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broken soul
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Who am I?
These are my roots.
Name & Deckname
Ty Jayden Jacobs | Spitzname TJJ
Alter & Geburtstag
27 Jahre | 23.02.1985
Herkunft
geboren in Somerset, Texas | mit 10 Jahren nach Washington D.C. gezogen | seit 02.03.2012 in Dawnskap Bay
Bildung
High School Abschluss
Beruf/Job
ausgebildeter Feuerwehrmann, sowie Sanitäter | aktuell Aushilfe in Tessas Teehaus
Familie
Rachel Jacobs | geb. 05.09.1964 | gest. 12.06.1995 | Fotografin & Mutter
-TJ hatte ein sehr inniges Verhältnis zu seiner Mutter, die immer liebevoll, fürsorglich und verständnisvoll war
-sie gab ihm Halt und spendete ihm Trost und war seine wichtigste Bezugsperson in der Familie
-häufig hatte er ihr beim Kochen zugesehen oder ihre Fotos bewundert, auf denen auch ganz oft sie und er zu sehen waren, TJ liebt diese Fotos, doch heute besitzt er leider nur noch ein einziges davon, wie er als 6-Jähriger mit ihr zusammen auf der Hollywood-Schaukel saß und sie ein Eis aßen; es ist ausgeblichen und abgegriffen, steckt aber immer in seinem Portemonnaie, während die restlichen Bilder entweder bei seinem Vater sind oder von seinem Ex-Freund entsorgt wurden
-ihr Tod hat ein tiefes Loch in sein Leben und sein Herz gerissen, das bis heute nicht verheilt ist, er vermisst sie schrecklich und rappelt sich hauptsächlich immer wieder auf, um sie nicht zu enttäuschen
Tom Jacobs | geb. 30.01.1961 | selbstständiger Immobilienmakler & Vater
-dass Tom nicht TJ’s leiblicher Vater ist, weiß niemand, nicht einmal seine Mutter ist sich dessen sicher
-allerdings hat der Immobilienmakler von Anfang an so ein Gefühl, dass der Junge nicht von ihm stammt, woran er das festmacht, kann er allerdings nicht sagen und hat diese Vermutung auch nie jemandem gegenüber ausgesprochen
-TJ hat ein sehr gespaltenes Verhältnis zu seinem Vater, versuchte immer wieder dessen Anerkennung und Aufmerksamkeit zu erlangen, was jedoch stets vergebens war
-irgendwann resignierte der junge Mann und distanzierte sich ebenfalls von seinem Vater, mit dem er sowieso nicht über irgendetwas sprechen konnte, das ihn belastete
-als dieser vor wenigen Jahren einen Vaterschaftstest anforderte, kam heraus, dass er nicht TJ’s leiblicher Vater war, was er diesem ungeschönt vor die Füße warf, wollte der junge Mann einen letzten Versuch wagen, die Beziehung noch zu kitten, weil er sonst niemanden von seiner Familie hatte, doch Tom kam mit der sturen Blindheit des Jungen, genauso wie dessen sexueller Gesinnung nicht klar und sie brachen in einem heftigen Streit endgültig miteinander
Graham Herrera | geb. 18.12.1945 | gest. 12.06.1995 | Ranchbetreiber/Viehzüchter & Großvater
-Graham hat in den ersten 10 Jahren von TJ’s Leben zumindest eine Art Vaterrolle eingenommen, dem Jungen angeln und reiten beigebracht und wie man eine Ranch zu führen hatte
-TJ liebte seinen Grandpa, der ihn zwar auch öfter zu Stallarbeiten verdonnerte, aber ihm dafür auch Freizeit zusprach und ihm auch zuhörte, wenn er etwas loswerden wollte
-neben seiner Mutter war der alte Rancher die wichtigste Bezugsperson in seiner Familie, dessen Tod ebenfalls tiefe Trauer in TJ ausgelöst hat
Lisa Herrera | geb. 22.04.1945 | gest. 08.09.2005 | Schneiderin & Großmutter
-zu seiner Großmutter hatte TJ ebenfalls ein gutes Verhältnis und er liebte ihren Obstkuchen
-sie half ihm bei Hausaufgaben und versorgte aufgeschlagene Knie, wenn seine Mum auf Arbeit war, weil sie selbst von zu Hause aus arbeiten konnte, ersetzte ihm aber nie die Mutter
-Lisa war eine gute Seele, aber es fiel ihr schwer tiefe Zuneigung zu zeigen, sie war weniger empathisch und liebevoll als seine Mum, doch das war in Ordnung, immerhin kümmerte sie sich dennoch und hörte ihm auch zu, wenn er reden wollte, sodass sie auch immer wichtiger als sein Vater für TJ war
Risk a glance?
There is more you can see.
Aussehen
Größe: 1,78 m | 73 kg
Haarfarbe: dunkelbraun
Augenfarbe: grün-blau
Statur: sportlich | schlank-muskulös, eher drahtig
Körperliche Besonderheiten: *diverse kleinere Narben überall auf dem Körper verteilt - von Feuerwehreinsätzen wie auch der Misshandlung durch seinen Ex-Freund
*einige Tattoos, meist kleinere Symbole wild auf Oberkörper und Armen verteilt, z.B. eine 8 auf dem linken Oberarm, ein SOS auf der Innenseite des rechten Oberarms, bei dem das O eine kleine Weltkugel darstellt, eine Biene auf dem rechten Unterarm, darüber Schmetterlinge, sowie eine große Blüte auf der linken Brust, die ein paar ihrer Blütenblätter verliert, aber nichts von ihrer Schönheit dabei verliert
Charakterliche Eigenschaften
Stärken & Schwächen:
#zärtlich
#ehrlich
#verspielt
#experimentierfreudig
#verlässlich
#selbstbestimmt
#engagiert/ehrgeizig im Job
#herzlich
#humorvoll
#liebevoll
#unvoreingenommen
#Herz aus Gold
#leidenschaftlich
#tierlieb
#überschwänglich
*vorlaut
*chaotisch
*tollpatschig
*temperamentvoll
*keck
*stur
*voreilig
*nachtragend
*trotzig
*überstürzt
*anhänglich
*gutgläubig
*unbeständig
*emotional
*labil
*gebrochen
*depressiv
*ängstlich
Vorlieben & Abneigungen:
#Musik
#kochen
#Regen & Sonne
#Tiere jeglicher Art
#lesen
#zocken
#Spaziergänge
#Hoodies & bequeme Klamotten
#Smoothies
#Classic Rock
*Gewalt
*Gewitter & Unwetter
*Lügen
*laute Geräusche
*Horrorfilme
*Vorurteile
*eingesperrt sein
*Ballerspiele
*Hefeklöße
Besonderheiten:
Zieht oft die Unterlippe zwischen die Zähne. Dabei ist es nicht wichtig, ob er nachdenklich, traurig oder einfach nur frech ist; je nachdem zieht sich sein Mundwinkel dabei in die Höhe oder eben nicht.
Wenn er nervös und unsicher ist kaut er auf den Bändern von Hoodies und ähnlichem herum und wenn das nicht da ist, dann nutzt er dazu die Innenseiten seiner Wangen; plappert dann auch gerne von unnützem Zeug um darüber hinweg zu täuschen.
Gesinnung
TJ kennt nichts, was irgendwie Übernatürlich ist, geschweige denn, dass er ahnen würde, dass es überhaupt so etwas gibt. Seine Loyalität gilt den Menschen, die er gern hat und die Hilfe brauchen, nur eher selten sich selbst.
You want more?
There is a world behind the shades.
Rasse
Mensch | unwissend
Fähigkeiten
*Baseball - hat in der Highschool ein Angebot für die Jugendliga erhalten, als ein Scout auf sein Talent aufmerksam wurde, es aber aufgrund seiner Ambitionen zur Feuerwehr zu gehen, abgelehnt
*singen & tanzen - TJ singt für sein Leben gern und das auch noch richtig gut, dazu tanzt er sehr gern, ob Standard, zu Partymusik oder auch Line Dance ist dabei völlig egal
*zeichnen - zumeist Bleistift-Werke sind es, die TJ in seinem eigenen Stil und sehr nachdenklich stimmend auf's Papier bringt; oftmals half ihm das Zeichnen auch, um seine inneren Konflikte zu verarbeiten und auszudrücken, diese Zeichnungen hat nur nie jemand gesehen
*Fremdsprachen - TJ hat neben seiner Muttersprache Englisch auch Deutsch, Spanisch und Latein gelernt, wobei er letzteres wesentlich besser beherrscht als die anderen beiden Fremdsprachen
Zugehörigkeit
keine
Aurenfarbe
Hauptsächlich geprägt von blau (harmonisch, verlässlich, treu, mutig, ehrlich, zurückhaltend) mit Schlieren von rot-violett (energetisch, aktiv, liebenswürdig, verführerisch, temperamentvoll, phantasievoll, unsicher) und einem ausgeprägten Hang zu grau-schwarz (traurig, pessimistisch, depressiv, traumatisiert).
How's my life?
Life is the greatest adventure.
Was bisher geschah …
FÜHE KINDHEIT | 1985 - 1995
Standing in a shadow behind a wall made of fear
Ty wurde in Somerset, Texas geboren. Zusammen mit seinen Eltern lebte er auf der Ranch seines Großvaters Graham, auf der dieser Rinder und Pferde züchtete und verkaufte. Die meiste Zeit verbrachte der Junge mit seinen Großeltern und seiner Mutter, da sein Vater als Immobilienmakler ständig unterwegs war und sich nur selten für das Leben seines Sohnes interessierte. Das Reiten, Angeln und was man als Junge so alles gebrauchen konnte, lernte er daher von seinem Opa, der ebenso auch eine gewisse Strenge walten ließ. Früh lernte Ty also, dass es im Leben nicht nur um Spaß und Spiel ging, half in den Ställen mit und durfte dafür nachmittags mit ihm ausreiten gehen. Die Liebe und Geborgenheit bekam er dagegen von seiner Mutter, die er über alles liebte. Sie war sein Anker und sein sicherer Hafen, denn oftmals wusste der Junge nicht mit der fast abweisenden Art seines Vaters umzugehen. Dieser hatte keine Zeit für ein Kind und mehr als eine Begrüßung bekam er meist nicht von diesem, auch wenn Ty es in seiner kindlichen Naivität immer wieder versuchte, diesen von sich zu überzeugen. Er erzählte ihm von seinem Tag, welche Aufgaben sie erledigt hatten, welche Fohlen Fortschritte gemacht hatten oder was sein Großvater ihm neues gezeigt hatte. Doch Tom blockte jedes Mal ab, nickte nur desinteressiert und verschwand in seinem Arbeitszimmer. Ty verstand nicht, was er falsch machte, suchte die Schuld bei sich selbst, denn zu seiner Mutter war sein Vater herzlich und freundlich, genauso auch zu seinen Großeltern. Nur ihn ignorierte er immer häufiger.
Auch Rachel bekam ihren Mann nicht dazu, sich mehr um seinen Sohn zu kümmern, ahnte nicht einmal, warum dieser sich so abweisend verhielt. Dass er von Anfang an das Gefühl hatte, dass dies nicht sein leiblicher Sohn war, ohne es jemals auszusprechen, wusste keiner. Vermutlich war es nur ein Hirngespinst, doch Tom konnte sich einfach nicht mit Ty abfinden und ihn behandeln, wie er es verdient hätte. Rachel dagegen versuchte zu kompensieren, was ihr Mann versäumte und verbrachte jede freie Minute mit ihrem Sohn, schuf Erinnerungen, die er sich später gern vor Augen rief und darüber die kühle Schulter seines Vaters vielleicht nicht mehr so schlimm für ihn sein würde. Ty liebte sie und hatte ein so inniges Verhältnis zu seiner Mum, dass er tatsächlich darüber hinwegsehen konnte.
Im Sommer 1995 sollte sein junges Leben jedoch einen heftigen Einschnitt erleben. Wegen veralteter Elektrik geriet des nachts die Scheune der Ranch in Brand. Aufgeregtes Wiehern weckte die Schlafenden im Haupthaus. Graham stürzte sofort nach draußen um die Pferde freizulassen. Rachel folgte ihm auf dem Fuß, war sie schon immer auch gern mit der Rancharbeit beschäftigt und liebte die Tiere ebenso wie ihr Vater. Ty schreckte ebenfalls auf und wurde von seiner Großmutter Lisa aus dem Bett geholt. Schleunigst wollte er ebenfalls zur Scheune und mithelfen, doch sie hielt ihn davon ab. Tom hatte sich erst noch in Ruhe angezogen, denn für ihn war die Ranch nichts weiter als der Ort, wo er günstig schlafen konnte. So kam er erst nach draußen, als die Scheune mit einem heftigen Krachen in sich zusammenstürzte. Graham und Rachel unter sich begrub. Ty schrie auf, riss sich los und stürmte vom Fenster im Wohnzimmer nach draußen. Er rannte an seinem Vater vorbei, seine Großmutter konnte ihm nicht so schnell folgen, doch auch Tom reagierte nicht. Funken stoben auf, als ein Dachbalken herabstürzte und unmittelbar vor Ty zu Boden fiel. Der Junge schluchzte, warf sich zurück und blieb hustend im Dreck liegen. Lisa zerrte ihn von der brennenden Scheune fort, während der Junge hemmungslos weinte und nach seiner Mutter rief. Auch Tom begriff langsam das Ausmaß dieser Tragödie und blinzelte eine Träne fort.
Die hinzugerufene Feuerwehr versuchte den Brand schnellstens zu löschen und die verschütteten Personen zu befreien, doch es war zu spät. Eins der Fohlen kam ihnen entgegen, schrie nach seiner Mutter und rannte dann verängstigt in die dunkle Nacht. Ty fühlte sich genau so wie das verstörte Jungtier. Seine Mum war unter diesen Trümmern und konnte nicht mehr gerettet werden. Sie war tot. Ebenso sein Großvater. Bestürzt kam auch endlich Bewegung in Tom, der das erste Mal seinen Sohn bei der Schulter nahm und diese mit der Hand leicht drückte. Ty warf sich ohne nachzudenken gegen ihn und schlang die Arme um dessen Körper, während Lisa zusammenbrach und um ihren Mann und ihre Tochter trauerte.
Doch auch wenn es für den Moment Vater und Sohn näher gebracht hatte, so entzweite sie es vom Rest der Familie. Lisa konnte die Ranch nicht allein weiterführen, doch Tom lehnte ab, sie dabei zu unterstützen. Er war noch nie so der Rancher gewesen und wollte sich auf seinen Job als Immobilienmakler konzentrieren. Er bot ihr an, die Ranch zu einem guten Preis zu verkaufen, damit sie ein gutes Leben auch ohne Graham führen konnte. Lisa wollte davon zuerst nichts wissen, was den Hass auf Tom nur noch schürte, doch ihr blieb letztlich keine Wahl. Sie stimmte ein, die Ranch wurde verkauft und sie zog in eine Wohnung in der nächstgrößeren Stadt San Antonio. Ihr Angebot, dass Ty auch eine Weile bei ihr wohnen konnte, während Tom sich auf seine berufliche Zukunft konzentrierte, lehnte dieser überraschenderweise ab. Zwar hatte er nie besonders viel für seinen Sohn übrig gehabt, doch da er nun alles war, was dieser noch hatte und was ihm selbst von seiner Frau noch geblieben war, wollte er versuchen Ty zu akzeptieren und ihm ein Vater zu sein. Doch nicht in Texas. Hier gab es keine große Zukunft für den Immobilienmarkt und so entschied Tom, nach Washington D.C. zu gehen und seinen Sohn mit sich zu nehmen.
Für Ty brach gleich mehrfach eine Welt zusammen. Zuerst starben seine geliebte Mutter und sein Großvater, dann durfte er nicht bei seiner Grandma bleiben und musste schließlich auch noch den Ort verlassen, an dem er geboren wurde. Der seine Heimat war. Dazu noch in eine riesige Großstadt, vor der er jetzt schon Angst hatte, mit seinem Vater, der sich bisher keinen Heller für ihn interessiert hatte. Doch auch ihm blieb keine Wahl, er war 10 Jahre alt. Und er musste sich von seinen Schulfreunden verabschieden, genauso wie von seiner Großmutter, um tausende Meilen weit fort zu ziehen.
JUGEND | 1996 - 2004
Cracking the foundations, dissolve the glue with my tears
Washington D.C. war laut, dreckig und furchteinflößend. Ty vermisste die Heimeligkeit der Ranch, das Schnauben der Pferde und das ruhige Malmen der Rinderherde. Er vermisste seine Heimat und er vermisste seine Mum. Doch jedes Mal, wenn er versuchte mit Tom darüber zu reden, blockte dieser ab. Zwar versuchte er, sich um das Wohl seines Jungen zu kümmern, damit er etwas zu essen und zum anziehen hatte, doch viel mehr auch nicht. Ty fehlte es an nichts, außer an jemandem, dem er sich anvertrauen konnte. Der ihm ein Gefühle von Heimat und Sicherheit gab. Hin und wieder telefonierte er mit seiner Grandma, doch auch sie war in ihrer Trauer versunken und konnte ihn nicht wirklich aufheitern oder gebührend für ihn da sein. Er gab ihr keine Schuld daran, aber die Verzweiflung in dem Jungen wurde immer größer.
Schneller als es gut war, musste er lernen, allein mit seinen Problemen klarzukommen. Doch wie er das schaffen sollte, wusste er nicht, schließlich hatte er niemanden, der ihm dabei helfen konnte oder der ihm Ratschläge gab. In der Schule lief es gut, denn dort konnte er wenigstens etwas tun, worauf er sich konzentrieren musste und nicht zuletzt wollte er nicht ohne Abschluss dastehen. Ty war ein cleverer Bursche, doch neben dem Unterricht hatte er ganz andere Probleme in der Schule, die ihn ebenso belasteten. Die Stadtkinder zogen ihn ständig damit auf, dass er aus dem hinterwäldlerischen Texas stammte und sich jedes Mal auf den geschäftigen Straßen verlief. Ebenso hänselten sie ihn wegen seines Namens, der unweigerlich bei der Vorstellung der Lehrerin in seiner ganzen Länge präsentiert wurde. Ty Jayden Jacobs. Seine Klassenkameraden lachten über diese seltsam klingende Kombination und Ty empfand sie irgendwann selbst als komisch, obwohl er das nie so gesehen hatte. Auch der Wunsch, dass sie ihn nur mit Ty ansprechen sollten, machte es nicht besser. Sie zogen ihn immer öfter mit dem vollen Namen auf und verlegten sich dann darauf, wieso er denn nicht Tyler oder Taylor genannt wurde und dass Ty doch nur eine Verstümmelung eines richtigen Namen wäre. Es war erbarmungslos und irgendwann verlor der Junge die Nerven. Mit Tränen in den Augen schlug er dem erstbesten, der ihn wieder einmal damit aufzog, direkt auf die Nase. Die Verwarnung, die er daraufhin kassierte, erfreute seinen Vater keineswegs, aber es setzte auch keinen großen Ärger. Er sollte sich lediglich nicht so anstellen und ein dickeres Fell zulegen, wenn er in dieser Welt bestehen wollte. Ty wusste nicht, wie er das anstellen sollte, aber zumindest hatte diese Auseinandersetzung in der Schule dazu geführt, dass er sich selbst ab sofort nur noch als TJ vorstellte. Seine Klassenkameraden interessierte das jedoch herzlich wenig und sie setzten ihre Hänselei ungebrochen fort. Der junge Texaner versuchte es zu ignorieren und zu schlucken. Doch innerlich zerbrach er immer mehr an den Verspottungen, sodass es eigentlich nur eine Frage der Zeit gewesen war, bis er sich einen eigenen Ausweg suchte, wenn man ihm schon keinen bot.
Obwohl sein Vater zumindest ein bisschen mehr Nähe versuchte aufzubauen, weil er merkte, dass seinen Sohn etwas bedrückte und er zumindest Rachel zuliebe für ihn da sein wollte, war es schließlich TJ, der sich nunmehr von Tom distanzierte. Den hatte es noch nie wirklich interessiert wie es ihm ging, warum sollte es also je anders sein. Stattdessen zog er sich mehr und mehr zurück, kam später von der Schule nach Hause, weil er sich noch in der Stadt herumdrückte, ohne auf die Nachfragen seines Vaters einzugehen, wo er gewesen war. TJ schlitterte mit gerade einmal 15 Jahren geradewegs in eine depressive Phase und hatte auf einem seiner Streifzüge in einer Gasse ein paar zwielichtige Typen getroffen. Mit seinem Taschengeld, das alles war, was er wirklich von Tom ausreichend bekam, kaufte er sich dort in aller Heimlichkeit ein paar Pillen, die versprachen, dass es ihm besser gehen würde. Die seine Sorgen fortspülten und alles so viel leichter machen würden. Geblendet von der Hoffnung, sich nicht mehr so schrecklich allein und unverstanden zu fühlen, griff er zu und rutschte unweigerlich in die Rauschmittel-Sucht ab. Das Oxycodon, das man ihm verkauft hatte, versprach nicht zu viel und ließ ihn beinahe schwerelos zurück. Ein wunderbares Gefühl. Geschickt wusste TJ die Tatsache zu verstecken und nahm die Pillen immer dann, wenn er das Haus verließ. Auf dem Weg zur Schule konnte er in aller Ruhe im Park eine halbe Stunde sitzen und warten, bis die wohlige Wirkung einsetzte und er anschließend mit frischem Mut und guter Laune die Schulbank drücken konnte.
Ob es der nicht immer währende betrübte und düstere Ausdruck in seinem Gesicht war oder weil er sich traute, offener und selbstbewusster zu sein, war am Ende egal, aber es schien seine Schulkameraden davon abzuhalten, ihn weiter aufzuziehen. Stattdessen rannten dem wirklich attraktiven Jugendlichen die Mädchen die Türen ein. Nun, wo TJ sich nicht mehr versuchte zu verstecken und unsichtbar zu machen, um in seiner Trauer zu versinken, erkannten sie sein wahres Naturell, das irgendwo tief verborgen in ihm schlummerte. Frech, gutaussehend, witzig. Verführerisch war das selbstbewusste Erscheinungsbild des Texaners und der genoss die Aufmerksamkeit, die ihm sonst nie zuteil wurde. Das erste Mal im Leben, seit seine Mutter, die ihm Liebe und Wärme gespendet hatte, gestorben war, empfand TJ wieder so etwas wie Ausgeglichenheit, Freude und Zuneigung. Sog sie regelrecht in sich auf, wie ein Schwamm. Was jedoch auch dazu führte, dass er sich mit einer gewissen Regelmäßigkeit neues Oxy besorgte, egal ob in Tabletten- oder flüssiger Form. Denn nur so konnte er die Ängste und Sorgen betäuben, um endlich der sein zu können, der er war und immer sein wollte. Er bildete sich sogar ein, dass er nur deswegen seinen Abschluss an der High School schaffte.
Während der Schulzeit führte TJ keine ernsthafte Beziehung, hatte aber immer wieder etwas mit anderen Mädchen aus den verschiedensten Klassenstufen. Ihm entging auch nicht, dass sein Blick hin und wieder auch von Jungs erwidert wurde, denen er ebenso offen entgegengrinste. Dass es auch noch andere Formen der Sexualität gab, als die offen anerkannte Heterosexualität, war dem Texaner natürlich bewusst, aber er hatte sich nie näher damit beschäftigt. In seiner Heimat war dieses Thema sowieso heiß umstritten und galt als widerlich. Doch er selbst spürte, dass da noch irgendetwas in ihm war, das er nicht ganz erklären konnte. Als er sich mit 18 das erste Mal einem anderen Mann hingab, wusste er, dass ihm etwas gefehlt hatte. Es war so vollkommen anders als mit einer Frau, rauer, leidenschaftlicher, so unheimlich befriedigend, wie er es selbst nicht für möglich gehalten hätte. Er hatte Glück, an einen erfahreneren Kerl geraten zu sein, der Rücksicht auf seine Unwissenheit nahm, aber nur zu gern seine abenteuerliche Neugier befriedigte. TJ fühlte sich vollkommen. Es war nicht so, dass er nie wieder eine Frau haben wollte, eher war ihm die Abwechslung wichtig. Er brauchte beides. Sich selbst das Eingeständnis zu machen, dass man bisexuell war, war dabei wesentlich einfacher, als es seinem Umfeld zu erklären, weshalb er das vor allem vor seinem Vater strikt geheim hielt. In der Schule wurde es dagegen schnell publik, schließlich konnte jeder sehen, mit wem er flirtete, doch in der Großstadt waren sie bei diesem Thema wesentlich toleranter, weshalb sein Outing zwar irgendwie unfreiwillig stattfand, doch dafür kein Drama nach sich zog. Das fühlte sich verdammt gut an.
Allerdings hatte sein One Night Stand noch etwas anderes in dem jungen Mann ausgelöst. Dieser fragte ihn, ob er wirklich bereit war sein Leben und seinen Körper mit seiner Sucht zugrunde zu richten. Wie er das bemerkt hatte, wusste TJ nicht, doch als dieser ihm gestand, dass er dasselbe durch hatte und die Anzeichen kannte, fühlte er sich ertappt. Zum ersten Mal überhaupt schüttete der junge Mann sein Herz aus, alles was ihn belastete, was ihn ängstigte und ihn verzweifeln ließ. Und wie viel besser er sich mit dem Oxy fühlte; was daran so schlecht sein sollte. Der Andere hatte ihm daraufhin nur eine weitere Frage gestellt. Und zwar, was er nach der High School vor hatte. Geprägt von der kindlichen Erinnerung an den Brand auf der Ranch, hatte er nicht etwas Angst vor dem Feuer entwickelt. Im Gegenteil. Er wollte es bekämpfen und zur Feuerwehr gehen, was er auch ohne zu zögern antwortete. Helfen, dass es anderen nicht so erging wie ihm. Die Erinnerung daran, dass er diesen Traum niemals würde schaffen können, weil er bereits beim Drogentest zur Auswahl durchfallen würde, brachte den jungen Jacobs ins Grübeln. Er dachte an seine Mum und wie schwer enttäuscht sie von ihm wäre, wenn sie ihn mit abgebundenem Arm und im Vollrausch sehen würde, während er nichts aus seinem Leben machte. Es löste nicht nur schwere Trauer und Schmerz in TJ aus, sondern bewirkte auch ein Umdenken seines ganzen Seins. Aus eigenem Antrieb suchte er nach einer Klinik und verbrachte dort eine 3-monatige Suchtbewältigungskur, die ihm dabei half, clean zu werden und damit seinem Wunsch Feuerwehrmann zu werden, den Weg ebnete.
Seinem Vater erklärte er unterdessen, dass er sich auf den Beginn seiner Karriere vorbereiten wollte und deshalb diese mehrmonatige Auszeit bei einem Freund verbrachte, der ihm dabei helfen würde. Bis dahin hatte dieser nichts von der Sucht seines Sohnes bemerkt und wenn es nach diesem ging, sollte das auch so bleiben.
DIE WILDEN 20ER | 2005 - 2009
Now I'm standing at the crossroads
Obwohl ihn der Tod seiner Großmutter in 2005 schwer traf, riss er den jungen Texaner nicht wieder vollends von den Beinen. Der Kontakt war nur noch sporadisch gewesen und noch nie so innig, wie zu seiner Mutter oder seinem Großvater. Es war tragisch, aber verkraftbar, weshalb TJ schließlich die Ausbildung zum Firefighter auf der Rekrutenakademie mit Bravour absolvierte. Er fühlte sich in seinem Wunsch mehr als bestätigt. Vor allem, wenn er an seine Mutter dachte, fiel es ihm zwar manchmal noch schwer, sich von der betäubenden Wirkung der Drogen nicht wieder in den Bann ziehen zu lassen, doch er blieb standhaft und war bereits seit über einem Jahr clean. Er fühlte sich gut, jeder nahm ihn ernst und respektierte ihn und er konnte auch ohne den Stoff glücklich sein. Und vor allem etwas bewirken. Das Umfeld der Firestation, in der er seine einjährige Probezeit absolvierte, tat ihm extrem gut. Sein Captain war dazu ein sehr erfahrener, gerechter und herzlicher Mann, dem er sich schließlich auch öffnete. Mit dem Coin, den er für seine einjährige Abstinenz erhalten hatte, hatte er sich zu diesem ins Büro begeben und ihm alles erzählt. Wie es dazu gekommen war, dass er den Drogen verfallen war, von seiner Mutter, seinem Vater und seinen eigenen Ängsten. Es war das erste Gespräch dieser Art, das er mit einem Älteren führte, denn sein Dad war dafür schlichtweg nicht da. Das Verständnis und die zugesicherte Unterstützung beschwingten ihn und TJ hatte das Gefühl, endlich im Leben angekommen zu sein.
Das bestätigte auch seine erste echte Beziehung, die er mit 21 Jahren mit einer alten Schulfreundin einging. Sie hatten sich etwas aus den Augen verloren, doch als sie sich eines Tages zufällig begegneten, sprang der Funke einfach über. TJ hatte bereits nach seiner Ausbildung eine eigene Wohnung bezogen, was seinen Vater auch nicht weiter störte. Der kümmerte sich weiter um seinen aufstrebenden Job und hatte immerhin dafür gesorgt, dass auch sein Sohn nicht am Hungertuch nagte. Doch sobald TJ selbst sein Geld verdiente, lehnte er diese Almosen ebenfalls ab. Mit seiner Freundin lief es dagegen wunderbar, sie verstanden sich blendend, hatten Spaß und konnten über alles reden. Der Texaner fühlte sich wohl bei ihr und glaubte, in ihr eine Seelenverwandte gefunden zu haben. Er öffnete sich ihr sogar bezüglich seiner Bisexualität, was sie erstaunlich entspannt aufnahm. Sie störte sich nicht daran und es hatte auch keine Auswirkungen auf ihre Beziehung. Dachte er jedenfalls. Ob es wirklich daran lag oder nur daran, dass er ihr einfach nicht genug war, blieb am Ende fraglich. Doch als TJ nach nicht ganz einem Jahr, die ihre Beziehung andauerte, von einer 24-Stunden-Schicht nach Hause kam und sie zusammen mit einem anderen im Bett erwischte, brach eine Welt für ihn zusammen. War er so naiv gewesen? Irgendwie hatte er sich Hals über Kopf in diese Beziehung gestürzt und sein Herz an diese Frau gegeben, ehe ihm richtig klar war, was er wirklich empfand. TJ war ein sehr herzlicher Mensch, der viel Liebe zu geben hatte, wenngleich er selbst nur wenig davon erfahren hatte. Vielleicht gerade deswegen. Doch deshalb neigte er auch oft dazu, die Dinge zu überstürzen und das hier schien das beste Beispiel zu sein. Er hatte stark damit zu kämpfen, wie diese Beziehung zu Ende gegangen war und suchte die Schuld bei sich selbst. War er nicht genug auf sie eingegangen? Sie hatte doch auch so glücklich gewirkt. Es schürte die inneren Zweifel und Ängste des jungen Mannes erneut, die er Zeit seines Lebens mit sich herumtrug. Immer öfter erwischte er sich bei dem Gedanken, diese Gefühle im Rausch zu ersticken. Bis er irgendwann nicht mehr widerstehen konnte und Fentanyl einwarf. Die herrliche Schwerelosigkeit umfing ihn wie ein alter Bekannter und tröstete seine geschundene Seele. Doch am nächsten Tag fühlte er sich umso mieser. Über zwei Jahre Abstinenz einfach so weggeworfen. TJ schämte sich. Doch wieder sprach er nicht mit seinem Vater, sondern mit seinem Vorgesetzten; gestand ihm den Rückfall und dass er ihn bereute. Versprach jeden Tag für die nächsten drei Monate zu den Treffen der Anonymen zu gehen und ihm jedes Mal Bericht abzulegen. Sein Captain haderte mit sich, stimmte dann jedoch zu, sodass der junge Mann weiter zu den Schichten kommen durfte, aber seine Gesundheit nicht gefährden sollte. Beim kleinsten Anzeichen eines Rückfalls oder wenn er auch nur ein Treffen ausfallen ließ, würde er ihn entlassen und TJ schwor auf alles, was ihm Heilig war. Und hielt sich auch daran.
In dieser Zeit hatte er immer wieder nur lose Begegnungen und One Night Stands. Dabei spielte es keine Rolle, ob die mit Frauen oder Männern stattfanden, sie dienten rein zur Ablenkung und Befriedigung von Trieben. Zu sehr war TJ von dem Ausgang seiner ersten Beziehung geprägt worden, als dass er sich so schnell wieder auf jemanden einließ.
Anderthalb Jahre nach der Trennung - im Jahre 2007 - traf der Feuerwehrmann einen jungen Mann, der drei Jahre älter als er war. Einen Kopf größer, blonde kurze Locken, blaue Augen, sportlich, aber eher der schlanke Läufer-Typ. Irgendetwas hatte dieser Kerl an sich, dem TJ nicht widerstehen konnte. Es schien, als würde sich sein Herz Hals über Kopf in den Fremden verknallen, bevor er erst ein einziges Wort mit ihm gewechselt hatte. Der Versuch, sich selbst zur Besinnung zu rufen, scheiterte kläglich. Sie lernten sich kennen und Scott war ihm auf Anhieb sympathisch. Sein Lächeln ließ augenblicklich Schmetterlinge durch TJ’s Magen fliegen und die rosarote Brille ließ den Anderen noch so viel besser wirken, als er letztendlich war. Der Feuerwehrmann, der gerade eine Zusatzausbildung zum vollwertigen Sanitäter gemacht hatte, weil es einen Ausfall auf der Wache gab, den er auf unbestimmte Zeit ersetzen sollte, wollte seine depressiven Phasen endgültig hinter sich lassen, indem er sich auf etwas neues einließ. Er konnte nicht ewig einer Sache hinterhertrauern, die nicht so vorherbestimmt war. Also musste er nach vorn sehen und genau da stand Scott. Sie freundeten sich an und als TJ den Mut aufbrachte, dem Blonden seine aufkeimenden Gefühle zu gestehen, gab es einen erneuten Rückschlag.
Scott tat entsetzt und beteuerte, dass er nicht auf Männer stand und was ihm denn bitte einfiel, so etwas zu sagen. TJ verstand die Welt nicht mehr, denn der Größere hatte eindeutig auch mit ihm geflirtet, das hatte er sich nicht einfach eingebildet. Doch die neuerliche Abweisung zog ihm den Boden unter den Füßen fort. In der Hoffnung, aus seinem Tief herauszukommen, hatte er sich nur noch weiter hinein manövriert und der psychisch sowieso oft labile Texaner wusste sich nicht anders zu helfen, als sich Oxy zu besorgen. Er hätte mit seinem Vorgesetzten sprechen können, doch die Enttäuschung in dessen Gesicht, dass er nach seiner neuerlichen Abstinenz schon wieder rückfällig werden wollte, hielt ihn davon ab. Nein, er wollte nicht nur einfach Erleichterung, er wollte vergessen. Vergessen werden.
In einer Lache aus seinen eigenen Körperflüssigkeiten, einer leeren Pillendose und mit Schaum vor dem Mund, fand ausgerechnet sein Vater den 24-Jährigen in dessen Wohnung. Tom hatte die Wechselhaftigkeit TJ’s schon seit längerem bemerkt, doch dem keine Aufmerksamkeit zugesprochen. Bis dessen Vorgesetzter vor seiner Tür aufgetaucht war und ihn gefragt hatte, ob sein Sohn ihm eigentlich überhaupt irgendetwas bedeutete. Tom war überfordert gewesen und hätte nie geglaubt, dass ihn jemand zur Rede stellen würde, nur weil er seinen Jungen nicht verhätschelte. Der war schließlich erwachsen und konnte auf eigenen Beinen stehen. Wütend über diesen Umstand und dass TJ sich offensichtlich bei seinem Captain ausgelassen hatte, hatte er an diesem Abend zu seinem Sohn fahren wollen und ihn darauf ansprechen. Als dieser ihm die Tür nicht öffnete, obwohl sein Wagen unten vor dem Gebäude parkte, schürte es das Unverständnis und die Wut des Vaters nur noch mehr. Getrieben davon, warf er sich mehrmals gegen die Wohnungstür, bis diese nachgab und nach innen aufschlug. Noch immer sauer rief Tom weiter und durchforstete die kleine Wohnung, bis er im Wohnzimmer ankam und seinen Sohn am Boden liegend vorfand. Schlagartig war jede Wut verflogen und schlug in panisches Entsetzen um, als er erkannte, was hier los war. Er verständigte den Notruf und versuchte TJ wach zu kriegen, scheiterte aber daran. Auch wenn er nie viel für den Jungen übrig gehabt hatte, fühlte er sich dennoch verantwortlich und Rachel gegenüber verpflichtet, ihren Sohn nicht sterben zu lassen. Die Rettungskräfte konnten diese Aufgabe auf den letzten Drücker übernehmen und das stillstehende Herz des jungen Mannes reanimieren.
Im Krankenhaus dauerte es eine Woche bis TJ wieder langsam zu sich kam. Als er blinzend gegen die Decke blickte, schien so etwas wie Enttäuschung durch seine Glieder zu fahren. Doch als er die Stimme seines Vaters vernahm, verrauchte sie sofort wieder. Verwundert, was der bei ihm wollte, sah er ihn an und wusste nicht, was er sagen sollte. Eine weitere Woche schwiegen sie sich gegenseitig an, bis Tom es nicht mehr aushielt und TJ zur Rede stellte. Was er sich gedacht hatte und wie er so dumm sein konnte und was der Grund für diesen Ausfall war. Er ahnte ja nicht, dass sein Sohn schon beinahe sein Leben lang mit Depressionen und Sucht zu kämpfen hatte. TJ wollte das auch nicht ändern, doch Tom bohrte so lange nach, bis der junge Mann schließlich nachgab und ihm alles erzählte. Schockiert war noch ein milder Ausdruck für das, was der Ältere davon war. Nicht nur, dass sein Sohn eine jahrelange Drogensucht vor ihm verheimlicht hatte, er hatte ihm auch nichts von seiner Bisexualität erzählt. Für einen Mann, der damit nichts anfangen konnte und so erzogen worden war, dass das eine Abnormität darstellte, ein harter Schlag. Wütend und entsetzt hatte er TJ zurück gelassen und ihm entgegen geschleudert, dass er nicht sein Sohn war. So einer, konnte einfach nicht sein Sohn sein und befeuerte die sowieso vorherrschenden Zweifel des Vaters noch mehr. Es gab keinen Grund dafür, doch die einzige, die wusste, ob er sich das nur einbildete oder nicht, war Rachel. Und die hatte er nie gefragt. Tom wollte keinen Sohn haben, der sich für Männer interessierte und Drogen nahm. Unverzüglich forderte er aufgrund berechtigter Zweifel einen Vaterschaftstest. TJ wusste nicht, was das nun sollte, doch was hatte er schon zu verlieren? Also stimmte er zu und es kam heraus, was Tom schon immer geahnt hatte. Der junge Mann war Rachels Sohn, aber nicht seiner. Nicht sein Fleisch und Blut. Der Feuerwehrmann wusste nicht, was er sagen sollte, als sein Vater ihm das Ergebnis hinwarf und das Krankenhaus wortlos wieder verließ. TJ hingegen blieb allein mit seinen Tränen und seiner Verzweiflung zurück.
Als er aus dem Krankenhaus entlassen wurde und ihm zu einer neuerlichen Therapie geraten wurde, fiel es ihm unheimlich schwer, diese auch anzunehmen. Für was wollte er noch kämpfen? Es gab nichts mehr, das ihm geblieben war. Schon seit Jahren. Und eigenes Glück war ihm einfach nicht vergönnt. Sein Leben war geprägt von Verlusten. Sein Vorgesetzter würde ihn hassen und einstellen erst recht nicht wieder. Erneut hatte er diesen enttäuscht und die Chancen, die er bisher bekommen hatte, Lügen gestraft. TJ wollte einfach nicht mehr, doch da stand plötzlich Scott vor ihm. Mit diesem herzlichen Lächeln und nahm ihn in die Arme. Der Texaner wusste nicht recht, wie ihm geschah, doch die Wärme, die ihn augenblicklich erfüllte, schien neuen Lebensmut in ihm heraufzubeschwören.
Scott fuhr ihn zur stationären Therapie, um seinen Entzug zu unterstützen und nach den Monaten in der Klinik, holte er ihn zu sich nach Hause, um für ihn da zu sein. TJ verstand den Sinneswandel noch immer nicht, doch da erklärte der Blonde ihm, dass er noch nicht so lange mit seiner Neigung vertraut war und sich nicht getraut hatte zuzugeben, dass er homosexuell war. Der Feuerwehrmann und Sanitäter konnte nicht glauben, was er da hörte. Hatte er wirklich einmal Glück? Sollte dieser wunderbare Mann doch etwas für ihn empfinden? Als dieser ihn danach fragte, ob sie es versuchen wollten, willigte TJ übereilt ein, bevor Scott seinen Satz überhaupt erst zu Ende gesprochen hatte. Er stürzte sich einfach so hinein, ohne zu wissen, auf was er sich da einließ. Schließlich hatte Scott ihm geholfen. Dass er auch überhaupt erst diese Situation ausgelöst hatte, die diese Hilfe nötig machte, registrierte TJ in seiner Verliebtheit jedoch nicht.
Ein letztes Mal wollte der Texaner versuchen, auf seinen Vater, der nicht sein richtiger Vater war, zuzugehen. Er war dennoch der einzige Mann, der zu seiner Familie gehörte und er wollte sich mit ihm versöhnen. Und ihm seinen Freund vorstellen, mit dem alles besser werden würde. Man konnte meinen, dass TJ ein kleines Problem mit Naivität besaß, wenn es um Beziehungen ging. Selbst Tom, der sich zuerst noch auf ein Treffen eingelassen hatte, einfach nur, um Rachel seine letzte Ehre zu erweisen, konnte den Fehler, den der junge Mann dort im Begriff war zu begehen, erkennen. Ganz davon abgesehen, dass es für den erfahrenen Mann noch immer eine Abnormalität war, dass ein Mann einen anderen lieben konnte, entging ihm das breite, viel zu freundliche, aufgesetzte Lächeln des Fremden nicht. Doch TJ trug die rosarote Brille weiterhin. Der Streit, der daraufhin entbrannte, weil Tom verlangte, sofort mit Scott zu brechen, entzweite die Jacobs-Männer endgültig. TJ erkannte, dass sein Vater ihm kein Glück gönnte und sowieso nie sein Vater hatte sein wollen. Tom warf ihm ebensolche Abscheulichkeiten an den Kopf und warf die beiden hochkant aus seiner Wohnung. Sollte der Junge doch in sein Unglück rennen. Selbst wenn er auf Knien angekrochen kommen würde, das war nicht sein Sohn und er entzog sich jeglicher Verantwortung, für dessen Dummheiten.
UNERWARTETE WENDUNG | 2009 - 2012
I demand a better future but what I get was a terrible nightmare
TJ schaffte den Sprung zurück in die Arbeitswelt und arbeitete als Sanitäter in seiner alten Feuerwache. Der Job tat ihm gut und das Leben, das er mit Scott führte ebenfalls. Der endgültige Bruch mit seinem Vater belastete ihn mehr als angenommen, doch sein Freund erklärte ihm mehr als einmal, dass Tom ihn nie hatte als Sohn angesehen und ihn gar nicht verdient hatte. Er solle bleiben, wo der Pfeffer wuchs und mit der Zeit begann TJ ebenfalls so zu denken. Der Mann hatte sich nie die Mühe gemacht, ihn zu verstehen oder für ihn da zu sein, wofür sollte er ihm also dankbar sein? Scott war es, dem er alles verdankte, mehr als nur sein Leben. So sah er es selbst und auch der einen Kopf Größere ließ ihn das immer wieder in beiläufigen Bemerkungen wissen. Was jedoch als liebevolle und fürsorgliche Beziehung begann, wurde schleichend zu etwas, vor dem man besser fliehen sollte. Immer öfter wollte Scott wissen, wohin TJ ging, verbot ihm nach etwa einem halben Jahr ihrer Beziehung, weiterhin arbeiten zu gehen. Der Sanitäter verstand nicht, wollte seinen Job, der ihm viel bedeutete, nicht aufgeben, doch Scott machte deutlich, dass er ihn verlassen würde, wenn er das nicht tat. Die Panik davor, schon wieder verlassen zu werden, ließ TJ’s Widerstand in Luft aufgehen. Er kündigte und kümmerte sich fortan zu Hause um Ordnung und Sauberkeit. Machte das Essen, wenn Scott von der Arbeit kam und ging einkaufen. Nach einem weiteren halben Jahr verließ er die Wohnung nur noch sporadisch und wenn, dann nur mit seinem Freund. Der war schrecklich eifersüchtig, wenn TJ mit anderen Männern oder auch Frauen sprach und erklärte ihm, dass er ihn einfach nicht verlieren wollte und so gern Zeit mit ihm verbrachte. Der Texaner glaubte ihm, sah nichts schlimmes darin, dass sie zusammen einkaufen gingen oder spazieren. Scott hingegen traf immer wieder auch nach der Arbeit noch Kollegen oder Freunde. Stets allein. Da durfte TJ nicht mitkommen, der hatte zu Hause schließlich auch genug zu tun und war nicht so eifersüchtig wie sein Freund. Dass dieser ihn betrog, dachte er tatsächlich nicht, immerhin verdankte er ihm alles und er hatte sich das erste Mal vor ihm geoutet. Das hatte er ihm jedenfalls gesagt.
Mit herzlicher Strenge, damit TJ seine Regeln befolgte und seine Aufgaben erledigte, fing es an; mit Ermahnungen und Erinnerungen wo sein Platz in diesem Leben war und wem er es zu verdanken hatte. Und TJ versuchte alles, um die Liebe seines Lebens zufrieden zu stellen. Schließlich schuldete er ihm alles. Er bemerkte nicht, wie Scott ihn mehr und mehr kontrollierte, von der Außenwelt komplett abschottete, seine Freunde vergraulte, bis der Texaner über die Jahre fast nur noch zu Hause eingesperrt war und für jeden kleinen Fehler bestraft wurde. Sei es eine zerbrochene Vase, ein Staubkorn im Wohnzimmer oder ein leicht angebranntes Frühstück. Was erst mit Worten erfolgte, die immer demütigender wurden, wurde bald von Ohrfeigen untermalt. Das war okay, sagte er sich, immerhin hatte er Scott verärgert und das sollte er wirklich nicht tun. Also nahm TJ es hin, als sei es etwas Normales in einer Beziehung. Seine Widerworte, die ebenfalls oft bestraft wurden, wurden weniger und der junge Mann immer in sich gekehrter.
Nach anderthalb Jahren Beziehung setzte es auch andere Schläge und Tritte, immer häufiger und heftiger. TJ war mittlerweile ohne es gemerkt zu haben, psychisch so unterdrückt worden, dass er sich nicht traute, auch nur den Ansatz von Gegenwehr zu zeigen, selbst wenn er gegen Scott eine reelle Chance gehabt hätte. Sein Platz war ganz unten auf dem Boden und er war nichts wert. Das hatte der Ältere ihm so erfolgreich eingeprügelt, dass der junge Texaner es mittlerweile selbst glaubte. Seine labile Psyche ermöglichte Scott ein leichtes Spiel und TJ zog einfach nur noch den Kopf ein und ließ es über sich ergehen. Er musste dankbar sein, dass er überhaupt noch lebte. Was er allein seinem Freund zu verdanken hatte. Ein Teufelskreis, der den Sanitäter gegenüber Scotts Spielchen absolut wehrlos machte.
Er musste nicht einmal einen Fehler begehen, Scott erfand sie notfalls einfach, um seine Existenz zu erniedrigen, auf ihn einzuschlagen und ihn schließlich auch sexuell zu missbrauchen. Die Nachbarn riefen öfter die Polizei, doch aus Angst vor noch mehr Ärger, beteuerte TJ jedes Mal, dass es nur ein Unfall war und es ihm gut ginge. So konnte ihm niemand helfen, er sich selbst aber auch nicht. Sein Leben war nichts weiter als Verschwendung und das einzige, wozu er gut war, war zum Putzen und für Sex.
I know which way to go But not strong enough to get there on my own
Niemand wusste, was für Zustände herrschten, weil es niemanden mehr gab, dem TJ wichtig war. Scott hatte schon dafür gesorgt. Das einzige, das den Texaner am Leben hielt, war der Gedanke daran, dass es nur eine schwere Phase war und irgendwann die liebevolle und zärtliche Seite seines Freundes wieder zum Vorschein kam. Bis dahin hatte er sich in Dankbarkeit und Demut zu üben und diesem jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Es gab auch gute Momente, doch selbst die wurden immer weniger und waren allenfalls Minuten, die sich der junge Mann nur versuchte schön zu reden. Doch was blieb ihm? Würde Scott ihn verlassen, hatte er niemanden mehr und würde daran zerbrechen. Endgültig das Leben aufgeben, das er nicht wert war zu leben. Was so schön angefangen hatte, hatte sich zu einem wahren Horrorszenario entwickelt, ohne dass TJ je bemerkt hätte, dass es diese Tendenz genommen hatte. Scott wusste, wie er die Strippen ziehen musste, damit sein kleines, süßes Opfer nichts ahnte, bis er in der Falle saß und keinen Ausweg mehr hatte. Nicht zuletzt erpresste er TJ mit Videos, die er von ihm gefunden hatte, auf denen er völlig zugedröhnt irgendwo im Dreck lag, die er veröffentlichen würde und der ganzen Welt zeigen, wenn er auf die Idee kommen würde, Scott seinerseits zu verlassen. Die Angst vor dem, was passierte, wenn er das tat und der Freund ihn fand, war ohnehin viel zu groß, als dass TJ auch nur daran dachte das zu tun.
Da er aus der Eifersucht seines Freundes die Wohnung so gut wie gar nicht mehr verlassen durfte, fand er tagsüber, wenn er allein war und den Haushalt erledigt hatte, in Internet-Foren und auf ein paar Spieleseiten Zerstreuung. Dabei lernte er im August 2011 einen sympathischen jungen Mann aus Dawnskap Bay kennen, mit dem er sich anfreundete. Zuerst schrieben sie E-Mails, bis sie zu Messengern wechselten und schließlich auch Videotelefonate über Skype führten. Die Zeit mit David tat TJ gut, sie schien seine geschundene Seele zu heilen und er fühlte sich seit einer Ewigkeit als der Mann, der er war, akzeptiert. Er musste sich nicht verstellen, konnte lachen und scherzen und war allgemein offener. Seinem Gegenüber fielen zwar immer wieder mal die blauen Flecken, Schwellungen und Platzwunden vor allem im Gesicht seines Gegenübers auf, doch TJ erklärte diese jedes Mal mit seiner Tollpatschigkeit und beteuerte, wie glücklich und zufrieden er in seiner Beziehung war und wie gut es ihm ging. In der Stunde, die er nicht täglich, aber doch häufiger mit Davis hatte, tat es das schließlich auch. Und er redete sich ein, dass das auch für seine Beziehung gut war, weil er dann selbst viel besser auf Scott eingehen konnte, wenn es ihm besser ging. Dass es ihm überhaupt erst nur wegen diesem so schlecht ging, erkannte der Texaner dagegen nicht.
Je schlimmer Scotts Ausfälle wurden, umso weniger ließ sich TJ’s Zustand jedoch mit simplen Haushaltsunfällen erklären. Seine Internetbekanntschaft roch den Braten, doch auch er konnte nichts dagegen tun, außer seinem Freund anzubieten, für ihn da zu sein. Doch der lehnte immer wieder ab, schließlich war alles in Ordnung und er hatte es nicht anders verdient. Er konnte Scott nicht einfach verlassen, immerhin war er ohne ihn nichts wert und wäre nicht einmal mehr am Leben. Und er blockte auch sämtliche tiefer bohrende Nachfragen diesbezüglich von David ab. Stattdessen lenkte der Feuerwehrmann ab und wollte lieber etwas von dessen Alltag erfahren, damit er einfach nur seiner beruhigenden Stimme zuhören konnte. Und er liebte Daves Geschichten. Selbst wenn er sie schon einmal erzählt hatte, lauschte TJ ihnen mit derselben Begeisterung wie beim ersten Mal.
Als Scott eines Abends betrunken von einem Treffen mit seinen Freunden nach Hause kam, konnte TJ gerade noch schnell eine Verabschiedung in den Bildschirm stammeln, welchen er daraufhin erschrocken zuklappte und seinem Freund entgegen lächelte. Normalerweise blieb dieser länger mit seinen Freunden fort, doch dieses Mal schien sich sein Freund etwas anderes überlegt zu haben. Bevor er jedoch dazu ansetzen konnte, hatte er sehr wohl bemerkt, dass TJ etwas vor ihm versteckte, als der Laptop schnell beiseite geschoben wurde. Der erste Schlag kam unerwartet und traf genau auf seinen Wangenknochen, der sofort einen stechenden Schmerz aussandte. Beschwörend hob TJ die Hände und beteuerte, dass da nichts war, doch Scott schlug erneut zu und verlangte eine Erklärung, die der junge Texaner ihm schließlich auch entgegen stammelte. Er erzählte von seiner Internetbekanntschaft und dass sie nur hin und wieder telefonierten, wenn er mit dem Haushalt fertig war. Doch Scott wurde so wütend, wie er ihn noch nie erlebt hatte. Er rastete vollkommen aus, prügelte auf den einen Kopf Kleineren ein, deckte ihn mit Schlägen und Tritten ein, während er ihm eine Erniedrigung nach der anderen entgegen schrie. Scott war hysterisch und versenkte seine Fäuste mehrfach in TJ’s Gesicht, seinem Magen, den Rippen, den Leisten… TJ bangte das erste Mal wirklich um sein Leben, als Scott sich ein Küchenmesser griff und ihm dieses vor die Augen hielt. Ihm vorwarf, dass er ihn mit diesem Kerl aus dem Internet betrog und der Jüngere ihn gar nicht verdient hatte. Wie rücksichtsvoll er immer mit ihm war, aber irgendwann war es genug. Scott riss ihm das Shirt vom Leib und setzte die Klinge über seinem Brustbein an, um ihm zu erklären, wie sehr sein Herz ihm deswegen schmerzte. Doch er rammte ihm das Messer nicht sofort in seines, sondern zog es stattdessen in einer schnellen Bewegung seitlich über seinen Bauch.
TJ konnte nicht verhindern, dass er aufschrie, während ihm heiße Tränen über die aufgeschlagenen Wangen liefen. Scott war regelrecht irre. Seine Beschimpfungen prasselten ebenso wie Faustschläge und Tritte auf ihn ein, doch der Texaner hörte sie kaum noch. Betete einfach, dass es bald aufhören würde, versuchte sich zu schützen und wimmerte immer wieder eine Entschuldigung hervor, die seinen Freund jedoch nicht wirklich besänftigte.
Dieser warf ihm plötzlich eine Pillendose zu, deren Etikett sie eindeutig als Oxycodon auswies. Mit den Worten, dass er ihn wohl daran erinnern musste, aus welcher Hölle er TJ geholt hatte, sollte der junge Mann die Pillen schlucken. Entsetzt und panisch kroch dieser rückwärts, versuchte von Scott wegzukommen. Nein, er war clean, die längste Zeit in seinem Leben war er das, seit er angefangen hatte, was einzuwerfen. Scott hatte ihm dabei geholfen und nun sollte er ihn ausgerechnet dazu zwingen, wieder etwas zu nehmen. Das konnte nicht sein Ernst sein. Der junge Mann erstarrte und der letzte Rest Überlebenswille brachte ihn dazu, sich dagegen aufzulehnen. Wenn er wieder rückfällig wurde, würde er das nicht noch einmal überleben. Seine Gegenwehr führte dazu, dass Scott ihm die Hose von den Lenden riss und er ihn auf den Bauch presste, um ihn heftig und hart zu missbrauchen, bis TJ schließlich ohnmächtig wurde. Was dann geschah, bekam er nicht mehr mit. Es war zu viel. Er konnte nicht mehr. Und sein geschundener Körper auch nicht.
Stunden später wachte er mit schmerzendem Körper immer noch auf dem Boden liegend wieder auf. TJ wagte es kaum, zu atmen oder sich zu rühren. Irgendwann tat er es dann aber doch. Vorsichtig setzte er sich auf, ignorierte den Schwindel und die Schmerzen und zog seine Jogginghosen, die neben ihm lagen zu sich heran, um sie sich über zu streifen. Sein Shirt war zerrissen, der Schnitt an seinem Bauch von halb geronnenem Blut verkrustet, das von der Bewegung jedoch wieder aufriss und leicht nachblutete. Scott lag auf der Couch. Um seinen Arm war ein Band gezogen und die Nadel lag noch auf dem Tisch. Zusammen mit dem Oxycodon-Döschen und einer Apparatur um dieses zu verflüssigen. Glücklicherweise erkannte TJ keine Einstiche an seinem eigenen Arm, warum auch immer Scott ausgerechnet das nicht getan hatte. Vermutlich wollte er nur, dass er dabei wach war, um sich an dem Anblick besser erfreuen zu können.
Obwohl er nicht wusste, woher er die Kraft nahm überhaupt aufzustehen und ob Scott überhaupt noch lebte, so viel Schaum wie dieser vor dem Mund hatte, stemmte sich TJ in die Höhe, schnappte sich einen Beutel, kratzte seine letzten Ersparnisse zusammen, zog seinen Reisepass aus dem Schrank, zog sich an und verließ fluchtartig die Wohnung. Er wollte nur noch weg. Scott liebte ihn nicht und er würde nicht wieder zu dem liebevollen Mann werden, den er kennengelernt hatte. TJ hatte erkannt, dass er von ihm weg musste, ganz egal was für Druckmittel er in den Händen hatte. Andernfalls würde er die nächsten Tage nicht überleben. Das war sicher. Genauso wie es sicher war, dass er zuvor noch ordentlich leiden würde. Das würde er nicht überstehen. Er musste weg. Nur wohin, das war die Frage.
Im Anflug von Panik ließ er sich von einem Taxi zum Flughafen bringen und erstand kurzerhand ein Flugticket nach Seattle. Nur wenige Stunden später saß er im nächsten Flieger an die Westküste. Es war eine Kurzschlussreaktion, aber er hatte niemanden mehr, dem er etwas bedeutete. Außer seinem Internet-Freund David, kannte er niemanden und so führte ihn sein Weg unweigerlich nach Seattle, wo der nächste Flughafen zur Heimatstadt seines Freundes lag, wie dieser einmal erzählt hatte. Woanders konnte er nicht hin und es war seine einzige und letzte Hoffnung, die er noch hatte.
And at the end?
Just a few more things.
Spielername
Stephi
Avatarperson
Ronen Rubinstein
Zweitcharakter(e)
Ryan Davis, Darren Ramsey

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