichts genützt. Der Mann war tot, noch bevor er das Krankenhaus erreicht hat.“

Emily hob den Blick, ihre Augen glänzten. „Danach wurde alles schlimmer. Im Unterricht hat sie nur noch gestört. Und immer wieder hat sie diese Worte in ihre Schulbank geritzt: DAGDA MOR. Ich wusste nicht, was das bedeuten sollte.“
Sie atmete scharf aus. „Drei Jahre später war sie kaum wiederzuerkennen. Das war 2001. Daran erinnere ich mich ganz genau.“
Ihre Stimme zitterte jetzt. „In diesem Jahr ist zuerst mein Adam verschwunden. Und kurz darauf ist Liz bei irgendeinem Kerl in einen Truck gestiegen und einfach weg gewesen. Das ist das Letzte, was ich von ihr gehört habe. Ich weiß nicht, wo sie heute ist. Nur, dass sie nie wieder hier aufgetaucht ist.“

Der Reporter nickte langsam, machte sich einige Notizen und legte dann den Stift beiseite.„Haben Sie davon gehört“, fragte er behutsam, „dass man in einem Brunnen im Wald Knochen gefunden haben soll? Nicht weit von der alten Parker-Farm entfernt?“ Emily riss die Augen auf. „Was?“ flüsterte sie. „Mein … mein Adam …?“


Gone girl  ... (2001)
Tom Wilkens saß im schummrigen Licht des Truckstops und starrte auf sein Bier. Es war das erste des Abends. Jemand hatte es ihm hingestellt, ohne zu fragen. Er nahm einen tiefen Schluck, als müsste er etwas hinunterspülen, das schon lange in ihm festsaß.
„Ja“, sagte er schließlich. „Ich erinnere mich an sie. Verdammt gut sogar. Manche Gesichter brennen sich ein.“ Er rieb sich mit dem Daumen über den Glasrand.
„Missouri. Nacht. Regen, der dir die Sicht nimmt. Kurz vor so einem gottverlassenen Kaff steht sie am Straßenrand. Dünn. Durchnässt. Sie sieht aus wie ein ausgesetztes Tier.“ Ein trockenes Lachen. „Ich halte an. Großer Fehler.“

Er erzählte ohne Hast, fast mechanisch. „Sie sagt, sie heißt Liz Parker. Fünfzehn. Will nach Seattle zu ihrer Mom. Geschiedene Eltern, Prügel vom Vater. Ich hab den Mist schon tausendmal gehört und geglaubt.“
Er hob das Glas. „Also nehme ich sie mit.“ Sein Blick wurde härter. „Sie isst, sie redet, sie lacht manchmal. Erzählt von Brüdern, von Hass, von Angst. Ich höre zu, alles sauber. Ich passe auf.“

Er beugte sich vor. „Fünf Meilen vor Seattle legt sie plötzlich ihre Hand auf meinen Oberschenkel. Ganz ruhig. Ganz bewusst. Und sagt, sie will sich bedanken.“
Seine Lippen verzogen sich. „Ich fahre sofort runter. Dunkler Rastplatz. Kein Licht. Kein Zeuge. Ich will ihr sagen, dass … ähhh …. das hier endet. Dass sie aussteigt.“
Er schluckte hart.„Der Truck steht noch nicht mal richtig, da explodiert sie.“

Seine Stimme wurde leise. „Ein Schlag. Dann noch einer. Voll rein. Ich kriege kaum Luft. Dann ihre Stiefel. Immer wieder. Gesicht. Magen. Gesicht.“ Tom presste die Kiefer zusammen. „Ich schaffe es, den Gurt zu lösen und falle aus dem Sitz. Aber sie ist sofort da. Über mir. Wie ein Tier, das gelernt hat, wo es treten muss.“ Er hob den Blick, die Augen glasig. „Sie grinst dabei. Kein Zorn. Kein Hass. Nur dieses Grinsen.“
Ein langer Atemzug. „Drei Wochen Krankenhaus. Gebrochene Knochen. Innere Blutungen. Ich hätte draufgehen können.“

Er stellte das leere Glas ab. „Sie hat alles mitgenommen. Geld. Papiere. Schlüssel. Und während ich im Bett liege, lebt sie drei Wochen lang in meiner Wohnung in Seattle. Isst mein Essen. Schläft in meinem Bett.“ Seine Stimme wurde zu einem Flüstern. „Als hätte sie mich ausgelöscht.“ Er lehnte sich zurück. „Wenn ich ihr noch einmal begegne, gibt es keinen Rastplatz mehr.“

Der Reporter sagte nichts. Er stellte nur ein neues Bier vor Tom ab.
Nach einer Weile murmelte er: „Wenn es Ihnen irgendetwas bedeutet – sie ist tief gefallen. Sehr tief.“
Tom lachte leise. „Solche fallen nicht. Die verschwinden.“

It‘s not like Hogwarts ... (2001 - 2003)
Eva Trump – nicht verwandt – saß reglos hinter ihrem Schreibtisch. Der Kaffee vor ihr war schwarz, kalt und unangetastet. Sie rührte ihn nicht um. Sie brauchte den Geschmack nicht mehr. „Frühjahr 2001“, sagte sie tonlos. Sie hatte vor langer Zeit ihre Hoffnung verloren. „Ja. Ich erinnere mich.“

Ein kurzer Blick zum Fenster. Grau. Immer grau. „Damals leitete ich ein Jugendheim. Wir nannten es Betreuung. In Wahrheit war es nur ein Ort, an dem man Kinder parkte, die niemand mehr wollte, aber wir wollten sie. Wir wollten ihnen Hoffnung geben.“
Sie hob die Tasse, setzte sie wieder ab. „Eines Abends brachten zwei Polizisten Liz Parker. Sie sagten nichts weiter. Mussten sie auch nicht. Man sah es ihr an.“
Ein kaum merkliches Zucken um ihre Augen. „Abgehauen. Einen Trucker brutal ausgeraubt. Bewährung. Und plötzlich gehörte sie mir.“

Eva Trump schwieg einen Moment. „Ich habe viele kaputte Jugendliche erlebt. Aber Liz war kein kaputtes Kind.“ Sie suchte nach einem Wort. „Sie war ausgehöhlt. Da war nichts mehr, was man hätte erreichen können, aber das wussten wir damals nicht.“

Ihre Stimme blieb ruhig. „Sie zurück zu ihrer Familie zu schicken, wäre ein Todesurteil gewesen. Für sie. Oder für jemand anderen.“
Sie beugte sich leicht vor. „Am ersten Tag stach sie einem Erzieher den abgebrochenen Hals einer Flasche in den Arm. Langsam. Präzise. Sie hat dabei gelächelt.“ Ein Atemzug. „Danach wussten alle, was sie war, doch wir wollten sie retten.“

Eva Trump sprach nun leiser. „Sie sammelte die Schwachen um sich. Kinder, die Angst hatten. Kinder, die dazugehören wollten. Sie gab ihnen Bedeutung. Und nahm ihnen alles andere.“ Sie schluckte. „Kerzen. Blut. Schnitte in die Haut. Keine Religion. Nur Kontrolle.“

Ein Schatten huschte über ihr Gesicht. „Der Seelsorger dachte, er könne sie retten. Sie ließ ihn glauben, er sei wichtig. Sie benutzte ihn, sie verführte ihn.“ Eine Pause.
„Als sie ihn auf einer Weihnachtsfeier vor allen lächerlich machte genau erzählte, was er mit ihr gemacht hatte, wurde er leichenblass und rannte aus dem Raum. Direkt rauf auf das Dach und von dort ist er kopfüber runter gesprungen.“

Der Raum schien enger zu werden. „Sie verkaufte Drogen. Nicht um high zu sein. Um Macht zu haben.“ Ein kaltes Lächeln. „Als wir sie fragten, ob sie selbst etwas nehme, sagte sie: Ich bin doch nicht krank. Aber sie sah krank aus, mehr und mehr von Woche zu Woche.“

Eva Trump schloss kurz die Augen. „2003 brannte das Heim.“ Ihre Stimme sank zu einem Flüstern. „Es war Nacht. Rauch, der dir die Lunge verbrennt. Schreie aus Zimmern, deren Türen sich nicht mehr öffnen ließen.“
Sie öffnete die Augen wieder. „Brandbeschleuniger. Mehrere Zündpunkte. Das Feuer kroch wie etwas Lebendiges durch die Flure.“
Ein harter Schluck. „Drei Kinder starben. Ein Mädchen erstickte hinter einer Badezimmertür. Zwei Jungs verbrannten im Keller bei lebendigem Leib.“

Stille. „Und Liz Parker war weg. Ich weiß, dass sie es war. Nicht, weil ich es beweisen kann. Sondern weil es genau das war, was sie immer getan hat.“
Sie lehnte sich zurück. „Zerstören und verschwinden.“

Ihre Stimme war jetzt wieder müde. „Ob sie in der Hölle schmort oder irgendwo auf dem Straßenstrich liegt, ist mir egal.“
Der Reporter räusperte sich. „Das klingt sehr… endgültig.“

Eva Trump sah ihn an, als hätte er etwas Kindisches gesagt.
„Manche Menschen“, sagte sie leise, „hinterlassen nur verbrannte Erde.“
Dann stand er auf. Und sie blieb zurück. Mit dem Geruch von Rauch, der nie ganz verschwand, und dem Gefühl, versagt zu haben.

The bitch ... (2003 - 2009)
„Nein“, sagte Mandy sofort. „Liz ist nie auf den Strich gegangen.“
Sie saß zusammengesunken auf dem Stuhl, die Schultern nach vorn gezogen, als würde sie sich kleiner machen wollen. Ihre Stimme war flach, müde.
„Sie hat genommen, was sie wollte. Körper, Geld, Angst. Und danach hat sie die Typen ausgepresst. Manche mit Erpressung. Manche mit Messern.“ Sie rieb sich über das Gesicht. „Einmal wollte so ein fetter Kerl ihr fünfzig Dollar geben, wenn sie nett zu ihm ist.“ Ein kurzes, trockenes Lachen. „Liz nimmt das Geld, rammt ihm ein Messer in die Schulter und sagt, das sei nett. Sie hätte ihm auch die Eier abschneiden können.“
Mandy sah kurz auf ihre Hände. „Ich hab nichts gesagt. Keiner von uns hat was gesagt.“

Sie atmete schwer aus. „2003 tauchte sie hier auf. Kein Zuhause. Kein Plan. Also hab ich sie aufgenommen. Dachte, schlimmer kann sie hier draußen sowieso nicht werden.“
Ein Kopfschütteln. „War gelogen. Für mich selbst.“ Ihre Stimme blieb ruhig. „Ich glaube, sie hat Crystal Meth genommen. Vielleicht auch was anderes. Man konnte ihr beim Verfallen zuschauen. Über Jahre. Fünf Jahre kam sie immer wieder zu mir zurück, wenn sie nicht gerade im Knast war.“ Ein bitteres Schnauben. „Und sie hat gesoffen wie ein Loch. Ich hab ihr Flaschen hingestellt, damit sie ruhig bleibt.“

Sie hob den Blick.„Einmal war sie so dicht, dass sie mir erzählt hat, sie sei in Skara Brae geboren. Mehrere tausend Jahre alt.“ Ein Schulterzucken. „Ich hab gelacht. Heute weiß ich nicht mehr, warum.“

Mandy schwieg einen Moment. „Mit der Zeit wurde sie schlimmer. Und wir haben uns daran gewöhnt.“ Sie zählte nicht mehr auf. Sie wusste, dass er mitschreibt. „Sie hat einer Nutte das Gesicht zerschnitten. Wir haben sie verbunden und weitergemacht. Sie hat einen Hund erschossen, weil er sie wachgehalten hat. Wir haben gesagt, das Tier war eh aggressiv.“
Ihre Stimme senkte sich. „Einmal kam sie lachend aus einem Hinterzimmer einer Bar und meinte, der Typ, der gerade auf ihr lag, sei tot umgekippt. Herzinfarkt.“ Ein kurzes Nicken. „Wir haben den Notruf gewählt, zu spät. Und danach weitergetrunken.“

Mandy sah den Reporter an. „Sie wurde dauernd verhaftet. Aber verurteilt? Nie. Und wir haben uns gesagt, das ist nicht unser Problem.“
Ein langer Atemzug. „2008 hat sie die Tochter einer Freundin von uns an einen Freier verkauft. Richtig verkauft.“ Jetzt erst brach etwas in ihrer Stimme. „Da konnten wir nicht mehr so tun, als hätten wir es nicht kommen sehen.“

Sie rieb sich über die Augen. „Wir haben sie zum Teufel gejagt. Einfach so. Auf die Straße. Und uns eingeredet, dass wir damit endlich das Richtige tun, aber in Wahrheit wollten wir sie nur loswerden.“
Ein leises, bitteres Lachen. „Seitdem ist sie weg. Und ganz ehrlich – so wie sie damals aussah, ist sie heute wahrscheinlich tot.“ Sie senkte den Blick. „Und wenn nicht …“ Sie ließ den Satz offen.

Dann, nach einer Weile: „Fragen Sie Detective Wilson. Der hat sie oft genug eingesammelt. Vielleicht weiß der, warum sie immer wieder durchgerutscht ist.“

Der Reporter sagte nichts. Er nickte nur langsam.
Und diesmal war kein Schmunzeln mehr in seinem Gesicht.

Like a ghost ... (2003 - 2010)
Der Cop verzog den Mund. Kein Lächeln. Nur eine Reflexbewegung. „Vergessen?“ sagte er. „Die kriegst du nicht los. Egal wie lange sie weg ist.“
Er rieb sich über den Nacken, als säße dort noch immer etwas. „Liz Parker war ein Dauerzustand. Unsere Jungs haben sie immer wieder eingesammelt. Immer. Anfangs, so zwischen 2003 und 2008, hat sie noch bei einer Nutte gehaust. Danach Straße. Müllcontainer. Treppenhäuser.“ Ein trockenes Ausatmen. „Und sie hat alles gemacht, wirklich alles, was du machen kannst, ohne offiziell als Serienkiller zu gelten.“

Seine Stimme wurde flach. „Wir haben sie verhaftet. Jedes Mal. Saubere Arbeit. Akten voll, Zeugen da, Verletzte da. Und jedes verdammte Mal, wenn es vor Gericht hätte gehen sollen, tauchte jemand auf.“ Er beugte sich vor. „Mit einem Alibi. Aalglatt. Unangreifbar. Wie aus dem Lehrbuch.“
Er lachte leise, freundlos. „Und nein, nicht irgendein Niemand. Richter Richards. Polizeiführung. Anwälte. Leute, die eigentlich wissen müssten, was sie tun.“

Er schüttelte den Kopf. „Und das Krankeste? Sie nannten sie alle Dagda.“ Er spuckte das Wort fast aus. „Als wäre das ein Name. Oder ein Titel. Als hätten sie sich vorher abgesprochen.“ Ein Moment Stille. „Da habe ich verstanden, dass wir nicht mehr ermitteln. Wir verwalten nur noch.“

Er atmete tief durch. „2009. Nachtschicht. Ich und mein Partner. Wir sehen sie. Sie rennt. Natürlich rennt sie.“ Ein bitteres Schnauben. „Sie rennt in ein Hochhaus, die Treppen hoch, schneller als sie sein dürfte.“ Seine Stimme wurde leiser.
„Mein Partner war jünger. Schneller. Er blieb dicht hinter ihr. Ich kam nicht mit.“ Er sah ins Leere. „Als ich auf dem Dach ankomme, ist sie weg.“ Ein trockener Schluck. „Und mein Partner liegt unten. Über zwanzig Meter entfernt vom Gebäude. Auf der Straße. Wie hingelegt.“
Er sah den Reporter an.  „Zwanzig Meter“, sagte er langsam. „Hinter einem hohen Geländer. Kein Sturz. Keine Physik, die das erklärt.“

Er lachte wieder. Dieses Mal ohne jedes Geräusch. „Noch in derselben Nacht erklärt mir der Polizeipräsident, Liz Parker habe ein lückenloses Alibi.“ Ein Kopfschütteln. „Sie habe die Nacht bei ihm verbracht.“ Er lehnte sich zurück. „Da wusste ich, dass wir verloren haben.“

Ein langer Atemzug. „Ende 2009 verschwindet sie. Einfach weg. Keine Leiche. Keine Spur. Kein Eintrag.“ Seine Stimme wurde rau. „Und ja – ich war erleichtert. Nicht, weil ich dachte, sie sei tot. Sondern weil sie nicht mehr hier war.“

Der Reporter beugte sich vor. „Sie wissen wirklich nicht, wo sie jetzt ist?“

Der Cop schüttelte langsam den Kopf. „Nein. Und glauben Sie mir – wenn sie irgendwo auftaucht, wird es kein Computer zuerst wissen.“ Ein kurzes Schweigen. „Vielleicht ist sie tot“, murmelte er.

Der Reporter sah ihn ruhig an. „Nein“, sagte er leise. „Das ist sie nicht.“

Der Cop schloss für einen Moment die Augen. Als er sie wieder öffnete, war da keine Überraschung. Nur Müdigkeit und Resignation. „Dann“, sagte er, „tut mir der Ort leid, an dem sie jetzt ist.“

Reborn ... (2010)
„Ich sag’s Ihnen doch“, meinte der Hunter und beugte sich vor, die Augen glänzend vor Begeisterung. „Die haben einen Exorzismus gemacht.“
Er grinste, als erzähle er eine gute Kneipengeschichte. „Ich kenne da ’ne Hexe. Die hat mir das alles erzählt.“ Er senkte die Stimme, genoss jedes Wort. „Da war dieser Kerl. Hoodie, Kapuze tief im Gesicht. Der lockte eine Frau an. Halb tot. Und ich meine nicht nur die Verletzungen – gebrochene Knochen, Blut, das Zeug. Ich meine … sie war ausgehungert. Leer. Als wäre schon das Meiste aus ihr raus. Aber sie war arrogant und wusste, dass es eine Falle war. Trotzdem schaffte er es, sie mit einem Gewehr zu betäuben.“

Er machte eine vage Bewegung mit der Hand. „Gefesselt. Auf den Boden geworfen. Nicht gerade sanft. Der Typ sagt nur, sie müssten sich beeilen.“ Der Hunter lachte leise.
„Die Hexe will gerade mit dem Ritual anfangen, da wacht die Kleine auf.“ Sein Lächeln wurde breiter. „Und dann zerreißt sie einfach die Fesseln. Als wären sie aus Papier. Sie richtet sich auf und spricht.“
Er schüttelte ehrfürchtig den Kopf. „Keine Sprache, die irgendwer kannte. Kein Latein. Kein Enochisch. Nichts, was man lernen kann. Das ging direkt unter die Haut.“

Er lehnte sich zurück. „Dann gibt es eine Explosion, wohl als Teil des Exorzismus.“ Ein kurzer Atemzug. „Als sie fertig waren, war kaum noch was von ihr übrig. Puls schwach. Haut grau. Sie war so gut wie tot, aber sie war von dem Dämon befreit.“
Er lachte. „Verdammt, ich wäre so gern dabei gewesen. Einmal im Leben mit ’ner Hexe einen Dämon austreiben. Richtig vernichten.“ Seine Stimme vibrierte vor kindlicher Begeisterung. „Das muss unglaublich gewesen sein.“

Er sah den Reporter an. „Keine Ahnung, warum Sie diese Frau suchen, aber wenn Sie mich fragen … lassen Sie’s lieber bleiben, Mr… äh …“

Der Reporter lächelte. Ruhig. Kontrolliert. Ein Lächeln, das nichts versprach und nichts erklärte. „Mein Name ist Mor“, sagte er sanft. „Dagda Mor.“

Der Hunter erstarrte. Seine Augen weiteten sich, als hätte jemand das Licht ausgeschaltet und ihm zugleich gezeigt, was im Dunkeln steht. Er wollte etwas sagen. Eine Entschuldigung. Einen Fluch. Ein Gebet. Doch es blieb keine Zeit. Sekunden später lag er reglos auf dem Boden. Der Blick leer, der Mund offen. Eine einzelne, saubere Stichwunde in der Brust. Kein Kampf. Kein Geräusch.

Der Reporter sah auf ihn hinab. „Ich finde sie.“ Dann drehte er sich um und ging.


Medical care ... (2010)
„Das haben Sie nicht von mir.“bDer Arzt sagte es hastig und schob den zerknitterten Hundert-Dollar-Schein in die Tasche seines Kittels, als hätte das Papier Gewicht. Seine Hände zitterten leicht.

„Ja“, fuhr er fort. „Ich erinnere mich an die Frau.“ Er senkte die Stimme, blickte zur Tür, obwohl niemand in der Nähe war. „Ein älterer Mann hat sie gebracht. Ruhig, aber ein bisschen ungepflegt. Trotzdem zu ruhig für jemanden, der eine bewusstlose Frau auf dem Arm trägt.“ Ein kurzes Schlucken. „Sie war völlig entkräftet. Nicht nur verletzt – leer. Als hätte man ihr alles entzogen, was einen Menschen zusammenhält.“

Er rieb sich die Stirn. „Die Blutwerte waren… absurd. Katastrophal. Ihr Organismus hätte längst kollabieren müssen. Hohe Tumormarker. Extrem. Normalerweise hätten wir sofort weiterführende Untersuchungen eingeleitet, aber ehrlich gesagt…“ Er zögerte.„Wir waren uns nicht sicher, ob sie die Nacht überlebt.“
Die Stimme des Arztes wurde nüchtern, mechanisch. „Wir haben sie auf die Intensivstation verlegt. Künstliche Ernährung. Bluttransfusionen. Elektrolyte. Medikamente. Alles, was wir hatten.“

Ein bitteres Lächeln. „Wir mussten sie fixieren. Obwohl sie bewusstlos war, schrie sie immer wieder. Schrie nicht – brüllte. Und sie schlug um sich. Trittbewegungen. Als würde sie gegen etwas Unsichtbares kämpfen.“ Er atmete flach. „In den folgenden Tagen stabilisierte sie sich. Trotz der Tumormarker. Gegen jede medizinische Logik.“
Er hob die Hände. „Also beschlossen wir zu warten. Keine weiteren Eingriffe, bis sie ansprechbar wäre.“

Ein langer Moment Stille. „Am achten Tag“, sagte er schließlich, „kam der Notruf.“ Seine Augen flackerten. „Als ich das Zimmer betrat, sah es aus, als hätte eine Explosion stattgefunden.“
Er sprach jetzt langsamer. „Das Bett, ein ganzes Krankenbett, war quer durch den Raum geschleudert worden. Die Wand eingerissen. Monitore zerfetzt. Zwei Pfleger verletzt – gebrochene Knochen.“
Er schluckte. „Die Frau war weg. Und der Mann auch.“ Ein hilfloses Schulterzucken.
„Natürlich haben wir alles gemeldet. Aber wir hatten keinen Namen. Keine echten Daten. Der Mann hatte gefälschte Papiere.“
Er sah den Reporter an. „Mehr kann ich Ihnen wirklich nicht sagen.“

Der Dämon hörte nicht mehr zu. Er war bereits aufgestanden, langsam, kontrolliert. Unzufriedenheit lag in ihm. Und etwas anderes. Etwas Neues.
Er hatte ihr die Kraft gegeben. Immer wieder. Übermenschliche Kraft. Zähigkeit. Wut.
Doch das hätte nicht mehr funktionieren dürfen. Nicht nachdem sie ihn verraten hatte. Nicht nachdem sie ihn verlassen hatte.

Und doch hatte sie dieses Zimmer verwüstet. Der alte Mann konnte es nicht gewesen sein. Er war nur ein Hunter. Der Dagda Mor hatte ihn gesehen. Er konnte es nicht gewesen sein. Das bedeutete nur eines. Zum ersten Mal hatte ein Wirt überlebt. Nicht nur das – er hatte gehandelt. Allein.

Der Dämon blieb stehen. Wenn das bekannt wurde… Wenn die Hunter verstanden, was das bedeutete… Dann hatten sie plötzlich etwas, das sie nie haben durften: eine Waffe.
Er spürte etwas, das er lange nicht mehr gespürt hatte. Keine Wut. Keine Lust. Sorge.
„Ich werde dich finden“, dachte er. „Und diesmal wird nichts von dir übrig bleiben.“

The Council ... (2011)
„Reg dich ab, Dagda.“ Der Junge war vielleicht acht Jahre alt. Vielleicht auch jünger. Er legte sein Smartphone mit sichtbarer Genervtheit zur Seite, als würde ihn ein lästiges Spiel unterbrechen. Der Sessel, in dem er saß, war viel zu groß für ihn; seine Beine baumelten hilflos in der Luft. „Du dramatisierst“, sagte er gleichgültig. „Was soll sie denn schon tun?“

„Sehe ich genauso.“ Sheriff Cobb saß direkt neben dem Kind, breitbeinig, entspannt, als säße er in seinem Büro und nicht in einer verlassenen Lagerhalle am Rand von Seattle. „Sie ist ein Mensch“, fuhr er fort. „Mehr nicht. Sie kann uns hier nichts anhaben. Nicht allein.“ Er ließ den Blick über den Tisch schweifen. „Gemeinsam sind wir unangreifbar. Das weißt du genauso gut wie wir.“ Ein Achselzucken. „Also bring sie um.“

Zustimmendes Murmeln. Nicken. Lächeln. Neun weitere Gestalten saßen um den massiven Tisch verteilt – Menschen in Form, Monster im Kern. Ein Chor der Gewissheit.

Dann explodierte Dagda. „ICH. DRAMATISIERE?!“
Seine Stimme ließ die Luft vibrieren. Metall knarrte. Staub rieselte von den Trägern der Halle. Gekichere ging durch den Kreis. Amüsiert. Überlegen.

„Ihr begreift es nicht“, fuhr er fort, seine Augen glühend vor Zorn. „Oder ihr wollt es nicht begreifen.“ Er schlug mit der Faust auf den Tisch. „Dieses Miststück hat mich verraten. Sie hat mich verlassen. Und sie hat meine Erinnerungen mitgenommen.“

Stille. „Ich weiß nicht, wie viel sie davon noch hat“, knurrte er. „Aber jede einzelne Erinnerung ist eine Gefahr. Für mich. Für euch. Für uns alle.“ Er wandte sich direkt an den Sheriff. „Tarjan. Du bist doch immer der Kluge. Der Stratege. Ich habe längst versucht, sie zu töten. Aber dafür muss ich sie finden.“

Seine Stimme wurde tiefer. „Ich habe ihre Familie ausgelöscht. Jeden Einzelnen. Ich habe jeden Schritt ihres Lebens verfolgt, jede Spur, jede Bewegung, in der Hoffnung, sie würde Hilfe suchen.“ Er schüttelte den Kopf. „Hat sie nicht.“
Ein leises, gefährliches Flüstern. „Sie hat ihr altes Leben abgeschüttelt, als wäre es eine Haut. Sie ist verschwunden.“ Dagda richtete sich auf. „Und jetzt ist sie bei einem Hunter. Und ihr sitzt hier und sagt mir, sie sei keine Gefahr.“
Ein schiefes Grinsen. „Bitte. Erklärt mir das noch einmal. Langsam.“ Sein Blick wanderte von Gesicht zu Gesicht. „Ich kann es kaum erwarten, eure Klugheit zu hören.“

Niemand lachte mehr.

The newbie ... (2011)
„Du brauchst einen Hunternamen, Liz.“
-„Einen ... Was? Das ist doch kindischer Scheiß.“
„Es ist zu deinem Schutz und zum Schutz der Menschen, die Du liebst.“
-„Tja, ich liebe aber niemanden. Aber bitte, wenn es sein muss. Nenn mich ‚Miststück‘“
„Nein!“

Memories ... (Today)
Liebes Tagebuch,
es sind ein paar Tage vergangen, seit ich zuletzt geschrieben habe. Nicht, weil es mir besser ging. Sondern weil ich kaum die Kraft hatte, die Augen offen zu halten. Es war zu viel. Immer ist es zu viel.
Ich fange mit dem Schlimmsten an. Mit den Träumen. Sie sind noch da. Unverändert. Manchmal kommen sie doppelt, zwei Albträume in einer Nacht, als wolle etwas sicherstellen, dass ich ja nichts vergesse.

Heute habe ich von Adam geträumt. Wir waren damals Freunde, Teenager. Ich war ein bisschen in ihn verknallt, vielleicht auch mehr als das. Ich habe immer Wege gesucht, bei ihm zu sein, Zeit mit ihm zu verbringen. Für ihn war ich nur ein Kumpel. Das tat weh, aber es war ein gutes Weh. Ein menschliches.
Doch dann kam der Dämon. Ich erinnere mich daran, wie plötzlich alles kalt wurde. Nicht draußen – in mir. Die Welt verlor ihre Farben. Alles war grau, dumpf, weit weg.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich erstmals die Stimme in meinem Kopf hörte. Höhnisch. Besitzergreifend. Sie sagte mir, dass ich jetzt ihm gehöre. Ich wollte schreien. Er ließ es nicht zu.

Ich erinnere mich an alles. An jedes Detail. Und in meinen Träumen geschieht es wieder und immer wieder. Zu sehen, wie ich Adam mit einem Stein den Schädel einschlage. Zu fühlen, wie mein Körper sich bewegt, während ich innerlich schreie. Zu hören, wie ich lache, während ich ihn in den Brunnen werfe. Ich sehe mich selbst von außen, ich sehe seinen flehenden Blick. Und ich kann nichts tun. Man hätte mich nicht retten dürfen. Als Aaron mich gerettet hatte, habe ich versucht zu sterben. Ich habe versucht, mich zu erschießen. Er hat es nicht zugelassen.

In den letzten Tagen bin ich mein Leben noch einmal durchgegangen. Von meiner Familie bis zu dem Tag, an dem man sagt, ich sei wiedergeboren worden.
Ich habe so viel verloren. Nein. Der Dämon hat es mir gestohlen.

Meinen Vater. Ich habe ihn angebetet. Er wusste nicht, wie man ein Mädchen erzieht. Also tat er, was er kannte. Er behandelte mich wie meine Brüder. Er brachte mir das Schießen bei, trieb mich an, Sport zu machen, mich zu behaupten. Mich zu wehren.
Als der Dämon kam, änderte sich alles. Er ließ sich nichts sagen. Nicht von einem Menschen. Nicht von meinem Vater. Die Spannungen wurden unerträglich. Ich glaube, mein Dad war erleichtert, als ich weggebracht wurde. Ich glaube, ein Teil von ihm wusste, dass ich verloren war.

Mit meinen Brüdern war es genauso. Ich habe sie alle geliebt. Wirklich. Dorfjungs. Laut. Dumm. Gut. Es war eine freie, unbeschwerte Zeit. Bis die Schatten kamen. Der Dämon wollte sie dazu bringen, schlimme Dinge zu tun. Dinge, die man nicht mehr zurücknimmt. Es funktionierte nicht. Meine Brüder sind gute Menschen. Im Gegensatz zu mir. Ich kann nicht zurück. Ich darf sie nicht in Gefahr bringen.

Ich habe einmal gehört, dass man bei den Anonymen Alkoholikern eine Liste macht. Mit allen Menschen, denen man geschadet hat. Und versucht, es wiedergutzumachen.
Ich habe darüber nachgedacht. Dann habe ich gelacht. Wenn ich diese Liste schreiben würde, gäbe es keinen Platz mehr für mich auf der Welt. Die Menschen würden keinen Kreis bilden. Sie würden einen Mob bilden. Und mich verbrennen. Auch wenn Scheiterhaufen nur bei Hexen helfen.

Jeder Mensch, dem ich begegnet bin, wäre froh, wenn ich tot wäre. Ich habe keinen Freund. Außer vielleicht Aaron. Und nachts, wenn ich allein im Bett liege, denke ich nur daran, dass die ganze Welt mich hasst. Und dass sie recht damit hat. Man sagt, ich sei wiedergeboren worden. So nennt man es wohl, wenn ein Dämon aus dir entfernt wird.

Aaron sagt, ich sei nicht schuld. Dass der Dämon alles kontrolliert hat. Dass ich nichts hätte tun können. Das ist eine Lüge. Der Dämon – ich traue mich nicht, seinen Namen zu schreiben, aus Angst, er hört mich – der Dämon und ich, wir waren eins. Er hielt das Steuer. Aber ich habe nie versucht, ihm aus der Hand zu reißen. Ich bin genauso schuldig wie er.
Ich war nicht tot. Ich war im Fegefeuer. Jetzt bin ich in der Hölle. Denn jetzt bin ich allein mit dem, was wir getan haben. Ich kann nichts rückgängig machen. Ich kann niemanden zurückholen.
Ich kann nicht einmal ins Gefängnis, weil alle Verfahren eingestellt wurden. Eingestellt. Weil immer, wenn es ernst wurde, ein anderer Dämon kam und uns rettete.

Aber ich kann ihm zeigen, dass er nicht gewonnen hat. Ich werde mich nicht irgendwo hinlegen und sterben. Ich werde ihn finden. Und seine ganze verdammte Brut. Dieses Mal wird er nicht entkommen. Ich werde jeden Dämon vernichten, der mir über den Weg läuft. Und ich werde diejenigen beschützen, die noch unschuldig sind. Die noch eine Wahl haben.

Ich mag ein Monster sein, aber ich stehe auf der Seite der Engel. Das schulde ich den Toten. Das schulde ich Aaron. Und genau dafür trainiere ich, das ist jetzt mein Leben. Und ich trainiere viel.

Mein erster Einsatz war eine Katastrophe. Ich war mit einem Hunter namens Estéfan unterwegs, und einem anderen, jüngeren. Ich wusste nicht, was wir suchten, bis es zu spät war. Eine Hexe.
Wir hatten sie in eine Ecke gedrängt, und sie war verletzt. Sie wimmerte. Vielleicht war sie böse. Vielleicht nicht. Aber sie war nicht der Grund, warum ich das hier tue. Nicht wegen Hexen. „Lasst sie in Ruhe“, hatte ich gesagt. „Konzentriert euch auf die wirklichen Monster. Auf Werwölfe. Vampire. Dämonen.“

Ich stellte mich zwischen sie und sah Estéfan eindringlich an. „Wir brauchen die Hexen. Ich brauche sie. Ohne sie kann ich Dämonen nicht töten.“ Die Hexe nutzte ihre Chance und floh, und Estéfan rastete aus. Ich kann ihn nicht leiden, und er mich auch nicht. Wie alle anderen. Egal.

Er kommt. Es gab ein Erdbeben, und seltsame Dinge in der Stadt.
Die halbe Stadt feierte, ich nicht. Ich saß in der Bibliothek, als es passierte.
Ich wusste sofort, was es war. Ich wusste, dass mir niemand glauben wird, wie auch?
Aber ich weiß es. Er hat das schon einmal getan, vor sehr, sehr langer Zeit. Skara Brae, der Ort, wo er geboren wurde, wurde zerstört. Durch ein Erdbeben, durch ihn.

Er kennt meine Gedanken, meine Erinnerungen. Und ich kenne seine. Er kommt, um mich zu finden und dieses Mal laufe ich nicht weg. Dieses Mal bin ich bereit. ICH werde IHN finden, und ich werde ihn vernichten. Für Immer.


And at the end?


Just a few more things.



Spielername


Marcus

Avatarperson


Gionna Daddio aka Liv Morgan

Zweitcharakter(e)


Nein

Gesuch?


Der Charakter gehört zum Gesuch Living the live of a huntsman - Die Kriegerin.